Endlich rollt in der Tipico Bundesliga wieder der Ball. Am vergangenen Dienstag und Mittwoch erfolgte mit den ersten Spielen in der Qualifikations- und Meistergruppe der Restart ins Saisonfinish. Nun geht es Schlag auf Schlag, steht doch bereits am Wochenende der nächste Spieltag auf dem Programm. Selbstverständlich hat unser Experte Gerhard Schweitzer auch die sechs Partien der 24. Runde eingeschätzt. 

Sa, 06.06.2020, 17:00 Uhr

SC Cashpoint Rheindorf Altach - WSG Swarovski Tirol

SC Cashpoint Rheindorf AltachWSG Swarovski Tirol

"Altach hat im Auswärtsspiel gegen Mattersburg eine solide Leistung geboten. Es war ein couragierter Auftritt, wie man es auch schon zu Beginn der Frühjahrssaison sehen konnte. Auch das Comeback von Meilinger war sehr gut. Sollte Altach weiterhin in so einer guten Verfassung auftreten, dann könnten sie auch für den siebenten Tabellenplatz in Frage kommen. WSG Tirol hat in den ersten 15 Minuten gegen St. Pölten strikt die Corona-Regeln eingehalten (lacht). Dazu sind ihnen viele individuelle Fehler im technischen Bereich unterlaufen. Dann ist es gegen jeden Gegner schwer. Bisschen enttäuscht muss man auch von den arrivierten Spielern sein, die im Winter geholt wurden, um für Stabilität zu sorgen. Jetzt müssen sie schnellstmöglich eine andere Spielweise an den Tag legen."

Sa, 06.06.2020, 17:00 Uhr

spusu SKN St. Pölten - FK Austria Wien

spusu SKN St. PöltenFK Austria Wien

"Ich muss dem „Ibi“ (Robert Ibertsberger; Anm. d. Red.) ein Kompliment machen. Sie haben sehr gut gespielt und die Fehler von Tirol gut genützt. Sie haben es auch geschafft, die hohen Bälle auf Maierhofer und Standardsituationen zu verhindern. Aus taktischer Sicht war das ein sehr guter Auftritt von St. Pölten. Die Höhe des Sieges war in diesem Ausmaß nicht zu erwarten und könnte für die Konkurrenz durchaus ein Schock gewesen sein. Zur Austria: Ich verstehe die Kritiker nicht, die sofort wieder ein schönes Spiel fordern und davon sprechen, dass das nicht die wahre Austria sei. So viel Blödsinn nach drei Monaten Pause zu lesen, ist furchtbar. Das haben sich auch die Spieler nicht verdient. In diesem Fall (nach dem 1:0-Heimsieg gegen Admira; Anm. d. Red.) muss man ganz klar sagen: Fußball ist ein Ergebnissport, die Austria hat 1:0 gewonnen und fertig. Natürlich kann man immer etwas verbessern. In St. Pölten müssen sie aber höllisch aufpassen, um von dort ungeschlagen wegzufahren."

Sa, 06.06.2020, 17:00 Uhr

FC Flyeralarm Admira - SV Mattersburg

FC Flyeralarm AdmiraSV Mattersburg

"Die Admira hat gegen die Austria ein sehr gutes Auswärtsspiel gemacht, das am Ende dann aber nicht mit Punkten belohnt wurde. Sie waren in der Defensive sehr kompakt und haben vorne immer wieder für gefährliche Momente gesorgt. In dieser Art und Weise ist die Admira kein Abstiegskandidat. Die Leistung von Mattersburg im ersten Heimspiel war solide. Vielleicht haben sie sich auch mehr als einen Punkt erwartet. Ich denke, dass ihnen jetzt jedes Spiel helfen wird - vor allem, was die kämpferische Note betrifft. Das ist eine Qualität von Mattersburg."

