Fußball in Tirol - Dr. Josef Geisler zur aktuellen Lage und Ausblick auf 2021

Der Tiroler Fußballverband hat mit einem Rückblick und Ausblick auf 2021 zu den vielen Fragezeichen durch Präsident Dr. Josef Geisler Stellung genommen – inklusive einer ganz konkreten Erläuterung wann und wie die aktuelle Meisterschaft zu Aufsteigern und Absteigern führen kann – da gab es ja noch einige Unklarheiten. 93,6% der Spiele der Hinrunde der Kampfmannschaften konnten im Herbst 2020 durchgeführt werden – das wa r natürlich grundsätzlich sehr erfreulich. Derzeit überwiegen aber natürlich auf Grund des hohen Infektionsgeschehens und des zweiten, verschärften Corona Lockdowns, die Fragezeichen.

 

Wann wird die Meisterschaft gewertet?

Entsprechend der Sonderregelungen COVID 19 des TFV, die mit den Meisterschaftsregeln des ÖFB im Einklang stehen, vom Präsidium des TFV beschlossen und entsprechend verlautbart worden sind, wird die Meisterschaft dann gewertet, wenn jeder Verein zumindest einmal gegen jeden anderen Verein gespielt hat (Hinrunde). Ob das noch im Herbst oder erst im Frühjahr geschieht, ist unerheblich. Dr. Josef Geisler, TFV Präsident: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass es in diesem Meisterschaftsjahr 2020/2021 auch eine Wertung der Meisterschaft mit Auf- und Absteiger geben wird. Immerhin sind lediglich achtzig Spiele (von insgesamt 1255) noch nachzutragen, bis dieses Grunderfordernis für eine Wertung erreicht wird. Sollten mehr Spiele (gemeint als die Hinrunde vorsieht) ausgetragen werden können, gilt der Tabellenstand nach 80 % der Gesamtanzahl der Spiele (in einer 16 er Liga 24 Runden, in einer 14 er Liga 20 Runden, in einer 12 er Liga 17 Runden, in einer 10 er Liga 14 Runden, in einer 8 er Liga 11 Runden und in einer 6 er Liga 8 Runden.“

Wie geht es im Nachwuchsbereich weiter?

Dr. Josef Geisler: „Ab wann unsere Kinder und Jugendlichen endlich wieder trainieren dürfen und wann der organisierte Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann, liegt einzig und allein im Entscheidungsbereich des Staates und kann vom organisierten Sport nur sehr bedingt beeinflusst werden. Das Einzige was wir in der Vergangenheit tun konnten, war die gewissenhafte Beachtung der vorgegebenen staatlichen Maßnahmen im Rahmen unserer Präventionskonzepte. Ich bedanke mich an dieser Stelle bei allen Vereinen dafür, dass sie ernsthaft bemüht waren, die behördlichen Vorgaben zu erfüllen. Mein größter Wunsch ist nach wie vor, vor allem unseren Kindern und Jugendlichen die körperliche Bewegung im Rahmen einer organisierten Sportausübung zu ermöglichen. Mir fehlt auch das Verständnis dafür, dass das derzeit nicht möglich ist. Es ist nämlich faktenbasierend so, dass von der organisierten Sportausübung an sich keine besondere Infektionsgefahr ausgeht. Und ich bin überzeugt davon, dass die von unseren Vereinen ohnehin zu beachtenden Maßnahmen (kein Kantinenbetrieb, Zuschauerbeschränkungen und damit verbundenes Abstandhalten, Hygieneeinrichtungen vor Ort usw.) durchaus ausreichend sind, um der ohnehin geringen Ansteckungsgefahr im organisierten Sport wirksam zu begegnen.

Nachwuchsmeisterschaften – man wartet noch ab

Dr. Josef Geisler: „Nachdem die Tiroler Hallennachwuchsmeisterschaft bzw. der Tiroler Versicherungsmaklernachwuchscup -  wie die Veranstaltung  jetzt aktuell genannt  wird – seit Jahrzehnten ein fixer Bestandteil des Tiroler Fußballkalenders ist und es wohl unstrittig ist, dass der organisierte Fußball vor allem für unsere Kinder die perfekte Schule für ihr kommendes Leben ist, hat sich der TFV gemeinsam mit seinem Partner, den Tiroler Versicherungsmaklern, dazu entschieden, die kommende Veranstaltung noch nicht abzusagen, sondern vorerst noch zuzuwarten und im Laufe der Monats Dezember  korrespondierend mit den behördlichen Vorgaben eine Neubewertung vorzunehmen. Um die zugegebenermaßen zum derzeitigen Zeitpunkt wohl lediglich theoretische Chance der Durchführung überhaupt ernsthaft ins Auge fassen zu können, war es notwendig die Veranstaltung auszuschreiben, was bereits erfolgt ist. Diese Ausschreibung gilt natürlich nur unter der Voraussetzung, dass die behördlichen Vorgaben die Durchführung ermöglichen und ausreichend Sporthallen für die Austragung zur Verfügung stehen. Die Bereitschaft von Vereinen als Ausrichter zu fungieren, wurde bereits im Vorfeld abgeklärt.

Ein Rückblick auf Herbst 2020

Dr. Josef Geisler: „Bei meinen zahlreichen wöchentlichen Besuchen von Spielen sämtlicher Spielklassen konnte ich mich nicht nur vom großartigen Engagement der ehrenamtlichen tätigen Vereinsfunktionäre überzeugen, sondern auch von deren ernsthaftem Bemühen, an Hand der vorliegenden Präventionskonzepte den behördlich angeordnete Maßnahmen gerecht zu werden. Mir ist natürlich klar, dass vor allem mit den letzten im Oktober 2020 von den Behörden angeordneten Maßnahmen (insbesondere Schließung der Vereinskantinen und Zuschauerbeschränkungen) ganz gravierend in die wirtschaftliche Situation der Vereine eingegriffen wurde, sind doch vor allem die Vereinskantinen die „Lebensader“ aller Vereine. Und dennoch bin zuversichtlich, dass mit einer immer noch möglichen Antragstellung beim bundesweiten Unterstützungsfond (NPO) und mit einem vom Land Tirol in Aussicht gestellten Entschädigungsmodell der wirtschaftliche Schaden für unsere Vereine überschau- und auch verkraftbar sein wird. Auch über den ÖFB wurden inzwischen zahlreiche Tiroler Vereine finanziell entschädigt. Der TFV hat ebenfalls einige finanzielle Entlastungen der Vereine beschlossen und in die Tat umgesetzt. Darüber hinaus unterstützt er seine Vereine bei der NPO Antragstellung und war – was das Entschädigungsmodell des Landes Tirol betrifft – initiativ!“

Quelle: homepage TFV