Lernjahr "Null-Saison" - USC Neukirchen und das Drehen an den Stellschrauben

Es gab einige Fußballkenner, die zwar nicht ihren Allerwertesten verwettet hätten, aber den USC Neukirchen zumindest auf der Liste der potenziellen Titelanwärter stehen hatten. So richtig auf Touren wollte der Motor der Oberpinzgauer im Herbst 2020 jedoch nicht kommen. Die zweite "Null-Saison" hintereinander bewertet Coach Michael Laner als "großen Lernprozess". In der kommenden Spielzeit will man wieder eine bessere Figur abgeben. Während zwei Kicker ihr Karriereende verkündeten und sich einer für einen Wechsel in den Tennengau entschieden hat, konnte sich der USC die Dienste eines echten "Leadertyps" sichern.

 

Gerhard Stotters (li.) aktive Zeit ist vorbei.

Fotocredit: Fussball-Impressionen vom Salzburger Unterhaus

 

Verkorkstes 2020er-Jahr

Für die Neukirchener avancierte der vergangene Herbst zu einer eher zähen Angelegenheit. Bei den insgesamt elf Matches sprangen ebenso viele Punkte heraus. Zu wenig für eine Mannschaft, die in der Sechstklassigkeit eigentlich hoch im Kurs steht. Obwohl 2020/21 alles andere als nach Wunsch gelaufen ist, nimmt Laner auch einige positive Dinge mit: "Diese Saison war für uns ein großer Lernprozess. Meiner Meinung nach sind wir ganz oft unter Wert geschlagen worden, sind nach einer Partie in der Kabine gesessen und haben uns gewundert, dass es nicht für einen Sieg gereicht hat. Die Spiele an sich waren okay. Leidergottes waren unsere Chancenverwertung mangelhaft und die Gegentore zu billig." Der Meisterschaftsabbruch generell war für den USC-Trainer kein Beinbruch. "Wir hatten weder mit Auf- noch Abstieg etwas zu tun. Aber klar, für gewisse Vereine ist es eine Katastrophe. Ich denke aber, dass im Großen und Ganzen viele Köpfe zusammengesteckt wurden und es für die Mehrheit dann doch die fairste Lösung war."

 

Streben nach Kompaktheit und Geduld

Das alles liegt nun in der Vergangenheit. Nun konzentriert sich Neukirchen aufs Spieljahr 2021/22, das unmittelbar vor der Tür steht. Eine konkrete tabellarische Wunschposition gibt es im Lager der Oberpinzgauer nicht. "Da schau' ich eher von Spiel zu Spiel", erklärt Laner, der sich natürlich nach dem Maximum sehnt: "Logisch wollen wir möglichst viele Spiele gewinnen. Mitnehmen tun wir ja alles." Um die nächste Spielzeit erfolgreicher als die "Null-Saison" 2020/21 zu gestalten, wird in der aktuellen Vorbereitungsphase an den nötigen Stellschrauben gedreht. Laner klärt auf: "Wir müssen kompakter und vor allem geduldiger auftreten. Wenn wir in der 90. das 1:0 machen und dann gewinnen, reicht es ja auch." Drei Spieler wird man bei den Neukirchenern in der nahen Zukunft nicht mehr sehen. Gerhard Stotter und Christoph Brugger gaben ihr Karriereende bekannt, Matthias Dreier schnürt sich ab sofort für den 2. Landesliga Nord-Verein St. Koloman seine Fußballschuhe. Neu ist dafür Stefan Buchner (Piesendorf), der privat nach Neukirchen gezogen ist. "Ein echter Leadertyp", strahlt Laner.

 

Fürth und Karlsruhe kommen

Rund um den Verein gibt's ebenfalls einige neue Dinge zu berichten. "Der Vorstand ackert wie wild", sagt Laner. So konnte ein Trainingslager der deutschen 2. Bundesliga-Klubs Fürth und Karlsruhe eingefädelt und schlussendlich auch fixiert werden. Zudem wurden die Sportplätze in einen noch besseren Zustand gebracht. "Für einen kleinen Dorfverein, wie wir es sind, ist das natürlich eine super Sache."

 

Mittersill oder Mühlbach: USC erwartet Oberpinzgau-Cupduell

Apropos super Sache: Die wird's für die Laner-Buben in Bälde auch sportlich geben. Denn zum Pflichtspielauftakt bekommen es die Oberpinzgauer im Landescup entweder mit Mittersill oder Mühlbach/Pzg. zu tun. "Es wird spannend. Mittersill schätze ich heuer stark ein, der Favorit ist aber Mühlbach", so Laner, der gestern mit seiner Crew das erste Testspiel bestritten hat. Mit Erfolg, wurde Stuhlfelden erwartungsgemäß mit 3:1 besiegt. Einziger Negativhöhepunkt: Goalgetter Bliznakov flog mit glatt Rot vom Platz.