So, 07.06.2020, 17:00 Uhr

RZ Pellets WAC - LASK

RZ Pellets WACLASK

"Für Ferdinand Feldhofer war es natürlich schön, in der Arena, in der er lebt (lacht), zu gewinnen. Das Spiel gegen Sturm war recht ausgeglichen, aber der WAC hat - wie schon den ganzen Herbst und im Frühjahr - ganz unbekümmert agiert. Dazu kam noch die Krönung mit dem Traumtor von Shon Weissman. In dieser Verfassung und Form ist der WAC schon jetzt absolut ein Anwärter auf den zweiten Platz. Dem LASK hat gegen Hartberg etwas das Spielglück gefällt. Die Chancen, die ihnen geboten wurden, müssen sie aber machen. Beim 5:1 im letzten Duell gegen Hartberg waren alle Chancen drinnen, diesmal nicht. Trotzdem habe ich den Auftritt des LASK nicht schlecht gesehen. Es bleibt spannend und ich lege mich fest, dass vom zweiten bis zum fünften, sechsten Platz alles möglich ist. Ich denke, dass der LASK gegen den WAC etwas defensiver agieren wird und auf Umschaltspiel setzen wird."

So, 07.06.2020, 17:00 Uhr

TSV Prolactal Hartberg - FC Red Bull Salzburg

TSV Prolactal HartbergFC Red Bull Salzburg

"Für Hartberg war der Sieg gegen den LASK natürlich ein Traum. Hartberg war taktisch perfekt eingestellt und hat aus dem letzten Spiel beim LASK mit den vielen Gegentoren die richtigen Lehren gezogen. Natürlich ist bei einem Sieg in letzter Minute auch viel Glück dabei, aber das hatten sie sich verdient. Jetzt ist es natürlich sehr schade, dass keine Zuschauer zum Spiel gegen Salzburg kommen dürfen. Salzburg hat gegen Rapid das gewohnte Spiel durchgezogen und haben mich körperlich überzeugt. Da haben schon sehr viele Abläufe gepasst. Es hat sich nicht so viel geändert."

So, 07.06.2020, 19:30 Uhr

SK Rapid Wien - SK Sturm Graz

SK Rapid WienSK Sturm Graz

"Es ist natürlich ein bitterer Start, wenn man nach Salzburg fährt, von dort unbedingt was mitnehmen will, und dann verliert man dort die beiden Abwehrstrategen. Dennoch hat mir der Auftritt von Rapid gefallen - da waren gute Nadelstiche dabei und sie haben auch ganz gut kombiniert. Sturm hätte das Spiel gegen den WAC eigentlich nicht verlieren dürfen. Sie hätten sich sicherlich einen Punkt verdient gehabt. Trotzdem ist Sturm weiterhin dabei und hat noch alle Chancen auf einen Europacup-Platz. Für sie wäre es natürlich gut, wenn sie ungeschlagen aus Hütteldorf heimfahren könnten."

Gerhard Schweitzer
Zur Person Gerhard Schweitzer

Gerhard Schweitzer fungiert bereits seit mehreren Jahren als Experte für ligaportal.at. Die erfolgreichste bzw. längste Zeit während seiner Trainerlaufbahn erlebte der nunmehr 56-Jährige bei der SV Ried. Zunächst noch als Co-Trainer der zweiten Mannschaft, wurde er im Sommer 2001 zum Co-Trainer von Paul Gludovatz befördert, ehe er von März 2002 bis Mai 2003 sogar als Cheftrainer der Wikinger agierte.

2006 heuerte Gerhard Schweitzer als U19-Coach in der Akademie des FC Red Bull Salzburg an. Zur selben Zeit bildete er zusammen mit Paul Gludovatz ein kongeniales Trainergespann für Österreichs U20-Nationalteam, das 2007 bei der WM in Kanada den sensationellen vierten Platz belegt hatte. Ein Jahr nach diesem Triumph folgte die Rückkehr nach Ried, wo er bis zu seinem Abschied im Jahr 2015 gleich dreimal als Interimstrainer einspringen musste.

Danach war Schweitzer sowohl als Trainer als auch als Sportlicher Leiter bei Union Vöcklamarkt aktiv. Nach seinem kurzen Engagement bei ASKÖ Oedt kehrte Gerhard Schweitzer als Chefscout zur SV Ried zurück. Außerdem agiert der gebürtige Oberösterreicher zurzeit gemeinsam mit Heinz Hochhauser als Scout des israelischen Nationalteams.

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von Ligaportal; Foto: GEPA/Wien Energie