Meistertraum ausgeträumt! Glemmtaler ziehen nach Seuchenjahr ernüchternde Bilanz

Im zweiten Saisonabschnitt der abgelaufenen Saison total eingebrochen, konnte der USC Saalbach-Hinterglemm auch in der neuen Spielzeit nicht wirklich überzeugen. Als heißer Anwärter auf den 2. Landesliga Süd-Titel gestartet, blieb den Glemmtalern nach 15 absolvierten Begegnungen nur der frustrierende, neunte Zwischenrang. 2020 soll es mit der Pinzgauer Wintersportdestination, rein sportlich gesehen, wieder bergauf gehen. Und das mit einem neuen Trainer.

 

Ein Meisterkandidat im Abstiegsstrudel

Zeitreise. Vor knapp einem Jahr feierten die Kicker des USC Saalbach-Hinterglemm den größten Erfolg ihrer Vereinsgeschichte. Mit sage und schreibe 33 Punkten holten sich die Glemmtaler nicht nur den Herbstmeistertitel, sondern setzten sich sogar noch die Winterkrone auf. Mit einem 2:0-Auswärtserfolg zum Frühjahrsauftakt in St. Johann schien sich das Märchen in der, auf 1000hm gelegenen Pinzgauer Gemeinde fortzusetzen. Doch danach folgte ein sportliches Fiasko: In den weiteren zehn Partie kamen nur noch acht Punkte auf das Konto der Saalbach-Hinterglemmer - der dritte Platz am Ende einer langen Saison so etwas wie die gute Miene zum bösen Spiel. Mit einer neu entfachten Euphorie wollte der USC in der neuen Spielzeit an die Leistungen im Herbst der Vorsaison anschließen, die Ergebnisse der Vorbereitungsspiele respektive das Cup-Aus in der Qualifikationsrunde (2:3 in Unken) gaben allerdings große Rätsel auf. Ein mehr als gelungener Ligastart, bei dem in den ersten vier Begegnungen satte zehn Punkte herausgesprungen waren, ließ in der weiteren Folge jedoch wieder das Gegenteil vermuten. "Die ersten zwei Spiele gegen St. Veit und Tenneck waren überragend, in der dritten Partie haben wir in Hüttschlag mit einer Notelf gewonnen, im Derby gegen Maishofen mussten wir uns als klar bessere Mannschaft mit einem Unentschieden begnügnen. Im Grunde lief es wirklich wie am Schnürchen", erzählt Helmut Kurej, der Sektionsleiter des USC Saalbach-Hinterglemm. Als die Glemmtaler in der fünften Runde beim Aufsteiger und gleichzeitig Tabellenführer St. Martin/T. gastierten und klar mit 1:4 unterlagen, kam es zum freien Fall. "Danach ging gar nichts mehr", seufzt Kurej. Bis zum Ende des Jahres sammelte der eigentliche Titelfavorit nur noch magere acht Zähler. Die Ursachen? "Wir hatten viel Verletzungspech, konnten so gut wie keine zwei Partien mit derselben Aufstellung spielen", erklärt Kurej. Die Bilanz des ersten Saisonabschnitts ist für den letztjährigen Herbstmeister und Winterkönig mehr als nur ernüchternd: 15 Spiele, 18 Punkte und 36 Gegentore bei 31 selbst erzielten Treffern. "Viel zu wenig und einfach nur enttäuschend, zumal unsere Ansprüche und Ziele grundsätzlich viel weiter oben angesiedelt sind", fügt Kurej hinzu. Dass die Glemmtaler im Abstiegssumpf stecken, ist gar nicht so weit hergeholt. Gewinnt nämlich Zederhaus im dritten Anlauf (die Partie wurde bereits zweimal abgesagt und verschoben) den Heimtreff mit Kaprun, dann liegen die Saalbach-Hinterglemmer lediglich vier Pünktchen vor dem letzten Platz.

 

Keeper Schneider sagt Adieu

Im Spielersektor wird sich bei den Saalbach-Hinterglemmern in der Winterpause voraussichtlich nicht viel tun. Als bis dato einzige Transferaktivität steht Goalie Marco Schneider fest, der sich künftig wieder seinem Ex-Klub SK Maishofen anschließen wird. "Ich möchte mich beim Verein für das Vertrauen und die tolle Zeit bedanken. Ich habe mich enorm weiterentwickelt", zeigt sich Schneider erkenntlich.

 

Trainerwechsel soll Talfahrt in Bergfahrt umwandeln

Kurios: Inmitten der sportlichen Krise zog auch noch Trainer Josef Kendler aus privaten Gründen von dannen. "Sepp hat sehr viel für unseren Verein getan, dafür sind wir logischerweise sehr dankbar. Wir respektieren und akzeptieren seine Entscheidung. Aber wenn du in einer Phase, wo es sportlich überhaupt nicht läuft, plötzlich ohne Trainer dastehst, ist es natürlich alles andere als optimal", verrät Kurej. Dass Thomas Keil in den letzten Spielen als Spielertrainer fungierte, war eine rein interimistische Notlösung. Nachdem der Tabellenneunte akribisch nach einem neuen Trainer gesucht hatte, konnte nur wenige Tage nach dem Ende der Herbstsaison schließlich der neue Dompteur präsentiert werden. Ab sofort hat Stoyan Uzunov, der ehemalige Trainer von Ligakontrahent Neukirchen, das Sagen. "Seine äußerst professionelle Herangehensweise wird uns mit Sicherheit guttun", ist sich Kurej sicher. Nun gilt es im Glemmtal, die offenen Wunden zu heilen, damit im neuen Jahr 2020 wieder ein höherer Gang eingelegt werden kann. "Die Spieler sollen sich regenerieren und ihre Akkus aufladen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir im Frühjahr wieder ein anderes Gesicht zeigen werden", versprüht Kurej viel positive Energie. Der Trainingsauftakt erfolgt vermutlich Mitte Jänner. Neben Lauf-, Kraft- und Halleneinheiten wird auch einmal pro Woche am Kunstrasen in Saalfelden trainiert.

 

 

 

Redakteur: Maximilian Winkler

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