Corona-Krise (15): In Weiz hofft man die Saison ''im Sommer hinausstrecken zu können''!

Derzeit steht der Fußball in Österreich aufgrund der Corona-Virus-Krise komplett still. Nicht nur die Profi-Ligen haben ihre Meisterschaften auf Eis gelegt, auch im Amateur-Bereich ist der Ligabetrieb bis auf Weiteres ausgesetzt. Selbstverständlich ist davon auch die Regionalliga Mitte betroffen. Ligaportal sprach mit Werner Laschober, Obmann und Sektionsleiter beim SC ELIN Weiz über die derzeitige Lage, die finanziellen und sportlichen Konsequenzen der Krise sowie über sinnvolle und notwendige Maßnahmen für den Club.

Weiz-Obmann Laschober: ''Die ungleiche Verteilung ist ein Problem''

Der SC Weiz ist in der Steiermark bekannt für seine Nachwuchsarbeit, seit nun mehr sechs Jahren halten sich die Grün-Schwarzen in Österreich's dritthöchster Spielklasse. Auch in diesem Jahr hat die Gruber-Truppe nichts mit dem Abstieg zu tun und überwinterte auf dem elften Platz. Auch der Frühjahrsauftakt gelang mit einem 3:0-Derbysieg gegen den USV St. Anna, anschließend legte der Corona-Virus den Spielbetrieb lahm. Werner Laschober, Obmann und Sektionsleiter beim SC Weiz sieht die getroffenen Maßnahmen der Regierung nur teilweise gerechtfertigt: ''Auf der einen Seite musste natürlich etwas gemacht werden, vor allem da wo es Massenansammlungen gibt. Das ist natürlich eine große Gefahr. Auf der anderen Seite ist die ungleiche Verteilung ein Problem. Wir haben selbst ein Bekleidungsgeschäft und das ist ein Problem. Wir dürfen nichts verkaufen, haben nur große Kosten, aber keine Einnahmen'', bringt der Weizer Obmann die finanziellen Hürden der Wirtschaft auf den Punkt. Seinen Verein sieht er trotz der nicht abzusehbaren finanziellen Konsequenzen noch gut aufgestellt: ''Wir haben gut gewirtschaftet und mussten keinen Spieler entlassen. Wir haben vom Zeugwart bis zum Trainer mit hunderprozentiger Zustimmung alle auf fünfzig Prozent gesetzt. Das geht solange bis wir wieder Einnahmen haben'', so Laschober.Derzeit befinden sich auch die Weizer Spieler im Heimtraining, die Hoffnung, dass die Saison noch beendet werden kann, lebt beim SC Weiz: ''Unser ganzer Vorstand ist geschlossen dafür, dass weitergespielt wird. Man könnte die Saison im Sommer dann einfach hinausstrecken. Natürlich müsste man einige englische Wochen spielen. Aber irgendeine Lösung oder einen Kompromiss wird man finden müssen'', zeigt sich der SC-Obmann optimistisch.

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Ob es rassige Derby-Szenen wie diese in diesem Jahr noch sehen gibt, bleibt weiter ungewiss.

Finanzspritze des steirischen Verbandes ''noch nicht mal ein Tropfen auf dem heißen Stein''

Auch in Sachen Sponsoren ist in Weiz noch vieles unklar, bis jetzt hat den Steirern nur ein Sponsor eine Absage erteilt: ''Wir haben bisher eine Stornierung, unser derzeitiges Busunternehmen hat einen hundertprozentigen Ausfall, das habe ich aber erwartet. Momentan müssen wir keine Gespräche führen. Wir können uns derzeit noch über Wasser halten, aber irgendwann sitzen auch wir auf dem Trockenen. Wir haben zwar gut gewirtschaftet, aber wenn wir keine Einnahmen haben, können wir auch nicht durchspielen'', so Laschober. Der steirische Fußballverband hat kürzlich eine Finanzspritze von 450.000 Euro aus einem Härtefonds für die Amateur-Vereine beschlossen. Dies bedeutet, dass jeder steirische Unterhaus-Club schnellstmöglich 500 Euro erhält. Darüber hinaus sollen die Netzwerkgebühren erlassen und die Nachwuchstrainer-Zuschüsse ausbezahlt werden. Für den Weizer Obmann nicht wirklich ein Grund zum Jubeln: ''Das ist noch nicht mal ein Tropfen auf dem heißen Stein. Für einen kleinen Jugendclub vielleicht hilfreich, aber für einen Regionalliga-Club noch nicht mal das Papier wert, auf dem es gedruckt ist'', schließt der Sektionsleiter ab.

Bericht: Pascal Stegemann

Foto: Richard Purgstaller

 

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