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Schwechat auf der Überholspur - Sportchef Mladenov im Interview!

"Wenn wir das erste Tor gemacht haben, hat uns im Herbst eigentlich so gut wie niemand stoppen können." Dejan Mladenov, Sportlicher Leiter des SV Schwechat, weiß um die Stärken die seine Mannschaft im Herbstdurchgang der Wiener Stadtliga ausmachten. Platz 5 und 25 Punkte aus 14 Partien unterstreichen das eindrucksvoll. Dabei sah es zu Beginn gar nicht so vielversprechend aus. Wie man dann in die Spur fand und wo man im Frühjahr noch nachbessern möchte, lest ihr im exklusiven Ligaportal-Interview.

Ligaportal: Dejan, vielen Dank, dass du dir heute Zeit nimmst! Vorab das Wichtigste: seid ihr alle gesund im Verein?

Dejan Mladenov: Sehr gerne! Ja Gott sei Dank sind alle gesund, alle wurden bisher von Corona verschont. Letzte Woche haben wir spontan eine Trainingswoche abgehalten, lockeres Training um aber ein wenig das Gefühl für den Ball zu behalten. Auch weil in den Wochen zuvor kein Mannschaftssport möglich war.

LP: Kommen wir auf den vergangenen Herbst zu sprechen. Ihr habt eine starke Hinrunde abgeliefert, liegt unter den Top 5. Ohne auf Punkte und Tabelle zu schauen, wie zufrieden bist du mit dem Gezeigten eurer Mannschaft?

DM: Unter dem Strich sind wir im Verein mit dem Gezeigten sehr zufrieden. Dass die Ergebnisse am Ende so positiv waren, war ja mit viel Aufwand verbunden. Man denke an unseren schweren Auftakt, als wir aus den ersten beiden Spielen nur einen Zähler holen konnten. Dabei waren die Leistungen super, lediglich die Ergebnisse ließen zu wünschen übrig. Das haben wir dann schnell analysiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass es nicht an der Qualität gemangelt hat, sondern an der nötigen Ruhe im Abschluss und eventuell auch am Spielglück. 

LP: Danach hat es aber auch noch gedauert bis ihr schlussendlich richtig in Fahrt gekommen seid...

DM: ... ja das stimmt, eigentlich haben wir uns dann erst nach dem Match in Gerasdorf gefangen und konnten uns für unser Auftreten belohnen. Das war auch der Hauptgrund warum wir nicht noch mehr Punkte holen konnten. In nahezu jedem Match waren wir mindestens ebenbürtig, wenn nicht sogar klar besser. Außer gegen Wienerberg, da mussten wir eingestehen, dass wir schwächer waren. Auch gegen Donaufeld hatte ich das Gefühl, dass wir mithalten konnten, nur wegen unglücklichen Fehlern verloren haben. 

LP: Auf der anderen Seite gab es aber auch Kantersiege!

DM: Ja, sobald wir das erlösende 1:0 machen konnten, waren wir kaum noch zu stoppen. Leider war die Chancenverwertung in vielen Spielen ausbaufähig. Das nagt natürlich auch am Selbstvertrauen der Mannschaft. In intensiven Gesprächen haben Trainer Senad Mujakic aber auch der Obmann und ich den Jungs erklärt, dass sie besser sind als es eventuell zu diesem Zeitpunkt ausgesehen hat. 

LP: Ihr habt eine junge Mannschaft, ist dieser Umstand auch der Jugend geschuldet?

DM: Ja das kann und wird schon so sein. Wir bauen aber ganz einfach auf unseren Nachwuchs und da muss man auch mit solchen Phasen leben. Der Erfolg spricht ja letztlich trotzdem für uns, schließlich waren wir am Ende doch sehr erfolgreich.

LP: Siehst du die Notwendigkeit im Winter ein wenig Erfahrung in die Mannschaft zu holen?

DM: Nicht wirklich! Die jungen Spieler haben aufgrund von Verletzungen im Herbst schon erste Einsätze gehabt und dabei ihre Sache ausgezeichnet gemacht. Wir wollen fürs Frühjahr wieder 3 bis 4 U23-Spieler in die Kampfmannschaft hochziehen, wieso sollte ich diesen Jungs den Platz durch eine externe Verpflichtung wegnehmen? Außerdem wollen wir die Mannschaft auch möglichst so zusammenhalten, um dann in der nächsten Saison wieder voll angreifen und eventuell auch weiter oben spielen zu können. Außerdem sehen wir uns auch verpflichtet den Fans guten und attraktiven Fußball zu zeigen.

LP: Vom Weg der Jugend wird also keinen Millimeter abgerückt.

DM: Nein natürlich nicht. Wir sind stolz auf unsere Jugendarbeit, haben hier in Schwechat knapp 300 Kinder die Fußballspielen und das soll sich später auch bezahlt machen. 2 oder 3 Jungs aus der U18 schaffen es dann in der Regel in die höheren Mannschaften. Da erfordert die Umstellung auch eine gewisse Zeit. Klar ist aber auch, dass eine Stadtliga-Mannschaft nicht nur aus jungen Spielern bestehen kann, der Mix ist wichtig. Daran arbeiten wir kontinuierlich. Am Beispiel SV Donau sieht man, dass das ein Weg mit Erfolg sein kann.

LP: Kommen wir noch zu eurer Zielsetzung für das Frühjahr. Wie sieht diese aus und könnt ihr mit den Spitzenteams mithalten?

DM: Wir haben ganz klar keinen Druck, wollen aber logischerweise jedes Spiel gewinnen. Für ganz oben wird es nicht reichen, so ehrlich müssen wir sein aber wir wollen auf jeden Fall eine wichtige Rolle spielen. Was dann am Ende rausschaut, sehen wir. Den Meistertitel und den Aufstieg werden sich wohl Donaufeld und Sportunion Mauer unter sich ausmachen. 

LP: Vielen Dank für deine Zeit und alles Gute für die nächsten Wochen und Monate!

DM: Sehr gerne! Vielen Dank für das Gespräch!

 

MW