Coach von Oetz: „Amateurfußball entwickelt sich in eine gefährliche Richtung!“

Mahnende Worte vom Trainer des USV Oetz. Helle Aufregung über Transfersummen die international gezeigt werden, aber auch im „Amateurfußball“ agiert man zum Teil ähnlich. Das könnte einigen Vereinen die Existenz kosten! Der USV Oetz wird versuchen die Leistungen der Hinrunde in der 1. Klasse West zumindest zu wiederholen.

 

Kaderänderungen

Thomas Klaus, Trainer USV Oetz: „Wir haben uns im Winter nicht aktiv um Spieler bemüht, sondern bauen auf Eigenbauspieler. Unser Kader ist im Vergleich zum Herbst durch drei Abgänge nochmals verjüngt worden. Patrick Schwab und Nico Tilg wechselten zum Gebietsligist nach Tarrenz und Simon Melmer beendete nach dem letzten Spiel im Herbstdurchgang seine Karriere. Er bleibt dem Verein allerdings als Nachwuchstrainer erhalten und unterstützt mich hin und wieder bei Trainingseinheiten und Spielen. Aber wir können auch Zugänge vermelden. Der junge Jan Hofer kommt von Sautens retour nach Ötz und Alexander Scheiber steht uns nach dem Bundesheer wieder voll zur Verfügung. Außerdem ist auch Lukas Rettenbacher, nach einer Knieverletzung in der letzten Saison, wieder voll einsatzbereit.“

Vorbereitung

Thomas Klaus: „Am 31.1.2019 sind wir in die Vorbereitung für die Rückrunde gestartet. Wir trainieren einmal am Kunstrasen Telfs, einmal in der Halle in Oetz und einmal nutzen wir die natürlichen Gegebenheiten von Oetz für ein fußballspezifisches Konditionstraining. Außerdem werden wir auch noch Einheiten im mentalen Bereich einbauen um die Spieler besser auf Stresssituationen usw. vorzubereiten. Mentaltraining hatte in Oetz durch Michael Heidegger (Ausbilder Mentalakademie Europa / Sportmentaltrainer) schon einen sehr hohen Stellenwert und wird von mir als angehender Diplom Mentaltrainer noch weiter ausgebaut. Somit bleiben uns gut sieben Wochen bis zum Rückrundenauftakt beim FC Wacker Innsbruck. Neben den Trainingseinheiten stehen auch vier Spiele auf dem Programm. Am 16.2.2019 spielten wir gegen Roppen in Imst und musste sich nach sehr guter Leistung mit 1:2 geschlagen geben. Ich war an diesem Tag in Oberhaching bei einer internationalen Trainerfortbildung, somit mussten die Jungs sich selbst organisieren, was sie mit Bravour gemeistert haben. Jetzt steht noch jeweils ein Spiel gegen Telfs 1b, SPG Arlberg und die TS Stams auf dem Plan. In diesen Spielen wollen wir an unserer Spielidee feilen und die jüngeren Spieler an ihre Aufgaben heranführen.

 

Generell bin ich mit der bisherigen Vorbereitung sehr zufrieden. Eine sehr hohe Trainingsbeteiligung und enormer Einsatz sind ein Zeichen für hohe Trainingsqualität und Spaß innerhalb der Mannschaft. Als Coach macht es einfach Riesenfreude, wenn du siehst wie motiviert die Spieler ins Training gehen und immer wieder ihre Komfortzone verlassen um besser zu werden.Unser Ziel für die Rückrunde ist, dass wir die Leistungen aus dem Herbstdurchgang bestätigen. Mit zwei sehr spannenden Auswärtsspielen zum Auftakt (FC Wacker Innsbruck und FC Veldidena) haben wir sicher kein einfaches Los, aber dennoch sind wir der Überzeugung, dass wir gleich zu Beginn eine gute Leistung abrufen können!“

Internes

Thomas Klaus: „Im Verein spürt man, dass die Arbeit, die man macht, wertgeschätzt wird und auch der Nachwuchs entsprechend gewürdigt wird. Die Trainer im Nachwuchs sind sehr engagiert und bilden sich regelmäßig fort. Simon Melmer (U15 Trainer) wird zum Beispiel mit mir im März eine internationale Ausbildung bei Red Bull Salzburg absolvieren. Noch dazu sind auch einige Spieler der Kampfmannschaft im Nachwuchs als Trainer oder im Vorstand als Mitglied tätig. Wir sehen also, dass der Verein sehr gut aufgestellt ist und entsprechend gute Arbeit leistet, auch wenn wir weit unterhalb der Budgets von anderen Vereinen agieren!“

Persönliches Anliegen

Thomas Klaus: „Wenn ich im Amateurbereich bei Spielern und Trainern von Summen jenseits der 10.000 Euro höre, dann hört sich der Spaß auf. Es kann doch nicht sein, dass für einzelne Personen tausende von Euro ausgegeben werden und die Kinder und Nachwuchstrainer mit Peanuts abgespeist werden. Wir regen uns immer wieder über Transfersummen im internationalen Bereich auf, doch wir selbst sind keinen Deut besser. Anstatt langfristig in die Ausbildung der eigenen Spieler und Trainer zu investieren, wird kurzfristig in Spieler der Kampfmannschaft investiert, nur damit sich einige wenige im Vorstand profilieren können. Ich finde es unverantwortlich, wie mit Geldern von Sponsoren und der Öffentlichkeit umgegangen wird, nur damit eine Mannschaft eine Liga höher spielen kann. Aus meiner Sicht entwickelt sich der Fußball in eine gefährliche Richtung, die einigen Vereinen die Zukunft kosten könnte!“

 

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