Die elf Salzburger Winterkönige

Die Herbstmeisterschaft wurde früher als geplant beendet. Weil noch vor dem zweiten Lockdown ein Veranstaltungsverbot das Austragen der Fußballspiele verhinderte, musste im Bundesland Salzburg bereits Mitte Oktober die Reißleine gezogen werden. Nichtsdestotrotz gibt es elf stolze Teams, die sich in ihrer Liga die Winterkrone aufsetzten. Kuchl, der Regionalliga-Primus, darf sich darüber hinaus auch Herbstmeister nennen.

 

 

Ein Märchen in Rot und Weiß: Kuchl jubelt über den Herbstmeistertitel und die Winterkrone in der Regionalliga Salzburg.

Fotocredit: FMT-Pictures/T.A.

  

Regionalliga Salzburg

Winterkönig: SV Kuchl 

In der letzten Saison noch Abstiegskandidat, heuer Ligaprimus. Neun Siege und ein Unentschieden bescherten den Tennengauern die Spitzenposition und somit den ersten von zwei verfügbaren Aufstiegsplätzen in die Westliga. Kurios: Kuchls zwei Saisonniederlagen gab's jeweils gegen ein Tabellenschlusslicht. In Runde fünf unterlag man Wals-Grünau mit 1:2, eine Woche später setzte es in Grödig eine unangenehme 2:3-Pleite. Weil, bis auf das Duell zwischen Grödig und dem SAK, die Hinrunde komplettiert wurde, kürte sich der SVK zwischenzeitlich zum Herbstmeister - dem einzigen im gesamten Salzburger Unterhaus.

 

Salzburger Liga

Winterkönig: USC Eugendorf 

Wie schon in der "Null-Saison" stehen die Eugendorfer auch in der aktuellen Spielzeit nach der Herbstmeisterschaft auf der Eins. Zwischen dem einzigen noch ungeschlagenen Team der Salzburger Liga und dem ersten Verfolger Bürmoos liegen luxoriöse fünf Points. Zudem stellen die Grün-Weißen den bis dato treffsichersten Liga-Goalgetter. Knipser Christof Kopleder drückte in neun Begegnungen nicht weniger als 13 Mal ab.

 

1. Landesliga

Winterkönig: USV Plainfeld 

Als Aufsteiger erreichten die Plainfelder im vergangenen Spieljahr Zwischenposition zwei. Eintagsfliege? Denkste! Der USV setzte noch einen drauf und sitzt mit zehn vollen Erfolgen aus elf Partien vollkommen verdient auf der Leaderposition. Überzeugt wurde dabei auf ganzer Linie: Die meisten Tore erzielt, die wenigsten Gegentreffer erhalten und mit Asanovic/Hinterberger ein Duo, das die Schützenliste anführt. Den einzigen Punktverlust der Pocev-Überflieger hagelte es ausgerechnet gegen Abstiegskandidat Tamsweg (2:2).

 

2. Landesliga Nord

Winterkönig: ATSV Salzburg 

Sind die Städter in die 2. Landesliga Nord aufgestiegen, um gar in die 1. Landesliga durchzumarschieren? Scheint so, wenn man in der Sechstklassigkeit mit nördlicher Ausrichtung auf den Tabellenstand blickt. Freilich könnte Faistenau (zwei Spiele weniger) oder St. Koloman (eine Partie weniger) den Punkteabstand zum ATSV noch verringern, doch Stand jetzt haben die Pavlovic-Buben satte sieben Zähler Luft auf den Tabellenzweiten. Bemerkenswert: In sieben der zehn Matches blieb man ohne Gegentor.

 

2. Landesliga Süd

Winterkönig: USC Saalbach-Hinterglemm 

Im Glemmtal wird indes über die beste Herbst-Performance seit sechs Jahren gejubelt. Gleichzeitig wiederholt sich für den USC eine Geschichte aus der Saison 2018/19. Damals überwinterten die Saalbach-Hinterglemmer drei Points vor Piesendorf, um am Ende doch um 19 Punkte das Nachsehen zu haben. Dieses Mal ist man mit dem gleichen Vorsprung vor Nachbar Maishofen. Schlechtes Omen? Oder gelingt den Uzunov-Boys der ganz große Wurf?

