4:2! Union Gurten schießt sich aus einer langen Negativserie

Schon die Statistik belegte, was das Samstagnachmittags-Derby zwischen der Union Gurten und dem FC Blau-Weiß Linz bringen hätte können. Doch anstatt des als sicher geltenden Auswärtssieges der Hauptstädter schaffte auch der nächste Abstiegskandidat der Regionalliga Mitte eine Überraschung, nach dem ATSV Wolfsberg können auch die 13.-platzierten Innviertler endlich wieder einmal durchatmen. Beim 4:2-Erfolg war Kapitän Martin Feichtinger der gefeierte Held, der der Neuhofer-Elf mit einem Doppelpack den ersten Sieg seit Runde 14 bescherte. Die Blau-Weißen hadern nach dem Spiel mit dem verlorenen zweiten Platz.

Rascher Beginn, Traumtor von Feichtinger

Willi Wahlmüller sah nach dem überzeugenden Auftritt seines Teams bei 2:0-Sieg gegen den SV Allerheiligen nur wenig Handlungsbedarf. Anstelle des gesperrten Florian Maier rückte Wolfgang Bubenik in die Startelf zurück. Auch bei Gurten wurde nur eine Position neu besetzt, da Florian Hirsch die fünfte Gelbe Karte sah und dafür Bastian Mühlbacher wieder ins erste Glied rückte. Gleich von Beginn an drückte der Favorit auf den Führungstreffer. Und nur acht Minuten dauerte es, da klingelte es bereits zum ersten Mal: Nach einer Ecke gelangt Svetozar Nikolov an den Ball, der dankend einnetzte (8.). Aber auch die Gurtner ließen sich nicht lange bitten, bei einem Stanglpass von Patrick Petershofer war aber kein Mitspieler in der Nähe des Leders (19.). Nach rund einer halben Stunde dann das nächste Highlight auf der Heimseite. Martin Feichtinger legte sich das Runde bei einem Freistoß zurecht, zwirbelte das Spielgerät sehenswert in die rechte Kreuzecke (31.). Bei weiteren Angriffen der Linzer stand die Abwehr der Heimischen rund um Torwart Florian Berger sicher, es blieb beim Remis zur Pause.

Doppelpacks gestalten zweite Halbzeit spannend

Nachdem Thomas Reiter zur Halbzeit in der Kabine blieb, war es Bastian Mühlbacher, der für die nächsten Akzente verantwortlich war. Der Abwehrchef der Gurtner 1B-Mannschaft nutzte seine Chance, verwertete trocken zur erstmaligen Führung (57.). Aber auch die Stahlstädter kamen quirlig aus der Pause, Yusuf Otubanjo bereitete der Hintermannschaft der Neuhofer-Jungs immer wieder einen anstrengenden Tag. Bei einem seiner Durchbrüche konnte der Nigerianer nur durch ein Foul gestoppt werden, Elfmeter für die Gäste war daraus die Folge. Nikolov trat an, schloss gewohnt sicher zum Ausgleichstreffer ab (66.). Doch auch die Union Gurten hat in Person von Kapitän Feichtinger einen souveränen Penalty-Schützen. Und der wurde auch gebraucht, denn nur wenige Minuten später gab es auch für die Heimischen Strafstoß, zudem sah Youngster Lukas Gabriel wegen des Fouls an Fabian Wimmleitner die Ampelkarte. Feichtinger nutzte also die Chance, das 3:2 bedeutete die nächste Führung für seine Elf (77.). Und der eben Gefoulte legte sogar noch nach: Das 4:2 durch Wimmleitner nach schönem Pass von Peter Ocovan bedeutete die vorzeitige Entscheidung in einer nun rassiger geführten Partie (80.). Danach war Schluss in Gurten. Der Aufsteiger besiegte mit einer ansehnlichen Leistung und einer sicheren Abwehrleistung das Spitzenteam des FC Blau-Weiß Linz und hat sich damit eine gute Ausgangslage für den weiteren Abstiegskampf der Regionalliga Mitte geschaffen.

Union Gurten : FC Blau-Weiß Linz 4:2 (1:1)

Park21-Arena Gurten, 850 Zuschauer, SR Stefan Stangl

Torfolge: 0:1 (8.) Svetozar Nikolov, 1:1 (31.) Martin Feichtinger, 2:1 (57.) Bastian Mühlbacher, 2:2 (66./Elfm.) Nikolov, 3:2 (77./Elfm.) Feichtinger, 4:2 (80.) Fabian Wimmleitner

Gelb-Rote Karte: Lukas Gabriel (BW Linz/76.)

Stimmen zum Spiel:

Wilhelm Wahlmüller, Trainer Blau-Weiß Linz: "Gurten war heute sehr effektiv, fast jeder Schuss führte zu einem Treffer. In der ersten Halbzeit sind wir verdient in Führung gegangen, den Beginn der zweiten 45 Minuten haben wir etwas verschlafen. Wir haben uns dann etwas die Schneid' abkaufen lassen. Die Elfmeterentscheidung war für mich sehr fragwürdig, solche Situation kommen sehr oft vor in einem Spiel, da müsste es acht Mal Elfer geben. Der Ausschluss war dann natürlich doppelt bitter, zum Schluss hat einfach das letzte Bisschen gefehlt."

Die Besten: Florian Berger, Martin Feichtinger, Peter Ocovan, Fabian Wimmleitner bzw. keiner

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