SV Brixen ist beim SV Wörgl nicht angetreten – die Hintergründe

altaltIn Anbetracht der Hochwasserkatastrophe und dem Leid und den existentiellen Problemen für viele Tiroler und Österreicher ist die Diskussion um dieses Spiel höchst nachrangig. Die Redaktion ist jedoch der Meinung, dass den Beteiligten Raum zur Stellungnahme gegeben werden muss, da teilweise alle möglichen Gerüchte und Vorwürfe erhoben werden und wurden. Das Spiel zwischen dem SV Wörgl und dem SV Brixen im Rahmen der 24. Runde der Gebietsliga Ost wurde für Sonntag, 2.6.2013, 10:30 Uhr angesetzt und die Redaktion gibt vor allem zu bedenken, dass für den Großteil der Bevölkerung das Ausmaß der Katastrophe die auf Tirol und Österreich, oder besser gesagt auf Mitteleuropa zukommt, noch nicht annähernd abgeschätzt werden konnte.

 

Die Fakten

Die Partie zwischen dem SV Wörgl und den SV Brixen war für den 2.6.2013 um 10:30 Uhr angesetzt. Die Mannschaft des SV Brixen ist beim Anpfiff nicht anwesend gewesen worauf der Schiedsrichter diese Tatsache als Nichtantreten von Brixen in den Spielbericht aufgenommen hat. Die Vorgeschichte wird von den Trainern der beiden Mannschaften divergierend dargestellt. Nachfolgend die ausführliche Stellungnahme beider Trainer. Der Verband wird letztendlich entscheiden müssen wie weiter verfahren wird.


Denis Husic, Trainer SV Wörgl:
„Die Vorgeschichte hat eigentlich vor drei Wochen begonnen. Brixen hat bei uns angefragt ob die Partie verschoben werden kann weil ein Brixener Kicker, Andreas Hölzl (Sturm Graz), am Samstag dem 1. Juni, also einen Tag vor dem Spiel, geheiratet. Wir haben diese Anfrage abgelehnt weil wir selbst unsere fixen Termine einhalten müssen und wir der Meinung sind, dass es gegenüber anderen Mannschaften, die zum Beispiel noch im Abstiegskampf stecken, derartige Verschiebungen unfair sind. Am Sonntag 8:50 Uhr ruft mich der Trainer von Brixen an und sagt mir die Mannschaft steht komplett am Platz, kann aber nicht nach Wörgl kommen weil die Straßen gesperrt sind. Ich habe mich dann im ÖMTC Straßendienst informiert – die Brixentaler Straße war zwar gesperrt aber Brixen – Kirchberg war nicht gesperrt. Es gab da zwar eine Baustelle aber der Verkehr wurde umgeleitet. Ich habe das dann dem Trainer von Brixen mitgeteilt und habe die Auskunft erhalten, dass auch diese Straße gesperrt ist. Dem Schiedsrichter und dem Beobachter, Herrn Thomas Einwaller, wurde es ebenfalls mitgeteilt. Herr Einwaller hat das nicht ganz verstanden weil er selbst konnte von Ellmau aus problemlos anreisen. Auch ich habe zu diesem Zeitpunkt noch nicht gewusst welche Katastrophe auf uns in Tirol zukommt. Ich bin dann nach Brixen gefahren und habe den Trainer wieder angerufen. Seine Aussage war es gibt derzeit wichtigere Dinge als Fußball. Mir ist nichts an Überflutungen aufgefallen und bin über eine Umleitung nach Wörgl zurückgefahren. Ich bin der letzte Mensch der nicht Verständnis hat für Argumente die dann vom Trainer von Brixen am Nachmittag den Medien mitgeteilt wurden. Seine Spieler sind gerade dabei Keller auszupumpen oder sind bei der Feuerwehr eingesetzt. Unter diesen Umständen hätte ich sofort einer Absage zugestimmt. Allerdings muss man grundsätzlich bedenken, dass der Schiedsrichter entscheidet was im Spielbericht steht und nicht ich. Ich möchte das klarstellen, weil ich in den Medien teilweise als jemand dargestellt wurde, der für die Situation kein Verständnis gehabt hat.“


Johann Pirchmoser, Trainer SV Brixen
: „Es ist eine ganz einfache Geschichte. Wir sind einfach nicht hinausgekommen weil alle Straßen gesperrt waren. Wir haben uns um 8:30 Uhr getroffen und da hat es geheißen, dass man Richtung Westen nicht mehr weiterkommt weil alle Straßen gesperrt sind. Wir haben dann ins Auge gefasst es über Kichberg zu probieren. Wir haben die Feuerwehr angerufen und die Information erhalten, dass auch diese Straße gesperrt ist. Dann haben wir uns an die Polizei gewandt und haben nachgefragt ob es irgendeine Möglichkeit gibt nach Wörgl zu kommen. Einen Ausweichweg hätte es zwar gegeben aber von der Poilzei haben wir die Auskunft bekommen ein befahren wäre nur auf eigene Gefahr möglich gewesen. Außerdem gab es die Auskunft, dass auch diese Straße bald gesperrt wird. Unter diesen Umständen wäre es unverantwortlich gewesen nach Wörgl zu fahren. Wir wären mit vier oder fünf Autos unterwegs gewesen und es wäre nicht auszudenken wenn da etwas wegen einem Fußballspiel passiert wäre. Ich habe mich auch erkundigt wie der Trainer von Wörgl es schaffen konnte die Strecke abzufahren. Die Polizei hat das damit erklärt, dass irgendwelche „Schlupflöcher“ befahren wurden. Wir werden den Sachverhalt aus unserer Sicht dem Verband vorlegen und sind überzeugt, dass es zu einer Neuaustragung kommen wird.“

 

von Redaktion

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