Runde 7: Spieltaganalyse mit Reinhard Tellian

runde rlmitte_rot07Der SAK fertigt im Klagenfurter Stadtderby die Austria ab. Der LASK lässt erstmals Punkte liegen, die Sturm Amateure übernehmen die Tabellenführung. Die KSV Amateure schießen Lafnitz aus dem eigenen Stadion. Wie das und alle weiteren Ergebnisse passieren konnten, versuchen wir in unserer Spieltaganalyse zu klären. Unser Kärntner ligaportal-Experte Reinhard Tellian blickt hinter die Kulissen und nimmt die Leistungen der Teams unter die Lupe. Lesen Sie hier die ligaportal-Spieltaganalyse zum 7. Spieltag in der Regionalliga Mitte.

SAK Celovec/Klagenfurt - SK Austria Klagenfurt 4:1

Reinhard Tellian: "Beim SAK hat man von den Funktionären bis zu den Spielern die Anspannung gemerkt. In einem Derby wollen die SAKler immer alles geben, und meistens, ich glaube fast zu 90%, verlassen sie das Feld dann auch als Sieger. Die Austria war spielerisch ebenbürtig, der SAK wollte aber immer etwas mehr. Die Austria hat ein bisschen mit den Elfmetern gehadert, die kann man aber geben. Der Sieg ist dann etwas zu hoch ausgefallen, allerdings hat die Austria ihre Stärke nicht ausgespielt. Heute (Montag, Anm.) soll es auch ein Gespräch von Joze Prelogar mit den Spielern geben. Nächste Woche gegen die Sturm Amateure wird man mit dieser Leistung keinen Sieg holen können. Für den SAK war der Erfolg Gold wert. Dadurch kommt man von hinten etwas weg, man hat auch nur ein Tor kassiert, nachdem man zuletzt jedes Mal sehr viele Treffer bekommen hatte. Von der Qualität der Spieler her ist der SAK nicht schlechter als letztes Jahr. Man hatte einen schlechten Start und auch auch kein Glück gehabt. Dieses Mal schon, das wiegt sich über das Jahr meistens auf. Man hat gute Leute, der Kader ist jedoch nicht groß. Von der Bank aus kann man die Ausfälle kaum ersetzen. In 14 Tagen sollte auch König wieder fit sein, dann ist mit dem SAK aber wieder zu rechnen."

UVB Vöcklamarkt - FC Blau-Weiß Linz 2:1

Reinhard Tellian: "Für den neuen Trainer war es ein Einstand nach Maß. Das war nach dieser Missserie auch notwendig. Blau-Weiß hat die Partie beherrscht, auf Grund der vielen vergebenen Chancen der Linzer und einer tollen Torhüter-Leistung hat Vöcklamarkt letztlich glücklich in der 94. Minute gewonnen. Dadurch hat man das hintere Drittel jetzt einmal verlassen. Nicht nur für den neuen Trainer ist das eine Motivation, auch die Mannschaft hat gesehen, dass der Erfolg zurückkehrt. Vielleicht kommt man jetzt wieder in die Spur, sodass man mit dem Abstieg nichts zu tun hat."

RZ Pellets WAC Amateure - SV Zaunergroup Wallern 1:2

Reinhard Tellian: "Ich habe den WAC gegen die Austria gesehen, da hatte man null Chance. Umso überraschender war es dann, wie man den SAK mit 5:1 nach Hause schicken konnte. In der ersten Halbzeit hat der WAC sehr gut gespielt, obwohl Wallern dann in der zweiten Hälfte total überlegen war, ist man sogar in Führung gegangen. Wallern hat sich dann noch den Sieg dank Goalgetter Pecirep gesichert. Das war wichtig, dadurch hat man Anschluss an das vordere Mittelfeld gefunden. Für die WAC Amateure wird es schon problematisch. Nächste Woche gegen Pasching hängen die Trauben sehr hoch, da kann man nicht viel erwarten. Sie zollen dem Regionalliga-Niveau Tribut. Letztes Jahr haben sie die Liga total beherrscht, jetzt müssen sich die Spieler erst akklimatisieren. Das Spiel ist schneller, härter. Wenn man von oben ein paar Routiniers bekommt, dann könnte es gehen. Sonst wird es ganz schwer werden."

etoxx VSV - FC Pasching 1:3

Reinhard Tellian: "Den VSV hätte ich da hinten nicht erwartet. Scheinbar ist es aber immer das Gleiche, man kämpft eigentlich recht gut. Gegen Pasching war man allerdings ohne Chance, dort hat man nicht gesehen, dass der Top-Trainer weg ist. Die Paschinger haben ihr System, ihr Spiel durchgezogen. Sie sind verdient in Führung gegangen, ich könnte mir vorstellen, dass es dann eine Pausenpredigt von Peter Hrstic gegeben hat. Der VSV hat dann das 1:1 geschafft, Pasching ist aber draufgeblieben, hat die Partie souverän nach Hause gespielt. Für Villach wird es jetzt irrsinnig schwer. Man kennt das, wenn man hinten ist, ist es ganz schwierig, da rauszukommen. Dazu kommen die Probleme innerhalb des Vereins. Man hört da die wildesten Geschichten. Gepaart mit dem Sportlichen findet man den VSV genau dort, wo er jetzt positioniert ist. Bei Pasching bin ich neugierig, wie es weitergeht. Ich war schon überrascht über den Baumgartner-Abgang zu St. Pölten. Wenn man den LASK oder einen Red Bull-Verein hernimmt, da gibt es Perspektiven. Aber in St. Pölten ist das neue Stadion schon alles. Der Verein ist nicht mit Geld gesegnet, ich kenne die Strukturen dort. Es wundert mich, dass er da hingegangen ist. Vielleicht hat er gesagt, er hat mit Pasching so viel erreicht, mehr geht nicht. Das einzige was er nicht erreicht hat, war die Vorgabe Meistertitel. Da kann es dann auch schnell zu Meinungsverschiedenheiten mit Funktionären kommen."

