Kuchler Dominanz unbelohnt, mögliche Rückholaktion des OSK - 1. Klasse Nord droht Super-GAU

Schenkte man der Tabellensituation in der 1. Klasse Nord seinen Glauben, dann führte für die SV Kuchl 1b eigentlich kein Weg am Meistertitel vorbei. Mit einem mehr als komfortablen Sieben-Punkte-Vorsprung auf Jäger Hof erlebten die Youngsters der Kuchler den Jahrzehntwechsel auf dem Ligathron. Jedoch stellte die aktuelle Corona-Krise das bisher Geschehene völlig auf den Kopf, denn nach dem aktuellen Stand der Dinge war die Übermacht des SVK nicht mehr als brotlose Kunst. Der USK Hof, auch auf einem Aufstiegsplatz, wird wohl ebenfalls durch die Finger schauen. Jubeln dürfte indes der 1. Oberndorfer SK, der aller Voraussicht nach den frei gewordenen Platz (FC Hallein wurde in der Winterpause abgemeldet) in der 2. Landesliga Nord einnehmen wird. Skurril: Der OSK musste sich bis zuletzt gar gegen den drohenden Abstieg in die 2. Klasse wehren. Auch der ATSV Salzburg darf hoffen, der USV Scheffau kann hingegen fix für ein weiteres Spieljahr in der Siebentklassigkeit planen.

 

 

Trotz riesengroßer Überlegenheit: Kuchls 1b muss wohl zurück an den Start

In 15 Partien sind insgesamt 45 Zähler zu holen. Sage und schreibe 42 sammelte die SV Kuchl 1b im ersten Saisonabschnitt der 1. Klasse Nord. Den einzigen Umfaller leisteten sich die jungen Tennengauer im 1b-Duell mit Anif, als man auf heimischem Geviert schließlich mit 2:4 unterlag. Summa summarum stapfte der zweite Anzug des Regionalligisten mit riesengroßen Schritten dem Landesliga-Fußball entgegen. Der Abstand zum Tabellenzweiten Hof betrug nicht weniger als sieben Points - somit wurde für den möglichen Titelgewinn und Aufstieg wohl mehr als nur der Grundstein gelegt. Die momentan herrschenden Umstände haben für die Kuchler Erfolgsstory allerdings ein ganz anderes Ende vorgesehen, erklärte das ÖFB-Präsidium das Spieljahr 2019/20 am vergangenen Mittwoch für nichtig, weswegen es kein Auf- und Abstiegsszenario im herkömmlichen Sinne gibt. Die ersten Gedanken von Mario Helmlinger, dem Coach der Kuchler Kampfmannschaft, versprühten noch jede Menge Hoffnung: "Da einige höherklassige Teams (FC Hallein, Zell am See) ja ausscheiden könnten, müssten entsprechend Teams nachrücken. Dadurch könnten wir mit der 1b profitieren." Das Ergebnis der ÖFB-Videokonferenz spricht aber eine andere Sprache, soll die nächste Spielzeit in derselben Konstellation wie die Meisterschaft 2019/20 gespielt werden. Dass durch das Hallein-Aus ein Plätzchen frei wird ist kein Geheimnis, jedoch wäre dieser Platz dann für einen anderen Verein reserviert. Helmlinger stellt jedenfalls klar: "Egal in welcher Liga wir zukünftig spielen werden, wir sind bereits jetzt in diesem Bereich für die kommende Saison top aufgestellt und vorbereitet." Grundsätzlich findet der SVK-Dompteur den vorzeitigen Saisonabbruch "schade, aber absolut verständlich". "Wir hätten sowohl mit der Kampfmannschaft den Klassenerhalt, mit der 1b den Aufstieg, wie sehr wahrscheinlich auch mit der U17 und U16 den Titel in der Sparkassenliga geschafft. Auch so darf man auf den aktuellen sportlichen Stand des Vereins sehr stolz sein. Zu diesen getroffenen Entscheidungen gibt es keine Alternative. Aber wir hoffen natürlich schon, dass ein Start in die neue Saison im Sommer ermöglicht wird."

 

Bittere Pille für Hof

Mit großer Wahrscheinlichkeit wird auch der USK Hof, ähnlich wie die Kuchl-Fohlen, am Ende des Tages mit leeren Händen dastehen. Der Beigeschmack ist für die Mannen von Trainer Peter Lissy äußerst herb, stand man nach Beendigung der Herbstmeisterschaft auf einem Aufstiegsplatz. Nach dem Abstieg im Spieljahr 2016/17 und dreijähriger Ligazugehörigkeit wäre es für Hof die erhoffte Rückkehr in die Landesliga gewesen.

 

OSK vor Sprung vom Tabellenkeller der 1. Klasse in die 2. Landesliga

In der abgelaufenen Saison musste der 1. Oberndorfer SK als Landesliga-Vorletzter den bitteren Gang in die 1. Klasse antreten. Weil laut SFV-Reglement überlicherweise nur der Tabellenletzte runter muss und dem Oberndorfer Abstieg eine ungünstige Konstellation vorausging, dürfte das Team rund um Coach Josef Höller der große Nutznießer sein und statt dem abgemeldeten FC Hallein wieder zurück in die 2. Landesliga Nord rücken. Ganz schön wild, wenn man bedenkt, dass die Höller-Crew in der Abbruch-Saison mitten im Abstiegsstrudel steckte und der ganz große Fall in die letzte Spielklasse gar nicht so weit hergeholt war. Mehr dazu hier

 

Mini-Chance für den ATSV

Dass neben Oberndorf auch der ATSV Salzburg (2018/19 Dritter) die Reise in die 2. Landesliga Nord antreten könnte, müsste wohl oder übel alles zusammenpassen. Doch die Chance ist, wenn auch minimal, zumindest gegeben. Die Voraussetzungen: Zell am See verabschiedet sich aus der Salzburger Liga in die 2. Klasse Süd/West und der ASV gewinnt das dann ausstehende Relegationsspiel gegen Süd-Pendant Leogang. 

 

Durchatmen in Scheffau

Nachdem für den USV Scheffau 2018/19 noch eine Position im gesicherten Tabellenmittelfeld herausgeschaut hatte, konnte man heuer nicht mehr an die Leistungen anknüpfen. Mit mageren sechs Zählern am Konto lag die Hoang-Truppe am Ende der 1. Klasse Nord. Zwar hatte der USV noch genügend Chancen um das entstandene Feuer am Dach zu löschen, ein heißer Abstiegskampf schien aber wohl unumgänglich. Der ÖFB-Entscheid wirkte sich letztendlich positiv aus, werden die Scheffauer auch künftig in der siebenthöchsten Spielklasse mit von der Partie sein.

 

 

Wichtigste Fakten zur Abbruch-Saison 2019/20:

 

Herbstmeister und Winterkönig: SV Kuchl 1b

Top-Torjäger: Anil Güven (USV Fuschl) - 18 Tore

Höchster Sieg: SV Kuchl 1b (9:0 gegen USV Fuschl)

Meiste erzielte Tore: SV Kuchl 1b (67)

Wenigste erzielte Tore: USV Lamprechtshausen (16)

Meiste kassierte Tore: USV Scheffau (61)

Wenigste kassierte Tore: SV Kuchl 1b (13)

Fairstes Team: SV Kuchl 1b (12 Strafpunkte) 

 

 

 

Redakteur: Maximilian Winkler

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