 

1. Klasse Nord

Winterkönig: 1. Oberalmer SV 

Nein, in der 1. Klasse Nord ist es kein sogenannter üblicher Verdächtiger, der die Marschroute vorgibt. Mit den Oberalmern führt nämlich ein Team die Liga an, das seit dem '16/17-Aufstieg aus der 2. Klasse stets in der unteren Tabellenhälfte zu finden war. Zwar könnte Koppl (zwei Matches weniger) noch an den Tennengauern vorbeiziehen, trotzdem ist die Mutation der Grün-Weißen mehr als beachtlich. Ein Garant für das sportliche Hoch ist zweifellos Andreas Perlak. Der Top-Torjäger des OSV traf bis dato ganze 13 Mal ins Schwarze. 

 

1. Klasse Süd

Winterkönig: SK Lenzing 

Im Süden spitzt sich alles auf einen Zweikampf zwischen Lenzing und Bruck zu. Ähnliches ging bereits eine Etage unterhalb in der Spielzeit 2017/18 vonstatten. Damals konnten die Lenzinger die Führungsposition auch im Frühjahr behaupten und stiegen in die Siebentklassigkeit auf. Aktuell hat die Truppe von Übungsleiter Markus Brunner um einen Point die Nase vorne. Dubios: Das direkte Duell zwischen den beiden Spitzenteams konnte der Verfolger klar mit 5:0 für sich entscheiden. Die Revanche auf Lenzinger Geläuf steht am 13. Mai am Programm.

 

2. Klasse Nord A

Winterkönig: ASV Taxham 

Mit dem derzeitigen Unterhausbomber Nemaja Krstic (20 Saisontore) in den Reihen, lachen die Taxhamer vom Thron der 2. Klasse Nord A. In einer sehr ausgeglichenen Spielklasse wird das aktuelle Tabellenbild jedoch von einigen noch ausstehenden Nachtragspartien verzerrt. Dennoch war es für den ASV der erfolgreichste erste Saisonabschnitt seit Langem, genauer gesagt seit dem Aufstiegsjahr 2015/16. Und das, obwohl der Saisonstart denkbar ungünstig verlaufen war: In Runde eins wurde man zuhause von der Bürmooser 1b mit 1:3 entzaubert.

 

2. Klasse Nord B

Winterkönig: UFC Bad Vigaun 

Sieben Spiele, davon fünf Siege und zwei Punkteteilungen - so lautet die tolle Bilanz der Lugmayr-Crew. Während man in der Fremde keinen einzigen Punkt abgegeben hatte, schlichen sich auf heimischem Untergrund zwei Remis ein: Das Spiel gegen Adnet 1b endete 0:0, just gegen Schlusslicht Elsbethen wurde ein 0:2-Rückstand in Unterzahl gerade noch in ein 2:2 verwandelt. Schließt der im Jahre 2003 gegründete Tennengauer Klub im Frühjahr nahtlos an die Herbstleistungen an, könnte der größte sportliche Erfolg der noch jungen Vereingeschichte eingestellt werden. Bislang stehen den Vigaunern drei 2. Klasse-Vizemeistertitel zu Buche.

 

2. Klasse Süd

Winterkönig: SV Mühlbach/Hkg. 

In der jüngsten Vergangenheit waren die Mühlbacher zwar tabellarisch stets gut dabei, aber zahlenmäßig ein ordentliches Stück vom Höhengang in die 1. Klasse entfernt. Im bisherigen Saisonverlauf wollte es der SVM wissen, blieb in den neun ausgetragenen Matches ungeschlagen und fuhr insgesamt sieben volle Erfolge ein. Stand jetzt stehen die Zeichen auf Aufstieg. Nach 20-jähriger Abstinenz wäre es die lang ersehnte Rückkehr in die Siebentklassigkeit.

 

2. Klasse Süd/West

Winterkönig: SV Lend 

Die meisten Unterhauskenner hatten es schon im Vorhinein prognostiziert, dass der Meistertitel über Lend oder Zell führen wird. So kam es auch: Quasi im Gleichschritt zogen die beiden Spitzenteams dem Rest der Liga auf und davon. Fakt ist, die Lender werden als Tabellenführer ins Jahr 2021 starten, allerdings haben die Zeller noch ein Nachtragsspiel in petto. Eindrucksvoll: Das Gipfeltreffen gewann der SVL vor heimischem Publikum mit 6:2. Die einzige Saisonniederlage gab's in Runde eins, als das Derby gegen Dienten mit 0:2 verloren ging.

 

 

 

Redakteur: Maximilian Winkler

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