Rückblick Herbst 2010: Teil 11: SV MM Karton Frohnleiten

frohnleiten.jpgDer SV MM Karton Frohnleiten kann mit der Hinrunde in der steirischen Landesliga sehr zufrieden sein. Die Mannschaft von Trainer Ewald Ratschnig liegt auf dem hervorragenden Platz sechs der Tabelle und hat schon einen beruhigenden Polster auf die Abstiegsplätze. Nach einem durchwachsenen Saisonstart fand sich Frohnleiten immer besser in der Landesliga zurecht und war vor allem in der zweiten Hälfte der Hinrunde bärenstark. Wie zufrieden Coach Ratschnig mit den Leistungen in den vergangenen 15 Runden ist und mit wie vielen Punkte seiner Meinung nach der Klassenerhalt fix ist, erklärt er im Saisonrückblick auf steirerliga.at

steirerliga.at: Herr Ratschnig, als Aufsteiger überwintern Sie mit ihrem Team auf Platz sechs der Sparkassen Landesliga. Wie fällt Ihre Bilanz für die Hinrunde aus?

Ewald Ratschnig: „Das ist für uns natürlich sensationell, zumal wir vor der Saison zwei Spieler abgeben mussten. Mit diesem Tabellenplatz kann man in Frohnleiten mehr als zufrieden sein.“

steirerliga.at: Nach einem etwas durchwachsenen Saisonstart mit drei Niederlagen aus den ersten vier Spielen hat sich ihre Mannschaft gefangen und blieb die letzten sieben Spiele der Hinrunde ungeschlagen. War das die Anlaufzeit, die man braucht, um sich in einer höheren Liga zurechtzufinden?

Ewald Ratschnig: „Sicherlich hatten wir etwas Anpassungsschwierigkeiten. Für uns ist es das erste Jahr in der Landesliga. Wobei man eigentlich sagt, im ersten Jahr geht’s meist am besten, da man noch mit dem Selbstvertrauen vom Aufstieg in die Saison geht. Außerdem haben wir einige Spieler, die bereits Erfahrung in der Landesliga, der Regionalliga und sogar der Ersten Liga hatten. Das eigentliche Problem waren aber nicht die Anpassungsschwierigkeiten, sondern unsere Auswärtsschwäche. Die Heimpartien haben wir ja gewonnen, aber auswärts hatten wir oft zu viel Angst.

steirerliga.at: Was hat ihre Mannschaft in der Hinrunde ausgezeichnet?

Ewald Ratschnig: „Zwei Dinge: Unser Offensivfußball und die Kameradschaft. Ich denke, jeder bei uns hat eine gesunde Einstellung, ich will da keine einzelnen Spieler herausnehmen. Wir sind ein Kollektiv, wo jeder für jeden arbeitet. Das Klima innerhalb der Mannschaft ist sehr gut, was natürlich auch stark zum Erfolg beiträgt.“

steirerliga.at: Wie hat sich Ihre Mannschaft im Laufe des Herbstes entwickelt?

Ewald Ratschnig: „Wie gesagt, wir hatten zu Beginn bei den Auswärtspartien Probleme. Heimspiele waren kein Problem. Unser Ziel ist der Klassenerhalt. Der sechste Platz und 22 Punkte sind eine tolle Momentaufnahme, es soll aber niemand glauben, dass wir mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben. Mit zwei, drei schlechten Ergebnissen gegen direkte Mitkonkurrenten zu Beginn der Frühjahrssaison steckt man schnell wieder unten drin, das wollen wir vermeiden. Man darf sich da nicht blenden lassen, einen gesicherten Platz haben wir noch nicht.“

steirerliga.at: Wird es im Winter Veränderungen bei der Kaderzusammensetzung geben? Wird man auf dem Transfermarkt aktiv werden?

Ewald Ratschnig: „Michael Rieger ist weg. Er hat zwar nur ein Mal von Anfang an gespielt, trotzdem müssen wir ihn ersetzen. Mein Kader ist relativ dünn, wenn dann Verletzungen und Gelbsperren dazukommen kann es sehr schnell eng werden. Die eine oder andere Verstärkung wird wohl kommen.“

steirerliga.at: Was ist nach der – sehr erfolgreichen – Hinrunde die Zielsetzung für das Frühjahr?

Ewald Ratschnig: „Das große Ziel lautet 40 Punkte. Dann hätten wir mit dem Abstieg nichts zu tun. Man weiß nie, was in der Regionalliga passiert und wie viele dann tatsächlich absteigen müssen. Aber mit 40 Punkten wären wir auf der sicheren Seite und das ist unser großes Ziel. In der Winterpause werden wir ein Trainingslager in Novigrad absolvieren. Die Hälfte zahlt der Verein, den Rest die Spieler selbst. Hoffentlich können wir die Vorbereitung ohne Verletzungen optimal durchziehen. Dann bin ich auch sehr optimistisch, dass wir unsere Ziele im Frühjahr erreichen werden.“ 

Das Resümee von steirerliga.at-Experten Edi Tschaußnig:

"Wieder einmal hat ein Oberliga Mitte-West-Meister die Nase unter den Aufsteigern vorn. Die Ratschnig-Elf hat sich sukzessive in die Meisterschaft gespielt und ein gutes Finish gezeigt. Gerade in den letzten Runden wurde viel Boden gut gemacht. Auch wenn man den einen oder anderen Punkt unnotwendigerweise verloren hat, kann man in Frohnleiten insgesamt mit der bisherigen Meisterschaft zufrieden sein. Neue und gute Spieler haben die Mannschaft bereichert und aufgrund der bisher gezeigten Leistungen darf man in der Endabrechnung durchaus mit einem Platz im vorderen Drittel spekulieren."

 

Die Bilanz nach 15 Runden der steirischen Landesliga:

Tabellenrang: 6
Punkte: 22
Erzielte Treffer: 20
Erhaltene Tore: 15
Tordifferenz: +5
Höchster Sieg: 5:1 (gegen Pöllau)
Höchste Niederlage: 0:2 (gegen Gleisdorf und Pachern) 
Torreichstes Spiel: 5:1-Sieg gegen Pöllau
Heimbilanz: 5 Siege, 2 Remis, 1 Niederlage
Auswärtsbilanz: 1 Sieg, 2 Remis, 4 Niederlagen 
Fairplaywertung: 5. Platz (34 Punkte)
Bester Torschütze: Harald Feichter (9 Treffer)
Kartenspieler: Christoph Ratschnig (5 Gelbe Karten)
Zuschauerschnitt (Heim): 262

von Andreas Brandt 

 

 

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