Vereinsbetreuer werden

Nach verkorkstem Herbst: Neuer Trainer soll St. Lorenzen/Kn. wieder gleichrichten

137 Tage lang ruht das runde Leder im steirischen Unterhaus. Von ganz oben in der Tabelle in der Oberliga Nord lacht nach der Hinrunde der FC Judenburg. Der SV St. Lorenzen/Kn.hat es bewerkstelligt es, dass man in 13 Spielen nur drei Punkte gutschreibt. Demnach hat man mit Robert Früstük, der Fritz Grassl ablöst, auch einen neuen Trainer verpflichtet. Ligaportal.at hat beim Verein nachgefragt:

Fruestuek 

Robert Früstük ist der neue starke Mann auf der Trainerbank des SV St. Lorenzen/Kn.

Der Funktionär Rudolf Hollmann stellt sich den acht Fragen:

WIe ist der Herbstdurchgang zu bewerten?

„Aus Sicht von St. Lorenzen gesehen war es natürlich katastrophal. Eigenes Unvermögen, gepaart mit Pech und dem sogenannten Verletzungsteufel (insgesamt gab es 5 Langzeitverletzte) hat unter dem Strich halt leider nur drei Punkte ergeben. Aber ohne „Hätte-Wenn-und-Aber“ stehen wir verdient dort, wo wir stehen. Leider! Das Positive daran ist, dass die Erwartungshaltung für diese Meisterschaft nicht in der oberen Tabellenregion beheimatet war, von daher hielt sich der „Schmerz“ in Grenzen.“

Wie ist die Stimmung im Verein?

„Nichtsdestotrotz ist die Stimmung im Verein eine sehr Positive, ungeachtet des Tabellenplatzes. Natürlich sind die Spieler enttäuscht, denn niemand verliert gerne. Doch ein Großteil der Mannschaft war schon bei den Meistertiteln in der Gebietsliga und Unterliga dabei, von daher weiß man ja, dass es auch anders laufen kann. Die Mannschaft wird – sofern im Frühjahr gespielt wird – alles daransetzen um zu zeigen, dass man doch ein wenig „Fußball-Spielen“ kann.“

Gibt es Transfers zu vermelden?

„Ja – die Gebrüder Omer werden den Verein im Winter verlassen, mit Key Prachak Karner kommt es spielstarker 10er zum Verein (aus St. Michael) und mit Helmut Haslinger kommt ein Mann retour, der weiß wo das Tor steht. Ob es zu weiteren Transfers kommt, wird man sehen – da wird der neue Trainer Robert Früstük gemeinsam mit seinem Co Christoph Hollmann gegebenenfalls Wünsche äußern.“

Auf welchen Positionen ist Handlungsbedarf gegeben?

„Tja – wenn man die Tabelle anschaut, dann müsste man ehrlicherweise sagen an sehr vielen Positionen. Aber das ist normal in so einer Situation. Ich denke, dass viele Spieler unter ihren Möglichkeiten gespielt haben und wieder in die Spur finden werden. Aber, der Herbst hat ganz klar aufgezeigt, dass der Kader zu dünn aufgestellt ist und der eine oder andere Spieler im Kader zusätzlich guttun würde.“

Gibt es verletzte Spieler?

„Ja – jede Menge. Hausberger, Ofner, Grassl, Traffler, Jashari, um nur ein paar zu nennen – diese Spieler kommen ziemlich sicher retour. Der Dauerverletzte Shafi Omer wird wahrscheinlich das Spielen sein lassen. Corona hat natürlich auch unsere Spieler nicht verschont, aber dies wird sich hoffentlich im Frühjahr nicht mehr wiederholen.“

Welche Ziele hat man sich für die Rückrunde gesetzt?

„Den Meistertitel haben wir mittlerweile abgehakt – Scherz am Rande. Tja – was soll jemand im Plan haben der Stockletzter ist mit drei Punkten auf der Habenseite? Auf jeden Fall besser verkaufen als das im Herbst der Fall war, dass sollte doch machbar sein. Unser Ziel ist, zumindest mindestens 15 Punkte zu machen und eventuell für die eine oder andere Überraschung zu sorgen.“

WIe weit könnte Covid-19 der Punktejagd einen Strich durch die Rechnung machen?

„Die Frage aller Fragen – wir gehen davon aus, dass gespielt wird. Egal ob mit Auflagen oder ohne Auflagen. Ein wiederholtes Abbrechen der Meisterschaft wäre meines Erachtens sehr fatal, denn die Spieler, Trainer und Funktionäre bei Laune zu halten ist kein einfaches Unterfangen. Die Crux an der Sache ist, dass auch an den Kinder- und Jugendfußball gedacht werden muss, denn wenn dies auch alles abgesagt wird, dann wird es über kurz oder lang zum Supergau kommen, denn dann fehlen die Spieler für die Kampfmannschaft. Und dann muss man sich fragen – woher nehmen, und nicht stehlen!“

Wer sind die Meisterkandidaten?

„Meines Erachtens die favorisierte Nummer 1 sind die jungen Wilden von Kapfenberg, dann Judenburg und letztendlich sollte man die etwas unter ihrem Wert spielenden Trofaiacher nicht ganz abschreiben – auch wenn der Abstand zum Platz an der Sonne ein großer ist."

 

Photocredit: Richard Purgstaller

by: Robert Tafeit