Kein Scherz! Tormann schießt St. Florian mit Zuckerfreistoßtreffer auf die Siegerstraße

Bei nasskalten Temperaturen stieg am Freitagabend das Regionalliga-OÖ-Derby zwischen der Union T. T. I. St. Florian und der UVB Vöcklamarkt. Die heimische Wahlmüller-Elf konnte ihre Überlegenheit im zweiten Abschnitt in Tore ummünzen und belohnte sich mit einem 3:1-Heimsieg für eine sehr ansprechende Leistung. Zum Matchwinner avancierte Goalie Ivan Lucic, der nicht nur hinten sicher agierte, sondern seine Elf mit einem Zuckerfreistoßtreffer auf die Siegerstraße brachte. Zugleich ist nach dem Abgang von Coach Wahlmüller die Trainersuche beim Regionalligisten bereits am Anlaufen.

 

Starke Florianer Anfangsphase - Regen und Kälte als Spielverderber

Auf schwierigem Terrain übernahmen die Heimischen in der Anfangsphase das Kommando und erspielten sich durch Nils Zatl (2., 8.) zwei gute Einschussmöglichkeiten. Die Wahlmüller-Jungs hielten das Tempo hoch, die Vöcklamarkter wirkten im Spiel nach vorne uninspiriert. Nach etwa 25 Minuten verflachte das Match zusehends, die hinten gut organisierte UVB-Abwehr ließ kaum mehr echte Chancen der Florianer zu, blieb aber im Spiel ncah vorne harmlos. Mitten in dieser unscheinbaren Phase knallte plötzlich St. Florians Christoph Prandstätter das Leder an die Latte, scheiterte nur um Zentimeter am Torerfolg. Die UVB hingegen blieb weiterhin harmlos: Ein Schüsschen von Ibrahimovic (41.) war noch die "beste Gelegenheit", doch echte Torgefahr bestand da - wie generell in der Schlussphase des ersten Abschnitts  -  nicht, sodass die Spieler torlos, aber regengetränkt zum Pausentee gingen.

Tormann-Talent mit Zuckerfreistoßtor - Wahlmüller-Elf bärenstark

Die zweite Halbzeit war keine zehn Minuten alt, als erstmals der Torjubel durch den mit etwa 150 Zuschauern mager besuchten Sportpark hallte. Nein, der Stadionsprecher hatte sich nicht geirrt, als er mit Ivan Lucic den Schlussmann der Florianer als Torschützen hochjubeln ließ. Der Jung-Keeper, der ab Sommer seinen Fußballtraum beim FC Bayern München leben wird, schnappte sich bei einem Freistoß aus gut und gerne 30 Meter das Leder, zirkelt den Ball über die Mauer sehenswert in die linke untere Ecke - 1:0, die Sängerknaben-Kicker feierten ihren torgefährlichen Keeper nach diesem Zuckerfreistoßtreffer überschwänglich.

Am Spielverlauf änderte sich wenig. St. Florian agierte engagiert und mit Spielwitz, während die UVB heute nicht ihren besten Tag erwischt hatte. Doch die Wahlmüller-Elf verabsäumte es den Sack zuzumachen, scheiterten Thomas Höltschl (67.) und Ewald Huber (73.) mit Distanzgranaten am starken UVB-Rückhalt Manuel Harrant. Nach 78 Minuten roch es aber dann schon nach der Vorentscheidung. Prandstätter tankte sich auf der linken Seite durch, bewies das Auge für den mitgelaufenen Nils Zatl, der die schöne Koproduktion gekonnt abschloss, zunächst Goalie Harrant umkurvte und danach trocken zum 2:0 einschoss (78.). Keine 180 Sekunden später waren die Hausruckviertler wieder zurück in der Partie, Nach einem Eckball konnte Sängerknaben-Keeper Lucic einen Kopfball aus kurzer Distanz noch gut parieren, war aber dann gegen den Abstauber von Daniel Lettner (81.) machtlos - nur mehr 2:1. Die Schlussoffensive der Gäste blieb aus, stellte viel mehr Mittelfeldmotor Florian Krennmayr mit einem souverän verwandelten Foulelfmeter in der Nachspielzeit den 3:1-Endstand her (91.).

 

Bereits vor dem Spiel wurde bekannt, dass St. Florians Erfolgscoach Willi Wahlmüller gemeinsam mit seinem Bruder Stefan die Sängerknaben verlassen und ab kommender Saison den Ligakonkurrenten Blau Weiß Linz betreuen wird. Im vorletzten Heimspiel schenkten die Florianer ihrem scheidenden Coach eine starke Leistung und einen verdienten Dreier.

Willi Wahlmüller (Trainer Union St. Florian):
"Der Sieg heute war hochverdient, die Burschen haben wie aus einem Guss gespielt und seit langem wieder eine Leistung gebracht, wo man mit der Zunge schnalzen kann. Vor allem unsere Derbybilanz kann sich sehen lassen, wollen wir im Saisonfinish noch einmal richtig Gas geben und eine Rangverbesserung erreichen. Ich möchte die Saison mit St. Florian würdig beenden und freue mich bereits auf die neue Aufgabe bei Blau Weiß Linz. Das ist der nächste Schritt, bin ich schon jetzt voller Motivation und fühle mich bereit für die neue Herausforderung."

Andreas Hofmann (Sportchef Union St. Florian):
"Das war heute ein Derby ganz nach unserem Geschmack, möchte ich unseren Burschen zur heutigen Leistung gratulieren. Der Abgang von Willi Wahlmüller nach fünf erfolgreichen Jahren geht natürlich nicht spurlos an uns vorüber, war es eine tolle Zeit mit ihm und seinem Bruder Stefan. Nun müssen wir aber in die Zukunft blicken, möchten wir bis Ende Mai den neuen Trainer präsentieren. Es gibt zwei mögliche Anforderungsprofile: Variante A wäre einen gestandenen Trainer mit einem gewissen Namen zu holen, die zweite Option wäre es einem jungen, hungrigen, ehrgeizigen Coach die Chance in St. Florian zu geben. Egal wer es letztendlich wird, wichtig ist vor allem eines: Der neue Trainer muss die Philosophie unseres Klubs - Spieler auszubilden und weiterzuentwickeln - voll mittragen!"

Die Besten: Ivan Lucic, Nils Zatl, Christoph Prandstätter (alle St. Florian)

 

 

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