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Spielberichte

Dreierpack: Ex-Veilchen Mario Leitgeb schießt die Wiener Austria in die Krise

Fünf Tage nach dem glanzlosen 3:1-Heimerfolg im ÖFB-Cup-Achtelfinale gegen den FAC ging es für den FK Austria Wien am Sonntag in der Tipico Bundesliga mit einem Heimspiel gegen den RZ Pellets WAC weiter. Die Marschroute der Veilchen war nach zuletzt drei sieglosen Liga-Partien en suite klar: Ein Heimsieg gegen den punktgleichen WAC war sozusagen Pflicht.

Diese Pflicht konnte eine indisponierte und harmlose Austria allerdings nicht erfüllen. Vor allem, weil ausgerechnet der ehemalige Austrianer Mario Leitgeb den WAC mit einem Dreierpack zu einem hochverdienten 3:2-Auswärtserfolg schoss.  

Für den WAC war es bereits der dritte Bundesliga-Sieg gegen die Austria in Folge. 

Verdienter Auswärtssieg: Der WAC bezwingt die Wiener Austria dank dreier Tore von Mario Leitgeb mit 3:2.

Startelf-Debüt für Max Sax - Ilzer mit drei Umstellungen

Austria-Trainer Thomas Letsch nahm gegenüber dem 3:1-Heimsieg am Dienstag gegen den FAC zwei Umstellungen vor. Dominik Prokop und Ewandro saßen heute zunächst nur auf der Ersatzbank. Dafür spielten der wiedergenesene Maximilian Sax und Kevin Friesenbichler von Anfang an.

Sein Gegenüber Christian Ilzer reagierte mit drei Änderungen auf die Cup-Pleite am vergangenen Mittwoch gegen Rapid. Mario Leitgeb, Bernd Gschweidl und Marc Andre Schmerböck rotierten für Manfred Gollner, Sven Sprangler und den verletzten Dever Orgill in die Startelf der Wölfe. 

Austria geht nach 23 Sekunden in Führung 

Das Spiel hätte für den Gastgeber nicht besser beginnen können. Mario Leitgeb konnte eine Flanke nicht entscheidend klären, lenkte die Kugel genau zu Uros Matic, der von knapp außerhalb des Strafraums volley abzog. Rnic versuchte die Situation noch zu bereinigen, fälschte jedoch das Leder unhaltbar ins eigene Tor ab - 1:0 nach 23 Sekunden. Es war das schnellste Tor in der laufenden Bundesliga-Saison. Der WAC ließ sich von diesem denkbar ungünstigen Start nicht beirren, spielte mutig nach vorne und war vor allem bei Umschaltsituationen brandgefährlich. Nach einem Ballverlust der Wiener steckte der ehemalige Austrianer Michael Liendl auf Bernd Gschweidl durch, der völlig freistehend an Pentz scheiterte (10.). Wenige Augenblicke später resultierte aus einer Standardsituation der Ausgleichstreffer: Wernitznig flankte von links in den Strafraum, wo sich Leitgeb geschickt gelöst hatte und aus leicht abseitsverdächtiger Position den Ball über die Linie drückte - 1:1 (14.). 

Kurz darauf erstickte der neuerliche Führungstreffer der Veilchen den Kärntner Jubel über Leitgebs zweites Saisontor: Uros Matic chippte einen Freistoß aus großer Distanz in den Strafraum, wo sich Rnic unerklärlicherweise von Monschein löste, der das Leder sehenswert mit dem Hinterkopf über Kofler hinweg ins Tor beförderte - 2:1 (16.). Nach dieser spektakulären Anfangsphase mit drei Treffern in den ersten 16 Minuten beruhigte sich die Partie ein wenig. Wenngleich beide Mannschaften nicht müde wurden, den 8.540 Zuschauern in der Generali-Arena ein abwechslungsreiches Bundesliga-Spiel zu bieten. Die Gäste aus Kärnten blieben stets gefährlich, gewannen in der ersten halben Stunde deutlich mehr Zweikämpfe und hatten die konkreteren Torchancen. Zunächst scheiterte Wernitznig mit einem direkten Freistoß an Pentz (27.), ehe Liendl einmal mehr seine Qualität unter Beweis stellte und mit einem herrlichen Pass in die Schnittstelle Wernitznig in Position brachte, der völlig freistehend neben das Tor schoss (38.). Das WAC-Tor hingegen kam bis zum Pausenpfiff nicht mehr in Gefahr. 

Kevin Friesenbichler und Co liefen dem Leder zumeist nur hinterher. 

Austria bettelt gegen engagierte Kärntner um Gegentore - und bekommt sie auch 

Die ersten Minuten nach Wiederbeginn gehörten eindeutig den Gäste aus Wolfsberg, die mutig und engagiert in den zweiten Spielabschnitt gestartet waren. Zunächst traf Gschweidl aus kurzer Distanz nur das Außennetz (47.), ehe Austria-Keeper Pentz einen Ritzmaier-Querpass gerade noch vor dem einschussbereiten Gschweidl abfangen konnte (54.). Kurz darauf hatte der auffällige Gschweidl erneut seine Füße im Spiel, schoss aber einmal mehr drüber. Exakt 15 Minuten nach Wiederbeginn reagierte Thomas Letsch mit einem Doppelwechsel auf die schwache Darbietung seiner Mannschaft, brachte mit Prokop und Ewandro zwei frische Offensivkräfte ins Spiel. Für sie mussten Friesenbichler und Sax weichen. 

