Quo vadis Regionalliga Ost?

Der erwartete Lizenzentzug des SV Mattersburg und das daraus resultierende Aus der Mattersburg Amateure in der Regionalliga Ost wirft viele Fragen auf. Besonders die Regionalliga Ost steht vor einigen prekären Fragestellungen. Das erste Fragezeichen scheint nun aber endgültig gelöst zu sein. Der Aufsteiger in die HPYBET 2. Liga in der Saison 2020/2021 heißt offiziell SK Rapid II.


Am späten Nachmittag des 13.08 verkündete das Präsidium des ÖFB den fixen Aufstieg der Amateurmannschaft des Wiener Großklubs. Dessen Emporkommen in Österreichs zweite Liga wird mit großem Enthusiasmus seitens des Clubs entgegen genommen und als optimales Sprungbrett für die durchaus zahlreich gesäten jungen Talente in Bezug auf das lückenlose Einbeziehen in die Kampfmannschaft betrachtet. Durch den Übergang vom Amateur- zum Profifußball gibt es auch auf finanzieller Ebene einen Aufschwung. Blitz Blank, Platzhirsch in Sachen Reinigungsdienstleistungen, übernimmt bis auf weiteres die offizielle Partnerschaft und das Brustsponsoring. Damit sind die Voraussetzungen für einen langen und erfolgreichen Verbleib des SK Rapid II in der zweiten Liga durchaus gegeben und man kann sich auf spannende Duelle mit, sofern Covid-19 es zulässt, hohen Zuschauerbeteiligungen freuen.

Mit dem Aufstieg des SK Rapid II, dem Rückzug des ASK Ebreichsdorf und dem erzwungenen Ende der Mattersburg Amateure spielt nun die Ligakonstellation eine entscheidende Rolle. Zurzeit würde die Regionalliga Ost mit nur 13 Mannschaften in die Saison 2020/2021 starten. Der Ruf nach potentiellen Aufsteigern und der daraus entstehenden Aufstockung auf 16 Vereine wird zunehmend lauter. Diesem wurde diese Woche Donnerstag (Anm. 13.08) aber vorerst ein Riegel vorgeschoben. Aus Bedenken der Rechtssicherheit entschied sich das Präsidium des ÖFB zu keiner Aufstockung, was der Gesamtheit des Ligabetriebs sauer aufstößt. Jene hat sich nun prompt zu einer „Allianz der 13“ zusammengeschlossen und spricht sich für einen möglichen „runden“ Tisch mit den Präsidenten der Landesverbände aus.

Der Ligastart am 21.08 schien zu diesem Zeitpunkt bei Nichteinigung in weite Ferne gerückt zu sein. Ein schnelles Handeln des Präsidiums war dadurch unumgänglich, um nicht weiteren Schaden anzurichten. Zukunftsorientierte Lösungen bei Nichtaufstockung zur Kompensation der 13er Liga, wie zum Beispiel Play-Offs, um mehr Heimspiele zu generieren, wären durchaus sinnvoll und könnten bei den Vertretern der Regionalligisten auch Anklang finden. Grundsätzlich muss man sich auch die Frage stellen, inwiefern Entschädigungszahlungen notwendig wären, da aufgrund der derzeitigen Situation viele Regionalligavereine in finanzielle Notlagen schlittern könnten.

Nun konnte man sich letzten Endes am darauffolgenden Freitag auf einen Spielplan einigen, sodass der Ligastart doch noch fristgerecht eingehalten werden kann. Insofern interessant, weil an jedem Spieltag ein Verein mehr oder weniger freiwillig „aussetzen“ muss. Ob dies zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligten in der Regionalliga Ost beiträgt, bleibt fraglich. Gespannt blicken wir auf die nächsten ereignisreichen Tage und können nur hoffen, dass diese Lösung vollends angenommen wird und der Ligabetrieb ohne weitere Schwierigkeiten vonstattengeht.

 

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