Vereinsbetreuer werden

Jugend hat bei KSV Ankerbrot immer Vorrang!

"Wenn man als Trainer kein Ziel hat, dann denke ich ist man fehl am Platz." Klare Worte findet Zemri Deari, Präsident, Sportlicher Leiter und auch Spielertrainer des KSV Ankerbrot Monte Laa im Gespräch mit Ligaportal Wien. Mit der Herbstsaison seiner Mannschaft sei er sehr zufrieden, habe man doch speziell der Jugend wieder das Vertrauen geschenkt. Dass das seine Zeit brauche hebt Deari klar hervor. Dass er trotzdem teilweise die halbe Startelf mit 16- und 17-jährigen Talenten besetzt, rechtfertigt er im Interview. Außerdem stellt er in Frage wieviel Sinn es mache, dass Juniorenteams von großen Vereinen wie der Vienna, WSC oder TWL Elektra in unterklassigen Ligen spielen müssten. Für die Entwicklung der österreichischen Fußballer sei das eine zusätzliche Hürde.

Neue Ideen 

Mit 01.07. habe er zunächst als Spieler übernommen, kurz darauf wurde er bereits als Spielertrainer installiert. "Das ist natürlich schnell gegangen aber ich war Feuer und Flamme für die neue Aufgabe und habe versucht auch sofort meine Ideen einzubringen." Anfangs sei das gar nicht so einfach gewesen, denn man müsse sich bei aller Motivation vor Augen halten, dass es sich um keine Profis handle. Arbeit um Umsetzung der Ideen erforderen hier besonderer Geduld. Der Konkurrenzkampf innerhalb des Teams sei gewachsen und ab diesem Zeitpunkt passten auch die Ergebnisse. "So gesehen können wir mit dem Gezeigten absolut zufrieden sein. Die Jugend spielt bei uns nämlich eine sehr große Rolle", erklärt Deari, der der Mannschaft mit seiner Erfahrung Routine geben möchte.

Mannschaft wie ein Schwamm

Von Vorteil sei auch gewesen, dass sich die Mannschaft bereits seit einigen Jahren kenne. "Ich habe in meiner fußballerischen Ausbildung in Deutschland, der Schweiz und der Türkei, jede Menge gelernt und versuche das nach bestem Wissen und Gewissen an die Mannschaft weiterzugeben. Die Jungs saugen das auch stets auf wie ein Schwamm, will alles umsetzen. Klar ist aber, dass wir uns nicht im Profibereich befinden, da erfordert es eine gewisse Geduld mit den Spielern", so der Ankerbrot-Präsident.

Anfangs bleib der Erfolg noch aus, das könne natürlich auch nach hinten losgehen. "Ich bin aber auch nur ein Mensch der mal Fehler macht. Das ist ganz normal und wird auch akzeptiert. Wir haben viel mit Videos gearbeitet um der Mannschaft unseren Stil von Fußball mit hohem Pressing zu erklären." Das dominante Auftreten sei dann schlussendlich die Folge gewesen.

Jugend ins kalte Wasser

Zusätzlich zu dem komplexen Spielstil komme auch noch die Tatsache, dass die Mannschaft aus teils sehr jungen Spielern bestünde. "Ich habe z.B. gegen SC Wacker 6 oder 7 U18-Spieler eingesetzt. Wir haben zwar 2:5 verloren aber die Art und Weise wie die Jungs gespielt haben, war beeindruckend. Es ist für mich aber auch selbstverständlich, dass die Jungen ihre Chance bekommen, sonst könnte ich meinen eigenen Weg nicht rechtfertigen. Die Erfahrung sei trotzdem wichtig, die Mischung macht es aus", weiß Deari.

Meistertitel kein Ziel

"Wir hatten bisher ja keine komplette Vorbereitung, somit ist schon alleine deswegen der Meistertitel eher Utopie. Außerdem würde im Falle des Aufstiegs die Erfahrung für die 2. Landesliga fehlen. Doch wenn man als Trainer keine hohen Ziele hätte, wär man vermutlich fehl am Platz. Deswegen wollen wir natürlich schon so gut wie möglich abschließen. 

Sinnfrage 

Favorit sei ohnehin der Wiener Sportclub 1B. "Die Jungs dort haben die größte Qualität und sind jung und hungrig. Für mich stellt sich ohnehin die Frage wie sinnvoll es ist, wenn junge und qualitativ starke Spieler in Ligen wie dieser antreten müssen. Für die Entwicklung ist das nicht wirklich förderlich. Auf lange Sicht haben Österreichs Fußballer immer einen Nachteil. Außerdem macht es für die jeweiligen Klassen auch wenig Sinn." Sinnvoller wäre laut Deari eine eigene Liga mit diesen Jugendteams.

Beginn der Vorbereitung ist der 17. Jänner.

 

MW