Rekordverdächtig! Biscan vernichtet Vorwärts Steyr mit fünf Toren in 25 Minuten

steyr-bigsakFür einen historischen Fußballabend in vielerlei Hinsicht sorgt Darijo Biscan beim 5:0-Schützenfest seines SAK Celovec/Klagenfurt im Gastspiel beim SK Vorwärts Steyr. Der Angreifer in Diensten der Kärntner schießt seine Elf mit rekordverdächtigen fünf(!) Toren innerhalb von nur 25 Minuten zum Sieg - und stürzt damit die an diesem Tag chancenlosen Oberösterreicher ins tiefe Tal der Tränen. 

Ein Dreierpack - oft gesehen. Ein lupenreiner Hattrick - immer wieder passiert. Ein Vierfachtorschütze - keine Seltenheit mehr. Was sich aber am Freitagabend in Steyr abspielt, ist wohl einzigartig. Mit fünf Toren innerhalb von 25 Minuten empfiehlt sich SAK-Angreifer Darijo Biscan für die Geschichtsbücher. In Minute 45 beginnen seine Festspiele - und finden ihren Höhepunkt im 5:0-Endstand nach 70 Minuten. 

40-Meter-Tor eröffnet Scheibenschießen 

Es ist ein Schützenfest, das sich im ersten Durchgang keineswegs abzeichnet. Die Steyrer können das Spiel völlig offen gestalten, beide Mannschaften neutralisieren sich weitgehend. Die ersten Halbchancen gehören den Oberösterreichern, so scheitert etwa Peter Orosz vor SAK-Goalie Marcel Reichmann (4.). Nach einer Viertelstunde nähern sich auch die Klagenfurter erstmals gefährlich dem Tor von Reinhard Großalber. Ein Triplat-Schuss aus der Distanz stellt die erste Prüfung vor den Schlussmann der Kensy-Elf dar. Alles in allem resultieren die wenigen Möglichkeiten auf beiden Seiten in erster Linie aus Standardsituationen. Ehe Sekunden vor dem Halbzeitpfiff das Biscan-Festival beginnt - und wie! Aus knapp 40 Meter sieht er Großalber zu weit vor seinem Gehäuse stehen, mit einem fantastischen Weitschuss überhebt er den Keeper zum 1:0. 

Steyr erstarrt in Ehrfurcht

Nach dem Seitenwechsel kommt der Goalgetter so richtig in Fahrt. Mit einem Doppelschlag entscheidet er nach gut einer Stunde die Partie. Zunächst nützt er einen schweren Fehler von Orosz, wenige Sekunden später legt er mit seinem dritten Treffer nach (58., 59.). Der Mann mit der Nummer 22 ist nun überhaupt nicht mehr zu bremsen, spielt sich in einen Rausch. Wieder nur sieben Minuten später erhöht Biscan auf 4:0, verwandelt eine Flanke von rechts per Kopf. Den Schlusspunkt setzt er in Minute 70, indem er einen herrlichen Freistoß aus knapp 30 Metern ins Netz zirkelt. Die Klagenfurter liefern ein Offensivfeuerwerk ab, erdrücken den Gegner in dieser Phase förmlich. Es ist eine Machtdemonstration eines in Hälfte zwei groß aufspielenden SAK - mit einem alles überragenden Darijo Biscan. 

 

Stimmen zum Spiel

Adam Kensy (Trainer SK Vorwärts Steyr):
"Die ersten drei Tore waren fast Eigentore, das waren Riesenfehler vom Torhüter, von Orosz und von Duvnjak. Zu diesem Zeitpunkt hatte uns der Gegner nicht einmal ausgespielt, dann war es natürlich vorbei, hat man das Selbstvertrauen vom SAK gesehen. Es ist schade, weil wir defensiv eigentlich gut stehen, auch wenn das 0:5 natürlich katastrophal klingt. Probleme haben wir im Mittelfeld, im Spielaufbau. Da müssen wir was tun. Aber so ist Fußball, solche Tage passieren. Wir hatten eigentlich super trainiert, es war die vielleicht beste Woche gewesen. Aber Training und Spiel sind eben zwei Paar Schuhe. (Auf die Frage, wie die Eigenfehler zu erklären seien): Einige würden diese Fehler bei anderen Vereinen vielleicht nicht machen. Bei Steyr muss man psychisch stark sein, ist der Druck ein bisschen größer. Damit haben einige Spieler Probleme. Auf jeden Fall suchen wir nach einem Lenker im Mittelfeld."
 
Igor Ogris (Sportlicher Leiter SAK Celovec/Klagenfurt):
"Ich bin jetzt schon sehr lange dabei, aber auswärts von den Zuschauern für so ein Torfestival bejubelt zu werden, habe ich noch nie erlebt. Bis zum 1:0 war es noch relativ ausgeglichen, ohne große Vorkommnisse. Ab da waren wir wie entfesselt, auch unser Stürmer - so etwas habe ich noch nicht gesehen. Es war ein perfekter Tag und ist natürlich eine Riesen-Motivation für das Spiel gegen Ried. Jetzt ist der Mannschaft alles zuzutrauen. Wir glauben selber ans Weiterkommen, ich kann mir nicht vorstellen, dass Ried einen besseren Stürmer hat als Biscan. Wir hatten den Start nicht gut erwischt, jetzt sind wir gewaltig in der Spur. Ich glaube, dass wir da auch hingehören und noch den einen oder anderen Platz nach vorne kommen können. Die Mannschaft ruft das ab, was sie draufhat."

Christoph Gaigg

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