Fürstenfeld-Coach Stocker im Interview: "Vollstes Vertrauen in die Mannschaft!"

Der SC Fürstenfeld beendete die Hinrunde in der Landesliga auf dem achten Tabellenplatz. 22 Punkte stehen zu Buche. Ob man damit zufrieden ist? LIGAPORTAL sprach an dieser Stelle mit dem Trainer der Fürstenfelder, mit Sascha Stocker. Fürstenfeld konnte sieben Spielen gewinnen, spielte einmal Remis und verlor sieben Spiele. Ein Problem der Mannschaft war im Herbst wohl die Anzahl der Gegentore - 30 Tore  kassierte man. Nur die letzten drei der Tabelle haben noch mehr Gegentore kassiert.

 

stocker sascha purgstaller

LIGAPORTAL: Wie sind Sie mit der Hinrunde zufrieden?

Sascha Stocker: "Wir hatten in der kurzen Sommertransferperiode 13 Veränderungen und haben vor allem in der Offensive mit Domagoj Beslic und Michael Goger zwei sehr wichtige Leistungsträger abgegeben. Der Gesamtkader ist deutlich jünger als in der Vorsaison und es hat eine Zeit lang gedauert, bis die Spielidee zu greifen begann. Nach dem Fehlstart mit zwei Niederlagen haben wir uns nicht aus der Fassung bringen lassen, die Mannschaft hat eine starke Reaktion gezeigt und am Ende wurden es 22 Punkte im Herbst. Wir sind mit dieser Performance - unter Berücksichtigung des aktuellen Umbruchs - voll im Plan und haben uns eine solide Ausgangsbasis für die Rückrunde geschaffen. Nichtsdestotrotz haben wir noch Luft nach oben und müssen uns in gewissen Phasen, vor allem im Übergangsspiel und im Spiel gegen den Ball, noch deutlich steigern."

LIGAPORTAL: Was waren die Höhepunkte im Herbst?

Sascha Stocker: "In Erinnerung geblieben sind vor allem die emotinalen Derbysiege gegen Fehring und Ilz sowie der 4:3-Erfolg gegen den USV Mettersdorf. Diese drei Siege waren für den Verein etwas ganz besondere."

LIGAPORTAL: Wie verläuft die Winterpause im Verein?

Sascha Stocker: "Aktuell bekommen die Spieler alle 2 Wochen ein neues Heimprogramm, ausgearbeitet von den Co-Trainern Robert Antoni und Andreas Wilfling. Wir starten dann am 9. Jänner in die Vorbereitung. Aus Vereinssicht wird aktuell der Kader etwas optimiert. Wir haben einen Gesamtkader für beide Kampfmannschaften und da gibt es immer etwas zu tun. Ziel ist es, sowohl in der Qualität als auch in der Breite noch etwas nachzujustieren, um für die Rückrunde gerüstet zu sein. Der Hauptfokus bleibt dabei auf jungen und/oder regionalen Spielern."

LIGAPORTAL: Hat sich das Saisonziel durch die Hinrunde verändert?

Sascha Stocker: "Unser vorrangiges Saisonziel war die erfolgreiche Meisterung eines großen Umbruchs sowie die ständige Weiterentwicklung unserer Spieler. Durch die Hinrunde können wir uns selbst und die Kräfteverhältnisse der Landesliga nun etwas besser einordnen. Unser Minimalziel ist ein einstelliger Tabellenplatz, bei optimalem Verlauf können wir's meiner Meinung nach aber auch in die Top-Fünf der Liga schaffen - das wird unser ehrgeiziges Ziel für die Rückrunde sein."

LIGAPORTAL: Muss sich Fürstenfeld noch mit dem Abstieg auseinandersetzen?

Sascha Stocker: "Die Ausgangslage ist aufgrund der Situation in der zweiten Liga und Regionalliga Mitte so brutal wie lange nicht mehr. Aktuell haben wir fünf Punkte Vorsprung auf den Worst Case und es wäre naiv zu behaupten, dass wir das Thema komplett abgehakt haben. Ich habe jedoch vollstes Vertrauen in meine Mannschaft und mein Trainerteam, daher orientiere ich mich nach vorne. Wir möchten die 22 Punkte vom Herbst übertreffen und wenn wir dieses Ziel erreichen, brauchen wir uns mit diesem Thema definitiv nicht auseinandersetzen."

LIGAPORTAL: In wie weit sind an der Tabellenspitze schon Entscheidungen gefallen?

Sascha Stocker: "Entscheidung ist noch keine gefallen. Ich gehe aber davon aus, dass sich Voitsberg durchsetzen wird. Sie sind meiner Meinung nach die beste Mannschaft und haben mit David Preiß auch den perfekten Trainer für das Aufstiegsrennen."

LIGAPORTAL: Verfolgen bzw. haben Sie die Weltmeisterschaft verfolgt? Wie fällt die Analyse aus?

Sascha Stocker: "Ja, ich habe den Großteil der WM gesehen. Ich finde vor allem das Defensivverhalten sehr spannend. Dabei sehe ich einen klaren Trend zum tiefen Verteidigen in den drei zentralen Spuren. Die Flügelspur wird bewusst vernachlässigt und man verlässt sich auf eine solide Boxverteidigung. Zudem nehmen die Mannschaften im Ballbesitzspiel wenig Risiko, greifen mit weniger Spielern an und fokussieren sich stark auf eine solide Restverteidigung. Das waren für mich ein paar Auffälligkeiten, die mir spontan einfallen."