SK Vorwärts Steyr - SK Puntigamer Sturm Graz Amateure 1:2

Reinhard Tellian: "Das ist schon ein bisschen überraschend, dass die "Sturm-Babys" da oben stehen. Sie sind heuer scheinbar anders programmiert, machen auch die Tore. Das war in den letzten Jahren meist anders. Da waren sie überlegen, haben gut gespielt, aber die Tore nicht geschossen. Heuer sind sie wahrscheinlich erstmals in der Situation, die Tabelle in der Regionalliga anzuführen. Das ist ein Erfolg, gibt zusätzliche Motivation. Ich kann mir vorstellen, dass es in der nächsten Partie gegen die Austria irrsinnig schwer für die Klagenfurter wird. Bei Steyr hatte man vor zwei Jahren noch erwartet, dass man ganz vorne mitspielen kann. Davon ist man jetzt gewarnt, ist realitätsbezogener. Die Steyrer wissen, dass man sehr gut Fußball spielen muss, um ganz vorne zu landen. Sie sind im jetzt Mittelfeld positioniert, mit hinten werden sie nichts zu tun haben. Wenn man da die eine oder andere Partie gewinnt, kann man schnell wieder unter den ersten Sechs mitspielen. Der Zulauf des Publikums ist natürlich toll, da stehen die Zuschauer in guten wie in schlechten Zeiten zum Verein. Solche Klubs gibt es nur ganz wenige, die kann man an einer Hand abzählen."

KSV 1919 Amateure - SV Licht&Loidl Lafnitz 4:0

Reinhard Tellian: "Der bis jetzt starke Aufsteiger hat wohl vorher schon gedacht, dass das Spiel gewonnen ist. Man hat Kapfenberg sicher unterschätzt. Lafnitz hat einen rabenschwarzen Tag erwischt, der KSV hat das Spiel souverän beherrscht und die Lafnitzer mit einer ordentlichen Packung nach Hause geschickt. Es ist jetzt die Aufgabe des Trainers, die Mannschaft wieder aufzurichten. Bei den Kapfenbergern ist es das ganze Jahr so: Wenn man sie abschreibt und glaubt, sie sind abgeschlagen, gewinnen sie auf einmal wieder. Dann krabbeln sie aus der Abstiegszone heraus, bis jetzt haben sie es jedes Jahr geschafft, die Klasse noch zu halten. Das 4:0 jetzt ist natürlich ein Achtungserfolg. Man kann in dieser Klasse nicht sagen, wer zu den absoluten Abstiegskandidaten zählt. Die Kärntner Klubs gehören zwar dazu, keine Frage. Mit ein, zwei Siegen ist man aber wieder dabei, dann lebt die Chance wieder. Das ist allerdings das Schwierige, dass man eben ein-, zweimal gewinnt."

Union T.T.I. St. Florian - USV Stein Reinisch Allerheiligen 3:1

Reinhard Tellian: "St. Florian ist für mich eine echte Überraschung. So gut ist man lange nicht mehr gestartet. Was der Trainer gesagt hat, hat man die Partie souverän beherrscht, hat eine kompakte, solide Leistung gebracht und die notwendigen Tore geschossen. Deswegen war es auch ein absolut verdienter Sieg. Ich hätte es den Florianern allerdings nicht zugetraut, sich so weit vorne zu positionieren. Es wird aber sicher gut gearbeitet, so etwas ist immer der Lohn für gute Arbeit von Trainer und Mannschaft. Dann man ist man zu solchen Leistungen im Stande. Allerheiligen backt heuer kleinere Brötchen, da wird man nur um den Klassenerhalt spielen. Ich glaube, dass man den aber sicher schafft. Die Zeiten, als man wie in der Ära Brauneis ganz vorne dabei war, sind jedoch vorbei."

LASK Linz - SC copacabana Kalsdorf 1:1

Reinhard Tellian: "Das war das Überraschungsspiel. Nach fünf Siegen strauchelt der LASK gegen Kalsdorf, das in der Tabelle ganz hinten liegt. Mit diesem X hat wohl niemand gerechnet. Wie Karl Daxbacher gesagt hat, hat man zwar nicht gut gespielt, aber sehr viele Chancen vernebelt. Am Ende muss man mit diesem Punkt zufrieden sein, weil normalerweise verliert man solche Spiele. Es ist wohl doch in den Köpfen der Spieler gewesen - man spielt gegen den Drittletzten, da steht nur die Höhe des Sieges in Frage. Dann trifft man auf eine Mannschaft, die kämpft, beißt, rackert und durch ein Tor zusätzlich motiviert wird. Kalsdorf hat zum Schluss wohl schon mit drei Punkten gerechnet, ein 1:1 beim LASK ist aber natürlich ein Achtungserfolg. Am Schluss ist es ein gewonnener Punkt für den LASK, es gibt so Tage. Der LASK ist für mich heuer dennoch der absolute Top-Favorit."

Christoph Gaigg

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