WSC Hertha Wels: Wagen die Messestädter mit einem verjüngten Kader den nächsten Anlauf in Sachen Titel?

Der WSC HOGO Hertha Wels liebäugelte in der letzten Regionalliga Mitte Saison mit dem Aufstieg in die 2. Liga. Und tatsächlich war man bis zum Abbruch noch voll im Geschäft - Platz drei und nur zwei Zähler Rückstand auf die ebenfalls aufstiegswilligen Sturm Graz Amateure stehen in der Endabrechnung. Nun wollen die Messestädter den nächsten Anlauf wagen und stehen vor der schwierigen Aufgabe mit der Corona-Krise umzugehen und wirtschaftliche und sportliche Problemstellungen erfolgreich zu lösen. Ligaportal sprach mit Gerald Perzy, WSC-Sportchef über die kommende und die vergangene Spielzeit sowie über Kaderplanung und Zielsetzungen.

WSC-Sportchef Perzy: ''Wenn alles gut läuft, können wir auf jeden Fall um den Titel mitspielen''

Der WSC Hertha Wels war einer der Leidtragenden des coronabedingten Liga-Abbruchs, denn die Waldl-Schützlinge lieferten sich mit den Sturm Graz Amateuren ein Kopf and Kopf-Rennen um den Aufstieg, wie auch WSC-Sportchef Perzy betont: ''Wir sind sehr gut in der Spur gewesen. Im Herbst haben wir fünf schwerwiegende Ausfälle super kompensiert. Trotz dieser Langzeitausfälle konnten wir uns oben festsetzen. Im Frühjahr wären alle fit gewesen. Wir sind dann mit einem 6:3-Sieg super ins Frühjahr reingestartet, ich bin nach wie vor überzeugt, dass wir ein gewaltiges Wort um den Titel mitgeredet hätten.'' Für die Saison 20/21 hat man ähnliche Ziele, wenngleich auch mit einer deutlich verjüngten Mannschaft: '' Durch Corona mussten natürlich auch wir Budget-Einbußen hinnehmen, deshalb wollen wir heuer aus der Not eine Tugend machen. Wir haben den Kader stark verjüngt und sehen dieses Jahr als eine Art Konsolidierungsjahr. Wir haben uns von einigen Ü30-Spielern getrennt und mit jungen, hungrigen Spielern ersetzt. Wir haben jetzt eine gesunde, gute Mischung aus erfahrenen Spielern und jungen Spielern, deren Ziel die zweite Liga ist. Wenn alles gut läuft, können wir auf jeden Fall um den Titel mitspielen'', so Perzy. Für dieses Ziel wurde der Kader dann doch um einiges verändert - acht Neuzugänge mit teilweiser Profi-Erfahrung und guter fußballerischer Ausbildung stehen acht Abgängen gegenüber. Tormann Pirmin Strasser kommt von der ASKÖ Oedt und stand bereits für den SV Grödig in der Bundesliga zwischen den Pfosten. Von Liga-Konkurrent Vöcklamarkt wechselt außerdem Stürmer Alexander Fröschl zum WSC. Der 27-jährige hat ebenfalls Bundesligaspiele auf dem Konto und weiß wo das Tor steht. 70 Ligatore erzielte der Stürmer für die UVB in seinen viereinhalb Saisonen in der RLM und der OÖ-Liga. Ein junger Goalie mit Perspektive ist Ammar Hasanovic vom SV Seeboden 1b, der bereits in der Jugend von RB Salzburg und dem SV Grödig kickte. Einen weiteren Kicker mit Profi-Erfahrung sicherten sich die Herthaner mit Daniel Racic - der 22-jährige Mittelfeldspieler kommt vom KSV, wo er in der abgelaufenen Saison sieben 2. Liga-Einsätze verbuchen konnte. Der fünfte Neuzugang ist der 18-jährige Kenan Salo, der die komplette Jugend des AKA LASK durchlief und bei einem 2. Liga-Einsatz bereits Profi-Luft schnuppern durfte. Ebenfalls für das Mittelfeld angedacht ist Philipp Stadlmann von den Jungen Wikingern Ried - der 23-jährige wechselte erst im vergangenen Winter vom SAK nach Ried und will nun beim WSC den nächsten Schritt gehen. Neuzugang Nummer sieben ist der 18-jährige Gentian Ljatifi, der von der AKA LASK U18 zu den Messestädtern stößt. Die Liste der Neuzugänge beschließt Elvir Hadzic vom FC Dornbirn, der 21-jährige Offensivmann stand für den Vorarlberger Zweitligisten 19/20 13 Mal auf dem Platz, ein Tor gelang dem Bosnier dabei nicht.

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Foto: Pirmin Strasser ist voraussichtlich die neue Nummer eins im Welser Kasten.

Durch zehn Abgänge geht Erfahrung verloren - Teambuilding soll die Mannschaft zusammenführen

Den Verein verlassen werden hingegen Florian Madlmayr (Bad Schallerbach), der mit zehn Treffern erfolgreichste Torschütze der vergangenen Saison Sinisa Markovic (SPG Wallern/St. Marienkirchen), Florian Krennmayr (Union St. Martin), Manuel Hartl (UFC Rohrbach/Berg), Mario Reiter und Denis Berisha (beide Union Dietach), Stürmer David Poljanec (SV Gmunden), Gent Shkodra (BW Linz Amateure), Aaron Volkert (SV Seekirchen) und Ersatzkeeper Josef Gruber (FC Wels). Damit ist die Welser Kaderplanung quasi abgeschlossen, auch wenn Perzy weitere Aktivitäten nicht ausschließt: ''Wir haben unseren Kader im Prinzip zusammen, wir halten allerdings die Augen und Ohren offen.'' Den ersten Test absolvieren die Waldl-Männer am Samstag, den 11. Juli um 18:30 bei OÖ-Ligist Bad Schallerbach. Ein besonderes Schmankerl ist ein Teambuilding-Wochenende vom 31. Juli bis 2. August in Obertraun, wo sich die Spieler kennenlernen sollen und unter anderem ein Testkick gegen die U19-Mannschaft von Union Berlin ansteht. Ob die coronabedingten Auflagen einen Einfluss haben auf die sportliche Leistungsfähigkeit ist für Perzy noch nicht ganz klar: ''Zum jetzigen Zeitpunkt ist das schwierig zu sagen. In Oberösterreich haben wir derzeit wieder etwas verschärfte Maßnahmen. Vielleicht ist es positiv, dass wir die ersten beiden Spiele auswärts haben und erst im September erstmalig zuhause spielen. Es gibt auch Vereine wie Vöcklamarkt, die normalerweise vor 800 Zuschauern spielen, das ist sicher ein Nachteil'', schließt der WSC-Sportchef ab. Zum Liga-Auftakt gastiert der WSC am 16. August im Derby bei Gurten.

Foto: Harald Dostal

Bericht: Pascal Stegemann


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