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Regionalliga Mitte

Interview mit St. Florian-Neo-Coach Lindinger: "Ich bin kein Felix Magath"

Die Union T.T.I. St. Florian steht mit nur 8 Punkten aus 18 Liga-Spielen abgeschlagen am Ende der Tabelle in der Regionalliga Mitte und wird sich vermutlich nach 18 Jahren Liga-Zugehörigkeit mit dem Abstieg in die OÖ-Liga abfinden müssen. Wir haben mit Neo-Coach Gerhard Lindinger über seine Pläne und Visionen mit den "Sängerknaben" gesprochen.

 

Ligaportal: Als Ex-Trainer und Spieler von St. Florian kennen Sie den Verein ja sehr gut. Wie konnten Sie die Verantwortlichen von St. Florian überzeugen, zurückzukehren, da es bei St. Magdalena nicht wirklich schlecht lief?

Gerhard Lindinger: Ja, es war sicher eine schöne und erfolgreiche Zeit. Vor Weihnachten hatte ich St. Florian gar nicht so am Radar. Da aber Herr Messner bei mir in der Firma arbeitet, habe ich sehr rasch erkannt, dass er dazu tendiert, im Winter zu gehen. Dann sind die Telefone heiß gelaufen und ich habe mich entschieden, bis zum Sommer interimistisch den sportlichen Leiter und den Trainerposten zu übernehmen.

LP: Einer ihrer Erfolgsformeln ist „Wer aus Niederlagen nichts lernt, wird nie Sieger werden.“ Ihre Mannschaft musste in der Hinserie mehr Niederlagen einstecken, als ihr lieb war. Was haben Sie aus diesen Niederlagen gelernt?

GL: Die Voraussetzungen sind nicht leicht. Ich kenne die Mannschaft erst seit 5 Wochen - sie hat Charakter, allerdings hat die Breite und die Qualität des Kaders eher kein RLM-Niveau, das ist nicht von der Hand zu weisen. Der Verein hat signalisiert, dass ein Umbruch erwünscht ist. Meine Aufgabe ist es, den Verein sportlich umzuformen, aber auch die Weichen zu stellen ab Sommer. Wir wollen uns anschauen, ob sich die Spieler mit dem Verein und der Region identifizieren und ob es eine Basis über den Sommer hinaus gibt.

LP: Bisher war die Offensive das große Problem. Nur 8 Törchen in 18 Spielen ist natürlich viel zu wenig. Was ist der Plan, um in der Rückrunde torgefährlicher zu werden?

GL: Man gewinnt mit einer guten Offensive Spiele, doch mit einer guten Defensive gewinnt man Meisterschaften. Da werden wir den Hebel ansetzen müssen. Primär ist es wichtig, dass wir defensiv unsere Hausaufgaben erledigen. In der Kürze der Zeit kann man nicht beides machen, man muss sich klar für was entscheiden. Und das ist bei uns die Defensive.

LP: Wie sind Sie bisher mit der Wintervorbereitung zufrieden? Auch da lief es ja von den Ergebnissen her nicht so rund.

GL: Grundsätzlich war es schwierig, wir hatten keinen Kunstrasen reserviert. Außerdem haben wir kein Trainingslager absolviert. Wir haben unser Trainingsprogramm halbwegs durchgebracht, doch durch die Kältewelle sind die Plätze jetzt alle gefroren. Ich bin mit der Vorbereitung also nicht ganz zufrieden, es gibt noch sehr viele Schrauben, an denen wir drehen müssen.

LP: Der Auftakt ist mit dem Match gegen den ATSV Stadl-Paura ein extrem wichtiges Match. Worauf wird es bei diesem Match ankommen?

GL: Ich habe Stadl-Paura zwei mal beobachtet. Die haben sich sehr gut verstärkt und uns ist die Schwierigkeit dieses Spiels bewusst. Insgesamt muss man sagen, dass die RLM in der Winterpause entscheidend stärker geworden ist. Durch die Liga-Reform rechnen sich noch 5-6 Teams etwas aus. Stadl-Paura zähle ich da nicht dazu, richtige gute Qualität haben sie trotzdem.

LP: Sie übernehmen bis zum Sommer ja den Posten als Trainer und als sportlicher Leiter in Doppelunion. Was wird nach dieser Saison passieren? Gibt es bereits einen Nachfolger?

GL: Da ist noch nichts klar. Ich habe bisher mit 3 Kandidaten Gespräche geführt und bin der Meinung, dass sie alle dazu befähigt sind, bei St. Florian zu arbeiten. Es gibt da gewisse Parameter auf die ich achte. Ich hoffe, dass sich die nächsten 4 bis 6 Wochen etwas entscheidet.

LP: Sie bezeichnen sich selbst als „nicht der super strenge Trainer“. Sehen Sie sich mehr als der Kumpeltyp?

GL: Ich bin kein Felix Magath, der mit Straftrainings ankommt, aber ein Kumpeltyp bin auch nicht. Ich habe eine klare Linie: Wer nicht mitgeht, ist nicht dabei. Die Spieler müssen körperlich soweit sein und dazu bereit sein, mitzuarbeiten. Ich mache klar Ansagen und ich will, dass man ehrlich miteinander umgeht.

LP: Hand auf’s Herz. Was muss passieren, damit Sie mit Ihrem Team das Wunder Klassenerhalt noch packen? 10 Punkte Rückstand!

GL: Ein Abstieg wäre kein Beinbruch. Wobei das nicht heißt, dass wir uns sportlich geschlagen geben. Aber wenn es so sein sollte, dann ist es so. Abstieg kein beinbruch. Wobei wir nicht hingehen sportlich geschlagen geben, wenn es so sein sollte dann ist es so. Im Fußball muss man sich auch auf sowas einstellen.

LP: Vielen Dank für das Gespräch!

Geführt und geschrieben von Pascal Stegemann

 

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