Das war's: Ostermann ist weg

weiz.jpgPaukenschlag beim SC Weiz: Die Oststeirer trennten sich mit sofortiger Wirkung von Trainer Werner Ostermann. Der Vorstand zog damit die Konsequenz aus dem katastrophalen Herbst in der Regionalliga Mitte, der letztlich auf dem vorletzten Tabellenplatz endete. Mit dem Abschied Ostermanns geht eine Zeit eines gewaltigen Umbruchs bzw. Generationenwechsels in der Mannschaft zu Ende: Bis auf Kapitän Gerald Hack wurden alle Routiniers durch junge Spieler ersetzt. Nicht selten führte das liebe Geld zu den Trennungen. Tatsache ist jedenfalls, Werner Ostermanns Zeit als Trainer in Weiz ist definitv zu Ende. Laut Sektionsleiter Philipp Hofer waren die schlechten Ergebnisse aber nicht der Hauptgrund für den Rauswurf. 

"Wir kamen zum Entschluss, dass Werner die Spieler einfach nicht mehr erreicht und dass es daher besser sei, einen neuen Mann mit der Aufgabe, den Klassenerhalt zu schaffen, zu betrauen. Wir wünschen ihm aber sowohl sportlich als auch privat alles Gute und bedanken uns für das, was er in Weiz bewegt hat", betont Hofer. 

Mit zwei Unterbrechungen war Ostermann 22 Jahre lang zuerst als Spieler und dann als Trainer beim SC Weiz aktiv. Vor zwei Jahren führte er die Mannschaft vom letzten Tabellenplatz im Herbst auf Rang elf und erhielt zusammen mit seiner Elf dafür sehr viel Bewunderung. Der 39-Jährige ist daher natürlich enttäuscht und versteht die Trennung nur bedingt: "Ich denke, es war kein Spiel dabei, in dem ich die Mannschaft nicht motivieren konnte. Dagegen verwehre ich mich also. Natürlich ist der Herbst nicht gut gelaufen, doch als ich vor zwei Jahren den Posten übernommen habe, sprachen alle von Kontinuität. Anscheinend hat sich der Verein jetzt anders entschieden."

Das Weiz-Urgestein ärgert sich vor allem über die Zielsetzungen, die die Vereinsspitze immer wieder ausgegeben hatte. "Wir haben jedes Jahr die besten Spieler abgegeben und dafür junge ambitionierte Spieler geholt. Daraus eine Mannschaft zu formen, braucht trotzdem Zeit. Schade, dass ich sie jetzt nicht mehr bekommen hab'. Leider treffen im Vorstand vereinzelt Leute Entscheidungen, die von Fußball wenig bis gar nichts verstehen."

Im Weizer Lager ist man indes schon fleißig am Ausmachen eines Nachfolgers. "Wir erstellen in den nächsten Tagen ein beidseitiges Anforderungsprofil, um so schnell als möglich zusammen mit dem neuen Mann am Kader für die Rückrunde feilen zu können", sagt Hofer. Entgegen Gerüchten gab es bis dato mit keinem Coach Kontakt. "Der neue Trainer muss nicht nur von der Person her zum Verein passen, sondern auch vom finanziellen Standpunkt her."

von Martin Mandl

 

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