Traum von Sensation weicht bitterem Fußball-Nachmittag - Gurten gegen Bundesligist chancenlos

Volksfest-Stimmung in Gurten: Das Samsung Cup-Duell mit Bundesligist SC Wiener Neustadt lockt die halbe Gemeinde in die Park-21-Arena. Sportlich gibt es für die Union-Kicker nichts zu holen, erweisen sich die Niederösterreicher bei der 0:6-Pleite als eine Nummer zu groß. Allen Gurtner Hoffnungen auf eine Sensation erteilen die Wiener Neustädter nach wenigen Sekunden eine Absage. Danach nimmt das Unheil seinen Lauf, scheidet etwa Stammgoalie Florian Berger verletzt aus. 

Bereits mit der ersten Aktion zeichnet sich ein bitterer Fußballnachmittag für den Regionalliga-Aufsteiger ab. Herbert Rauter bringt den Bundesligisten mit einem Blitztor auf die Siegerstraße. Dem zweiten Gegentreffer geht ein eigener Corner voraus, nach 35 Minuten müssen die Gurtner verletzungsbedingt auf Keeper Berger verzichten. Ehe die Union in der zweiten Hälfte rabenschwarze fünf Minuten erwischt, drei Tore kassiert. Das halbe Dutzend voll macht schließlich Thomas Pichlmann per Elfmeter - nachdem die Hausherren in der Schlussphase mit einem Mann weniger auskommen müssen. 

Eiskalte Dusche

Kaum ertönt die Pfeife zum Ankick, liegt der Ball Sekunden danach wieder auf der Mittelauflage. Weil Wiener Neustadts Herbert Rauter die Cup-Träume des Außenseiters mit der ersten Aktion platzen lässt. Die heimische Defensive bringt den Ball nicht richtig aus der Gefahrenzone, der Mittelfeld-Akteur lässt sich nicht zweimal bitten, verwertet abgebrüht zum 1:0. Dem Drittligisten steht der Schock ins Gesicht geschrieben. Es dauert einige Minuten, ehe man die eiskalte Dusche verarbeitet. Nach und nach gelingt es den Oberösterreichern aber, dem haushohen Favoriten Paroli zu bieten. Die eine oder andere gefährliche Offensivaktion ist der Lohn für die Bemühungen. Die beste Gelegenheit findet Rene Wirth vor, sein Kopfball wird zum Corner geklärt. Unglückliche Szene dann nach 20 Minuten: Nach einem Eckball der Union geht es blitzschnell, vollenden die Wiener Neustädter einen Bilderbuchkonter zum 2:0. Matthias Koch bestraft das fahrlässige Verhalten der Gurtner in der Rückwärtsbewegung.

Verletzungsteufel wütet

Trotz des Zwei-Tore-Rückstandes verkaufen sich die Innviertler im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit teuer. Mit Mut und Selbstbewusstsein versucht man, nach vorne zu spielen. Auch spielerisch begegnen sich die Teams in dieser Phase beinahe auf Augenhöhe. Rene Wirth, Manuel Schrattenecker und Florian Penninger scheitern mit guten Einschussmöglichkeiten. Bitter die 35. Minute: Stammgoalie Florian Berger muss verletzungsbedingt durch Ersatzkeeper Andreas Stadler ersetzt werden.

Fünf rabenschwarze Minuten

Nach der Pause sorgt ein kollektives Black-Out für einen schwarzen Fleck auf der bis dahin ansprechenden Vorstellung des Regionalliga-Aufsteigers. Binnen fünf Minuten kassieren die Gurtner drei Tore, wirken in dieser Phase völlig von der Rolle. Zunächst kann Torhüter Stadler noch mit einer Glanzparade gegen Koch Schlimmeres verhindern. Was dann passiert, erinnert an das WM-Halbfinale zwischen Deutschland und Brasilien. Erst verwandelt Matthias Koch einen herrlichen Freistoß aus über 20 Metern zum 3:0 (51.). Zwei Minuten später trägt sich Thomas Pichlmann erstmals in die Torschützenliste ein, ehe Herbert Rauter mit seinem zweiten Treffer den Triple-Schlag perfekt macht (56.). 

Halbes Dutzend ist voll

Nach einem lange Zeit achtbaren Resultat verheißt der Blick auf die Anzeigetafel nun wenig Gutes. Zu allem Überdruss verletzt sich eine Viertelstunde vor Schluss auch noch Patrick Petershofer. Weil Coach Rainer Neuhofer sein Austauschkontingent bereits erfüllt hat, müssen die Innviertler die Schlussphase mit einem Mann weniger bestreiten. Diese versuchen in der verbleibenden Spielzeit, ein höheres Ergebnis zu verhindern. Das gelingt bis zur 89. Minute. Da entscheidet Schiedsrichter Christopher Jäger auf Strafstoß für die Pfeifenberger-Truppe, den Kapitän Pichlmann zum 6:0-Endstand verwertet. 

 

Franz Reisegger (Sektionsleiter Union Raiffeisen Gurten):
"Wir sind schon ein bisschen enttäuscht. Es ist eigentlich alles schief gelaufen, wir hätten uns das schon ein wenig anders vorgestellt. Der Rückstand nach ein paar Sekunden war natürlich ausschlaggebend. Wir haben dann bis zur Halbzeit spielerisch tadellos mitgehalten, nach der Halbzeit haben wir zehn Minuten total verschlafen. Man muss aber berücksichtigen, der Gegner ist eine Woche vor Meisterschaftsstart, wir haben die erste Woche trainiert. Es ist jetzt auch keine Weltuntergangsstimmung. Wir hätten uns aber vorgestellt, das Ganze ein bisschen gleichwertiger halten zu können."
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