Torreiches Derby: Der DSV Leoben gewinnt den offenen Schlagabtausch gegen den SC Bruck/Mur

DSV Leoben
SC Bruck/Mur

Am Samstag durften sich die Besucher in der Landesliga auf das Aufeinandertreffen der beiden Teams DSV Leoben und SC Stadtwerke Bruck/Mur freuen. Bei dieser Begegnung kreuzten zwei Teams die Klingen, die beide in der bisherigen Saison hinter ihren Erwartungen geblieben sind. Die Gastgeber wollten diese verkorkste Herbstsaison mit einem Dreipunkter in dieser Partie etwas aufpolieren. Aber auch die Gäste aus Bruck setzten alles daran um das Spiel zu gewinnen. Die Vielzahl an Chancen konnte von Bruck nicht genützt werden uns so setzte sich in einem von Spannung geprägten Spiel am Ende der DSV mit 4:2 durch. Schiedsrichter der Partie war Gerhard Kressl, er wurde an den Seiten von Christian Pock und Josef Kriebernegg assistiert.

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Makhmadnaim Sharifi (im Duell mit Gjergj Shabani) netzte zweimal für den DSV Leoben ein

In einer Drangperiode der Brucker ging Leoben völlig überraschend in Führung

Vom Start weg fand der SC Stadtwerke Bruck an der Mur besser ins Spiel und gab in der Anfangsphase klar den Ton an. Bei einer Flanke von Shabani zur Mitte konnte sich Admir Peckovic im Tor der Donawitzer erstmals per Faustabwehr auszeichnen, kurz darauf setzte sich Sebastian Paier auf der linken Seite durch, sein Stanglpass ging aber ins Leere. Nach einem Eckball von David Harrer war wieder Peckovic zur Stelle, auch eine weitere, gefährliche Hereingabe, diesmal von Julian Ertl, konnte der Keeper noch irgendwie entschärfen. Nach etwa acht Minuten erlebten die rund 150 Besucher den ersten gefährlichen Angriff der Donawitzer. Gjin Gjinaj kombiniert sich Lukas Tomic in den Strafraum, sein gut angetragener Drehschuss wird aber in den Corner abgefälscht. Obwohl nun auch die Donawitzer wieder mehr ins Spielgeschehen eingreifen konnten, blieb es zäh. Bruck war bissig, lauerte auf den Donawitzer Ballverlust und war im Umschalten – bis zur Strafraumgrenze – recht zielstrebig. Trotzdem gingen die Hausherren in Führung. Tim Heinemann passte den Ball in die Mitte zu Petkov, der leitete das Spielgerät zum mitgelaufenen Makhmadnaim Sharifi, dieser verlud den Brucker Gjergj Shabani und zirkelte den Ball über die Innenstange ins lange Eck. Völlig entgegen des Spielverlaufes führte der DSV Leoben jetzt mit 1:0. Das Glück blieb den Gastgebern noch weiter hold, die Brucker Offensive vergab in dieser Phase noch einige Möglichkeiten zum Ausgleich. In der 37. Minute drückte Gjin Gjinaj einen kurz abgewehrten Ball von Christoph Appel über die Linie. Gleich nach dem Anstoß wurde es nocheinmal brandgefährlich vor dem Leobner Gehäuse. Mark Riegel nagelte einen Gewaltschuss in Richtung Tor, Peckovic wehret ab und der Ball landete vor den Beinen von Marvin Foger-Wöls. Der Stürmer stand mutterseelenallein vor dem weit geöffneten Gehäuse und semmelte den Ball aber drüber. Es blieb beim 2:0, mit diesem Pausenstand ging es für beide Mannschaften in die Kabine und die Besucher durften sich auf eine spannende zweite Hälfte freuen.

Admir Peckovic brachte die Brucker zum Verzweifeln - er hielt einen Elfmeter und rettete einige male vor einem Treffer

Nach dem Wiederbeginn agierten die Donawitzer jetzt stärker und entschlossener und versuchten das Spiel zu machen. In der 53. Minute konnte der Brucker Schlussmann Appel einen Lochpass von Andre Posch nicht unter Kontrolle bringen und Lukas Tomic versenkte das Runde zum 3:0 im Eckigen. Eigentlich wäre das die Vorentscheidung gewesen, könnte man meinen, jedoch die Brucker gaben das Spiel nicht auf und warfen nochmal alles nach vorne. Nach einer hohen Hereingabe treffen sich Peckovic und Paier in der Luft, der Zusammenstoß wurde als Foul gewertet und der Unparteiische entschied auf Elfmeter. Oliver Wohlmuth legte sich den Ball auf den Punkt und schoss in das linke Eck, Peckovic ließ sich aber nicht überlisten und konnten den Strafstoß sogar fangen. In der 67. Minute richtete sich der schlecht attackierte Brajan Grigic den Ball am 16er her und versenkte den Ball aus dieser Distanz zum 3:1 ins Kreuzeck. Das Spiel wurde jetzt nochmal richtig spannend, trotz des Zweitore-Vorstprungs sah man den Leobnern die Nervösität schon von weitem an. 83. Minute, Eckball für Bruck: Gjergj Shabani brachte den Ball zur Mitte, Oliver Wohlmuth sprang höher als seine Gegner und es klingelte zum 2:3 im Kasten. Der SC Bruck hatte sein Pulver jetzt allerdings verschossen, in der 92. Minute machte Makhmadnaim Sharifi mit seinem zweiten Treffer den Deckel drauf und fixierte den 4:2 Endstand.

 

DSV LEOBEN - SC STADTWERKE BRUCK AN DER MUR 4:2 (2:0)

Torfolge: 1:0 (21. Sharifi), 2:0 (37. Gjinaj), 3:0 (53. Tomic), 3:1 (67. Grgic), 3:2 (88. Wohlmuth), 4:2 (92. Sharifi)

Donawitz; 150 Zuseher; Kressl - Pock - Kriebernegg

 

Aufstellung:

DSV Leoben: Admir Peckovic - Mario Kosche, Philip Schweighart, Jan-Kristian Thurner, Makhmadnaim Sharifi - Tim Heinemann, Gjin Gjinaj (61. Pavkovic), Meriton Kabashaj, Martin Petkov (K) - Lukas Tomic (71. Pagger), Andre Posch (67. Omer)

SC Stadtwerke Bruck/Mur: Christoph Appel - David Harrer, Gjergj Shabani, Brajan Grgic, Julian Ertl (K) - Christoph Gatschlhofer, (66. Fina) Jakob Erlsbacher, Mark Riegel, Sebastian Paier - Oliver Wohlmuth, Marvin Folger-Wöls (82. Gwandner)

 

Stimmen zum Spiel:

Ivo Gölz, sportlicher Leiter Leoben:

"Der gestrige Derbysieg war für die Moral sehr wichtig. Wir konnten aufgrund vieler Verletzungen fast nie mit der selben Aufstellung auftreten. Es fehlte uns auch Konstanz, wir hoffen mit einer guten Vorbereitung im Frühjahr ins Mittelfeld vorstoßen zu können."

Peter Erlsbacher, sportlicher Leiter Bruck:

"Wir hatten die Seuche am Fuss und konnten eine Vielzahl an Chancen. Die Saison war so verkorkst, mehr geht gar nicht mehr. Wir werden uns verstärken und hoffen auf die Rückkehr der Langzeitverletzten. Wir haben natürlich den Klassenerhalt im Fokus, der Meistertitel wird sich nämlich nicht mehr ausgehen!

 

by René Dretnik

Foto: Ligaportal/Purgstaller