Spiel der Runde - Derby (?) auf Augenhöhe: Kapfenberg empfängt Leoben

altaltMit langem Schlafen wird es diesen Sonntag wohl nichts werden. Die KSV 1919 Amateure bitten bereits ab 10:30 Uhr im Spiel der Runde den DSV Leoben zum heißen Tanz. Man kann auch davon ausgehen, dass die beiden Teams die Partie alles andere als einschläfernd gestalten, immerhin ist es das erste obersteirische Derby seit 1244 Tagen. Damals trafen aber nicht die Jungfalken, sondern die Profis auf die Donawitzer und das in der Ersten Liga vor knapp über 2000 Zusehern. Außerdem ist es das erste Duell der beiden Teams überhaupt.

An die 2000 Zuschauer von damals wird man dieses Wochenende am Schirmitzbühel wohl nicht herangekommen. Brisanz hat die Partie aber trotzdem mehr als genug und von guter Stimmung darf man genauso ausgehen. Der DSV schickt sogar einen Fanbus auf die 24 Kilometer weite Reise.

Sonntagsmatinee

Doch warum spielt man eigentlich bereits um diese Uhrzeit? Auch für die Spieler ist der Termin ungewohnt. Die meisten Kicker spielten zuletzt in der Jugend am Vormittag. "Wir haben uns die Uhrzeit deswegen so ausgesucht, weil wir denken, dass wir damit vielleicht auch Familien ansprechen, die das Ganze mit einem Ausflug verbinden. Außerdem gibt es um diese Uhrzeit keine Konkurrenzveranstaltung und es ist etwas Neues", erklärt Sektionsleiter Karl Brandl.

Leoben-Trainer Gregor Pötscher schlägt ungewohnt forsche Töne an. "Für untere Ligen ist diese Uhrzeit in Ordnung. Einer Regionalligapartie ist dieser Spielbeginn aber nicht würdig." Nachdem er aber ohnehin nichts dagegen tun könne, musste er sein Team an einen anderen Rhythmus gewöhnen. "Ich habe angeordnet, dass die Burschen die ganze Woche über so schlafen geben, als ob am nächsten Tag um 10:30 Uhr ein Spiel wäre. Ich hoffe, dass sie das auch gemacht haben." Laut Pötscher müsste sich der Organismus innerhalb von sieben Tagen umgestellt haben. 

Derby und das auf Augenhöhe

Wie beim Spiel zwischen dem GAK und den Sturm Amateuren, scheiden sich auch im Match zwischen Kapfenbergs Amateuren und Leoben die Geister, ob das Spiel nun ein Derby ist oder nicht. "Natürlich ist es ein Derby. Die Nähe zueinander kann man nicht wegdiskutieren." Der DSV-Coach habe außerdem gespürt, dass schon die ganze Woche über eine besondere Stimmung herrscht. "Würden wir in Kapfenberg verlieren, würde das bestimmt tiefere Kerben hinterlassen als gegen einen anderen Verein. Da ist es komplett egal, ob es die Amateure sind oder nicht."

Pötscher spricht in jedem Fall von einem Duell auf Augenhöhe. "Das wird eine ganz enge Partie und es hat auch nichts damit zu tun, ob jemand von oben dazustößt. Wir müssen unsere Leistung abrufen und dann bringen wir die Sache auch ganz sicher positiv hinter uns."

von Martin Mandl

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