Spieltaganalyse Runde 10

tschauss_edi.jpgWir haben für unser Ligaportal einen ausgewiesenen Experten des steirischen Fußballs engagiert, damit er für euch auf steierliga.at nach jeder Runde der Sparkasse Landesliga die Spieltaganalyse vornimmt. Edmund "Edi" Tschaußnig, früher Trainer in der GAK Akademie, in Voitsberg sowie Gleisdorf, und jetzt Auswahltrainer des steirischen Fußballverbandes, bewertet und kommentiert die Spiele in der steirischen Sparkasse Landesliga. Diesmal nimmt unser Experte Edi Tschaußnig für steirerliga.at die zehnte Landesliga-Runde unter die Lupe: 

Jetzt beginnt die zähe Phase der Herbstmeisterschaft und, nachdem weder oben noch unten in der Tabelle Zeit zum Verschnaufen bleibt, geht es bereits an die Substanz einiger Mannschaften. Im letzten Drittel des Herbstdurchganges gilt es, sich eine gute Ausgangsposition für das Frühjahr zu schaffen. Erst danach können die Vereine Zwischenbilanz ziehen und endlich pausieren. Bis dahin sind aber noch fünf schwierige Runden zu absolvieren und die letzten Reserven zu mobilisieren.

Liezen – Wildon
Ein Bravo nach Wildon! Da hätte ich viel Geld verwettet. Mit einer feinen Leistung war die Ernte bereits nach 45 Minuten eingefahren. Die komfortable 3:0-Führung spielte der Kleindienst-Elf alle Trümpfe in die Hände und Liezen wurde in deren Druckphase eiskalt ausgekontert. Der SC Liezen muss jetzt den PC vollständig runterfahren, den Stecker ausstecken und das gesamte Programm wieder neu hochfahren, dann könnte/müsste es wieder klappen und die Topleistungen im Finale wieder abrufbar sein.

Fehring – Pachern
Fehring ist kein leichtes Pflaster und die Heimischen finden sich spielerisch immer besser in der Liga zurecht. Man hat gut gespielt und ein Punkt wäre verdient gewesen. Nur, jetzt hat der SV Pachern auch das Glück engagiert, aber, ich behaupte einmal, es ist in Summe auch das Glück des Tüchtigen – gepaart mit Geschick und Routine. Wieder einmal konnte man auswärts bestehen und das ist das Entscheidende für einen Titelanwärter! Wenn den Hartern nächste Woche ein Heimsieg gegen Liezen gelingt, dann werden sie nur mehr schwer einholbar sein, dafür spricht die Auslosung.

Flavia Solva – Fürstenfeld
Mit einem echten Fotofinish konnten die Flavianer eine Partie fast drehen und zumindest einen Punkt gegen Fürstenfeld retten. Waren die Südoststeirer da schon geistig in der Kabine? Im Abstiegskampf zählt jeder Punkt. „Zufrieden“ konnte an diesem Abend aber, angesichts des Spielverlaufs, nur Flavia sein. Fürstenfeld hat diesmal zwei Zähler durch Ungeschick verloren, die einen Platz im sicheren Mittelfeld bedeutet hätten.

Kindberg – Köflach
Kindberg ist keine Freund von Punkteteilungen. Diesmal stand wieder ein Sieg auf dem Abendprogramm. Köflach – praktisch ohne echten Stürmer – stemmte sich beherzt gegen die Niederlage, aber die Kindberger hatten nach dem 2:0 die entscheidenden Konterräume für den Sieg. Köflach darf jetzt nur von Runde zu Runde denken und jedes Spiel über ein konsequentes Zweikampfverhalten anlegen. So kann man sich vielleicht in den Winter retten und, ich nehme an, man ist bereits eifrig auf Stürmersuche.

KSV Amateure – Gleisdorf
Eine klare Sache für die Jungfalken. Nicht nur, dass die bundesligaerfahrenen Spieler Spirk, Pitter, Rauscher und der überragende Tieber mit den Amateuren mitkickten, nein, Gleisdorf überreichte bereits in der siebten Minute ein Gastgeschenk in Form eines schweren Abwehrfehlers, der zum Führungstreffer der Kapfenberger führte. Obwohl man sich mit viel Einsatz gegen die Niederlage wehrte, war das Spiel praktisch mit dieser Aktion entschieden. Gleisdorf steht jetzt im Heimspiel unter Zugzwang und muss das Ostderby gegen Fehring gewinnen, wenn man um den Herbstmeistertitel noch mitreden möchte. Die KSV Amateure befinden sich in der durchaus angenehmen Rolle des ersten Jägers auf die Tabellenspitze.

Kalsdorf – Gratkorn Amateure
In diesem Match entschied die Routine zu Gunsten der Kalsdorfer. Bedingt durch das Parallelspiel der Einser, war die Steiner-Elf sehr jung aufgestellt. Dennoch, es war ein hartes Stück Arbeit für Kalsdorf gegen die lauf- und spielfreudigen Gratkorner und so entwickelte sich ein echtes Geduldsspiel für die Kalsdorfer, ehe Manuel Buczek eine der wenigen Chancen für seine Mannen nutzte und den erlösenden Treffer erzielte. Kalsdorf war die Unsicherheit des letzten Niederlage anzumerken, aber der Sieg sollte das Selbstvertrauen der Mannschaft für die kommenden Aufgaben stärken. 

Anger – Pöllau
Es ist eingetreten, was ich vermutet habe: Pöllau ist der Knopf aufgegangen und man hat sich den Frust der vergangenen Spiele diesmal so richtig von der Seele geschossen. Ich traue den Pöllauern jetzt zu, dass sie eine Serie starten können, die sie aus den Abstiegsrängen führen könnte. Teamgeist, Moral und Kampfkraft wären dazu ausreichend vorhanden.

von Edi Tschaußnig 

 

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