Rainer Fankhauser, Obmann SV Thiersee, zur Corona Pandemie

17. März 2020 – der zweite Tag an dem Österreich wegen der Corona Pandemie faktisch still steht. Nun gilt es zunächst einmal diszipliniert zu Hause zu bleiben, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. Aber der Mensch blickt voraus – und das ist mindestens so wichtig. Die Auswirkungen auf die Wirtschaft sind noch nicht absehbar, aber auch der Fußball steht vor einer gewaltigen Herausforderung. Rainer Fankhauser, Obmann des SV Thiersee, beantwortet die brennendsten Fragen aus der Sicht seines Vereinsumfeldes.

 

Corona Pandemie

Rainer Fankhauser, Obmann SV Thiersee: „Natürlich ist die Corona Pandemie eine Tragödie, das konnte sich niemand denken, das ein Virus unser Land einmal so lahm legt.“

Sind die Maßnahmen, die die Bundesregierung trifft, gerechtfertigt?

Rainer Fankhauser: „Absolut, man braucht ja nur nach Italien zu schauen, unsere Regierung war sehr mutig und entscheidungsstark und das wird, denke ich, viele Leben retten.“

Wie gehen Sie im Verein damit um? Absolvieren alle Spieler Heimtraining? Wird das überprüft?

Rainer Fankhauser: „Natürlich haben wir an unsere Spieler appelliert sich selbst fit zu halten. Nachdem ja alle erwachsene Burschen sind, ist hier einfach Vertrauen angebracht!“

Gibt es regelmäßig telefonischen Kontakt mit den Spielern?

Rainer Fankhauser: „Das obliegt natürlich den Trainern. Aber klar!“

Werden aktuell die Spielergehälter weiter bezahlt oder gibt es eine Sonderabsprache mit den Spielern?

Rainer Fankhauser: „Wir sind einer der ganz wenigen Vereine, wenn nicht der einzige in Tirol, der drei Mannschaften im Erwachsenenfußball stellt und das ausschließlich mit eigenen Spielern. Gehälter werden bei uns nicht bezahlt. Und darauf sind wir sehr stolz!“

Gehen Sie davon aus, dass im Frühjahr gar nicht mehr gespielt wird? Wenn ja, was würde das für die Finanzen Ihres Vereins bedeuten?

Rainer Fankhauser: „Ich rechne zumindest damit, dass in den nächsten zwei Monaten – also bis Mitte Mai - nicht mehr gespielt wird. Wann es wieder los geht bleibt abzuwarten. Natürlich sind wir auf die Einnahmen bei unseren Spielen sehr stark angewiesen. Ich erhoffe mir hier schon Unterstützung seitens der öffentlichen Hand - Gemeinde, Land, Bund, Fußballverband!“

Stehen die Sponsoren in dieser schwierigen Situation weiterhin zum Verein bzw. zu ihren Zusagen?

Rainer Fankhauser: „Bis dato haben wir nichts anderes gehört. Ich denke, die Wirtschaft hat momentan ihre eigenen Sorgen. Ich wünsche allen, dass die Unternehmen halbwegs gesund und liquide aus dieser Krise kommen. Ich denke hier ist viel Verständnis angebracht – auch von unserer Seite, wenn es schwierig wird!“

Welche Maßnahmen wünschen Sie sich von der Bundesregierung, um die Vereine während bzw. nach dieser schweren Zeit zu unterstützen?

Rainer Fankhauser: „Warten wir ab wie lange es dauert, welcher finanzielle Schaden den Vereinen entsteht. Dann muss man reden. Hüftschüsse sind jetzt sicher nicht angebracht!“