Roland Ortner legt Traineramt beim FC Zirl zurück

Manchmal geht es im Fußball verrückt zu – nicht nur auf dem grünen Rasen. Nach dem erkämpften 1:0 Erfolg von Zirl gegen Hall hat man den Sicherheitspuffer in der Tirol Liga auf die rote Zone der Tabelle auf fünf Punkte ausbauen können. Es hat sich also ein deutlicher Silberstreif am Horizont gezeigt. Vom Vorstand gab es allerdings Bemühungen Optionen für die Zukunft zu finden – auch puncto Traineramt. Roland Ortner hat diese als Vertrauensbruch gewertet und will auf Grund der seiner Meinung nach geringen Wertschätzung nicht weitermachen und hat sein Amt niedergelegt. Ein Nachfolger ist (oder war schon) gefunden – Jürgen Soraperra soll die Mannschaft übernehmen.

 

Roland Ortner: "Der „Dorfkaiser“ hat entschieden"

Doch recht verbittert zeigt sich Roland Ortner nach den Vorfällen der letzte Tage. Verständlich – denn gerade nach dem Erfolg gegen Hall schien Zirl am Weg das Überleben in der Tirol Liga doch noch zu sichern. Roland Ortner, Ex-Trainer FC Zirl: „Für mich hängt es nicht unbedingt mit dem Erfolg einer Mannschaft zusammen, ob man ein Traineramt weiter ausübt. Entscheidend ist für mich die Wertschätzung. In puncto Mannschaft und einem Großteil des Umfeldes des Vereins war das super intakt. Von der entscheidenden Person war die Wertschätzung mit gegenüber aber ziemlich offensichtlich nicht mehr gegeben, da man seit November mit anderen Trainern gesprochen hat. Jetzt hat die Mannschaft fünf Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze. Nach dem Reutte-Spiel wollte man mich meines Wissens nach schon „weglegen“, das ging aber nicht weil wir gewonnen haben. Irgendwann wäre es aber geschehen und deswegen habe ich den Schlussstrich gezogen. Der Martin Plattner ist eben der „Dorfkaiser“ und das lebt er auch so. Wenn ansonsten Ruhe im Verein ist und alles gut läuft, muss man sich halt eben auf diese Weise in den Vordergrund spielen.“

 

Martin Platter, Obmann FC Zirl: „Wir hätten bis Sommer sicherlich nichts geändert“

Die andere Seite der Medaille ist das Bestreben der Vereinsführung und des Obmanns das Überleben von Zirl in der Tirol Liga zu sichern und entsprechende Optionen zu suchen. Gespräche mit Trainern gehören wohl dazu, der Obmann betont aber, dass die Wertschätzung für Roland Ortner als Trainer immer aufrecht war und ist. Martin Plattner, Obmann FC Zirl: „Herr Ortner hat es als Vertrauensbruch gewertet, dass wir auch mit anderen Trainern Gespräche geführt haben. Im kurzlebigen Fußballgeschäft ist das aber absolut normal. Wir haben uns zum Ziel gesetzt im Frühjahr zwanzig Punkte zu machen um die Klasse halten zu können. Vor dem Spiel gegen Hall hatten wir sechs Punkte. Es ist ganz normal, dass man in einer derartigen Situation sich Gedanken macht. Es war in keiner Weise geplant bis Sommer etwas zu verändern. Ich möchte betonen, dass ich für Roland Ortner als Trainer höchste Wertschätzung habe und ihm auch in Zukunft in die Augen schauen kann. Er hat unsere Bemühungen, die an ihn von dritter Seite herangetragen wurden, Optionen für die Zukunft zu finden als Vertrauensbruch eingestuft und sein Traineramt zurückgelegt. Deswegen hatten wir keine andere Möglichkeit als zu handeln.“

 

Schwierige Aufgabe für den „Neuen“

Nicht zu beneiden ist auf alle Fälle jener Mann der nun den FC Zirl übernehmen wird – höchstwahrscheinlich wird es Jürgen Soraperra sein. Er muss die fünf Punkte Vorsprung auf die rote Zone der Tabelle verteidigen und hat eigentlich nicht viel zu gewinnen. In einer derartigen Situation eine Mannschaft zu übernehmen ist sicherlich alles andere als eine leichte Aufgabe. Ligaportal.at bedankt sich bei Roland Ortner für die tolle Zusammenarbeit und wünscht natürlich auch dem neuen Trainer alles Gute für seine Aufgabe.

 

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