Rapid-Fans stundenlang festgehalten: Polizei äußert sich zu umstrittenem Einsatz beim Wiener Derby

Im Rahmen des heutigen Wiener Derbys zwischen Austria und Rapid ist es unweit vom Stadion entfernt zu unschönen Szene gekommen.

Nachdem einzelne Rapid-Anhänger laut Polizei diverse Gegenstände auf eine stark befahrene Schnellstraße geworfen haben sollen, kesselte die Exekutive 1338 Fans der Hütteldorfer auf einem schmalen Weg stundenlang ein ("Derby-Skandal: Polizei kesselt Rapid-Anhänger seit Stunden ein!").

Neben der "Rechtshilfe Rapid" taten auf Twitter auch zahlreiche unschuldig festgehaltene Anhänger der Grün-Weißen ihr Unverständnis über die Art und Weise des Einsatzes kund und erhoben schwere Vorwürfe gegen die Exekutive.

Nun äußerte sich die Polzei in einem ausführlichen Statement zu dem umstrittenen Einsatz: 

Foto: Rechtshilfe Rapid/Twitter

 

Die Stellungnahme der Polizei

Einige Tatverdächtige waren der Polizei bereits von früheren Amtshandlungen namentlich bekannt. Einerseits um weitere gefährliche Angriffe zu verhindern, andererseits um alle mutmaßlichen Täter anzeigen zu können, wurden 1338 Fans im Bereich des Tatorts von der Polizei angehalten und Identitätsfeststellungen unterzogen. Anschließend wurden alle bereits kontrollierten Personen gemäß den Bestimmungen des SPG aus dem Sicherheitsbereich weggewiesen.

Zahlreiche Wurfgegenstände wurden sichergestellt und werden auf mögliche Spuren untersucht. Auch während der Perlustrierung konnten bei den angehaltenen Personen eine erhebliche Menge pyrotechnischer Gegenstände sowie eine Rauchgranate polnischen Fabrikats sichergestellt werden, die grundsätzlich nur für militärische Zwecke verwendet wird und laut österreichischem Recht als Sprengmittel eingestuft ist. Bei den anderen Sicherstellungen handelt es sich vorwiegend um verbotene Pyrotechnik der Klasse F3 und höher, sowie Blitzknallsätze und Notsignalfackeln.

Die Amtshandlung gegenüber den angehaltenen Fans konnte um 21:55 Uhr abgeschlossen werden. Neben einer Anzeige wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung kam es zu einer verwaltungsrechtlichen Festnahme. Entgegen kolportierter Behauptungen bezüglich zahlreicher Rettungseinsätze wird nach Rücksprache mit der Wiener Berufsrettung angemerkt, dass während der Dauer des gesamten Einsatzes lediglich drei Personen von der Rettung abtransportiert werden mussten. Ein Mann klagte über Knieprobleme, eine Frau über Kreuzschmerzen und eine dritter Patient über Kreislaufbeschwerden.

Der Landespolizeipräsident von Wien, Dr. Gerhard Pürstl, nimmt zu den heutigen Vorfällen rund um das Wiener Derby wie folgt Stellung: „Gewalt hat auch beim Fußball nichts verloren. Die Wiener Polizei ist dieser entschieden entgegengetreten. Zusätzlich werden die Straftäter, die wegen konkreter gefährlicher Angriffe ausgeforscht werden, der Bundesliga zur Prüfung eines Sportstättenbetretungsverbotes gemeldet. Ich erwarte mir aber - wie alle friedfertigen Fußballfans - darüber hinaus auch, dass der Verein gegen alle gewaltbereiten Fans, soweit sie ihm bekannt sind, konsequent, auch mit Stadionverboten, vorgeht. Den eingesetzten Kräften gilt für die Bewältigung dieses schwierigen Einsatzes mein besonderer Dank!“

Insgesamt standen im Zusammenhang mit dem heutigen Fußballmatch 550 Polizistinnen und Polizisten der Wiener Polizei im Einsatz.

 

 

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