Sprungbrett für 1. Landesliga in Bearbeitung - SC Leogang steht möglicherweise Aufstiegsmatch ins Haus

Das Werkl des Vorjahresvizemeisters SC Leogang kam in der Abbruch-Saison 2019/20 nicht wirklich in Fahrt. Nach 15 gespielten Runden lag die Truppe von Übungsleiter Hans-Peter Mair auf dem enttäuschenden elften Tabellenplatz der 2. Landesliga Süd, nur vier Zähler vor Schlusslicht Zederhaus. Doch nun könnte es sein, dass sich für die Pinzgauer eine Tür öffnet, die in der jüngsten Vergangenheit wie vernagelt schien. Sollte sich Salzburgligist Zell in die 2. Klasse Süd/West verabschieden, dann käme es aller Voraussicht nach zu einem Relegationsspiel der beiden 2. Landesliga-Zweitplatzierten der abgelaufenen Spielzeit 2018/19 um den Aufstieg in die 1. Landesliga.

 

Nach dem Vizemeistertitel 2018/19 gab's beim SC Leogang viel Grund zum Jubeln - bald wieder?

Quelle: Facebook-Seite SC Leogang Fußball

 

Wertlose Stilllegung der Saison als "logische Konsequenz" 

Wir drehen die Uhr zurück. Vor haargenau einem Jahr erwischte man den SC Leogang in Topform. In der Winterpause der Saison 2018/19 noch Sechster gewesen und im Tabellenmittelfeld platziert, feuerte die Mair-Crew im Frühjahr gehörig ab, raste am Ende des Tages noch auf Rang zwei und kürte sich somit zum Vizemeister der 2. Landesliga Süd. Der Gedanke an eine Rückkehr in die 1. Landesliga war dennoch utopisch, fehlten den Leogangern auf Champion Piesendorf nicht weniger als 18 (!) Zähler. An diese sensationelle Leistung konnte der Pinzgauer Verein in der Folgesaison jedoch nicht anknüpfen. Anstelle der gewünschten Platzierung im oberen Tabellendrittel hieß es für den SCL: Fight um den Ligaverbleib. Mit 15 gesammelten Points lag man nur vier vor dem Letzten Zederhaus, der sogar noch eine Partie weniger auf dem Konto hatte. Doch Abstiegskampf hin, Abstiegskampf her - der ÖFB entschied in einer Videokonferenz auf Saisonabbruch und Unwirksamkeit des bis dato Erbrachten. "Dass die Herbstsaison 2019 annulliert wird, war für mich die logische Konsequenz aus der derzeitigen Situation", lässt Leogang-Obmann Johann Obwaller wissen. "Obwohl es für den Großteil der Mannschaften so in Ordnung geht, ist es auch klar, dass es einerseits Mannschaften gibt, die mit dieser Entscheidung 'sehr gut leben können' (Tabellenletzte, Abstiegskandidaten, etc.) und dass es andererseits Mannschaften gibt, die mit dieser Entscheidung hadern (Tabellenführer, Aufstiegskandidaten, etc.)."

 

Obwaller: "Haben uns zweiten Platz hart erarbeitet" 

In den vergangenen Tagen wurden die Leoganger schließlich von einer für sie, äußerst positiven Eilmeldung regelrecht überrumpelt. Wagt der FC Zell am See den Rückzug aus der Salzburger Liga in die 2. Klasse Süd/West und wird tatsächlich das Ergebnis der Saison 2018/19 für die weitere Wertung herangezogen, dann müsste im Zuge eines Nachrückungsverfahren ein Relegationsspiel zwischen den beiden 2. Landesliga-Vizemeister (Nord und Süd) der Vorsaison ein her, in dem der Aufsteiger in die 1. Landesliga ermittelt wird. "Dass wir auf einmal Anwärter auf die 1. Landesliga werden, kam für uns natürlich überraschend. Die fulminante Frühjahrssaison 2019 mit dem Erreichen des zweiten Tabellen-Endranges in der 2. Landesliga Süd könnte sich eventuell noch rückwirkend bezahlt machen." Dass diese Entscheidung für den FC St. Martin/T., dem Tabellenführer der Abbruch-Saison bitter wäre, ist für Obwaller "nachvollziehbar und verständlich". Nichtsdestotrotz kann er sämtliche Meinungen, die diese Entscheidung als 'dumm' sehen, nicht wirklich teilen. "Immerhin haben wir uns im Vorjahr den zweiten Platz hart erarbeitet und der Verband kann sich nur an eindeutige Regeln halten. Aus einer abgebrochenen Saison einen Aufsteiger zu küren, ist natürlich nicht regelkonform und damit auch nicht machbar." Eines ist gewiss, sollte es wirklich zum Aufstiegsmatch zwischen Leogang und dem ASV Salzburg ('18/19-Vizemeister der 2. Landesliga Nord) kommen, dann wären die Pinzgauer bereit: "Wir würden die Herausforderung annehmen und unser Bestes geben. Ich bin mir sicher, dass wir, obwohl wir im Herbst 2019 eine schwache Halbsaison gespielt haben, in der 1. Landesliga eine ligataugliche Mannschaft stellen könnten. Die Mannschaft bleibt zusammen, die Langzeitverletzten sind zurück und der eine oder andere Neuzugang wird den SC Leogang verstärken", ist Obwaller frohen Mutes. Bei der möglichen Relegation hakt der Leoganger Obmann aber noch einmal ein und vermittelt seine Zweifel: "Wann sollte man das machen? Würden eventuell beide Mannschaften aufsteigen und die 1. Landesliga künftig mit 15 Mannschaften gespielt?" Offene Fragen bleiben, die der Salzburger Fußballverband nach dem Zell-Entscheid Schritt für Schritt beantworten wird.

 

Hoffen auf baldige Normalität 

Egal ob der SC Leogang künftig in der 1. Landesliga oder 2. Landesliga Süd kickt, eine Sache liegt Obwaller am Herzen: "Hoffentlich können wir schnellstmöglich wieder unserem Lieblingshobby, dem Fußballspielen, in halbwegs normaler Form nachgehen (im Training und im Spiel). Und mit 'wir' meine ich alle Mannschaften. Nicht nur die Kampfmannschaften (Herren und Damen), sondern natürlich auch alle Nachwuchsmannschaften. Die Kinder müssen so schnell wie möglich zurück auf den Platz."

 

 

 

Redakteur: Maximilian Winkler

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