Gefährlicher waren aber weiterhin die Gäste: Ein Kopfball des völlig freien Sollbauer verfehlte das Gehäuse der Wiener knapp (62.). Die Hausherren waren in den zweiten 45 Minuten beinahe ausschließlich in der Defensive beschäftigt. Offensiv machte die Truppe von Thomas Letsch keine Anstalten, die Gäste aus Kärnten in Gefahr zu bringen. Die Angriffswelle der Wölfe hingegen hielt weiterhin an. Nach einer Hereingabe von Novak hatte Schmerböck den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterte aber an Pentz, der schnell auf dem Boden war und die Führung festhielt (75.). Der Ausgleich war ob der Angriffsbemühungen der Gäste nur eine Frage der Zeit. Und ausgerechnet der ehemalige Austrianer Mario Leitgeb stellte mit seinem zweiten Treffer an diesem Nachmittag auf 2:2. Der 30-jährige gebürtige Grazer stieg bei einer Ecke am höchsten und konnte unbedrängt einköpfen (84.). In der Schlussphase spielten die Kärntner gegen indisponierte Veilchen voll auf Sieg und wurden dafür belohnt: Eine feine Freistoßflanke von Liendl landete bei - richtig - Mario Leitgeb, der überlegt zum 2:3-Endstand einköpfte (90.+2). Ein Aufbäumen der erschreckend schwachen Hausherren blieb aus und so feierte der WAC einen hochverdienten 3:2-Erfolg in Wien-Favoriten. 

Thomas Letsch bekam eine erschreckend schwache Leistung seiner Mannschaft zu sehen. 

Stimmen zum Spiel

Thomas Letsch, Trainer FK Austria Wien: „Fakt ist, dass die erste Halbzeit, glaube ich, ein klasse Spiel von beiden Seiten war. Es ging viel hin und her, mit offenem Visier. Dann gehen wir in die Halbzeit und haben uns eigentlich vorgenommen mehr zu machen, noch viel aggressiver zu sein, aber haben dem Gegner das Feld völlig überlassen. Wir hatten kaum Entlastung. Als die Drangperiode vom WAC, wo sie es auch gut gemacht haben, überstanden war kriegen wir zwei Standards, wo es sich gerade beruhigt hatte. Am Schluss sind es drei Standardsituationen. Das ist natürlich absolut enttäuschend, speziell wie wir zweite Halbzeit aufgetreten sind. Das war einfach schlecht. Der WAC war viel mehr in Bewegung. Sie sind die Räume aufgelaufen. Sie waren immer dran am zweiten Ball. Wenn wir den Ball hatten, haben wir es nicht geschafft Entlastung reinzubringen, haben den Ball wieder viel zu schnell verloren. Ich tue mir schwer jetzt etwas Positives rauszuziehen. Wir haben ein wichtiges Spiel 2:3 verloren. Ein Spitzenteam sind wir derzeit nicht. Das Ziel muss es sein ein Spitzenteam zu werden. Ob das morgen, übermorgen ist oder noch etwas dauert, kann ich nicht sagen.“

Christoph Monschein, FK Austria Wien: „Ich bin irgendwie sprachlos. Wir sind erste Hälfte gut reingestartet, haben wieder ein schnelles Tor geschossen. Besser kann es nicht laufen. Zweite Hälfte war es ein komplett anderes Bild von uns. Wir haben die Zweikämpfe nicht angenommen. Viel kann ich dazu nicht sagen, aber ich bin komplett enttäuscht. Wir wollten unbedingt drei Punkte holen, ein Wahnsinn. Die Zweikämpfe waren gar nicht okay. Noch dazu drei Standardtore, so dürfen wir uns nicht anstellen. Da müssen wir besser verteidigen, den Gegenspieler besser stören, damit er nicht so frei zum Kopfball kommt und viel aggressiver sein. Das sind die Basics vom Fußball, Laufarbeit, Zweikämpfe. Das haben wir heute nicht gut gemacht.“

 

Christian Ilzer, Trainer RZ Pellets WAC: „Er hat jetzt noch nicht wirklich viel gespielt. Ich denke Dever Orgill und Marc Andre Schmerböck waren einfach unsere Einserformation im Sturm, aber er hat gegen die Admira schon die eine oder andere Torchance vorgefunden und in Testspielen immer wieder getroffen. Er hat Torgefahr und ich denke er hat sich heute die Chance zu spielen richtig verdient.“

Mario Leitgeb, RZ Pellets WAC: „Es war natürlich ein Wahnsinn was da heute passiert ist. Ich glaube wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht. Wir haben die Austria die komplette zweite Halbzeit in ihre Hälfte gedrückt, waren klar die bessere Mannschaft und gehen verdient als Sieger vom Platz. Dass ich da natürlich einen Hattrick mache, habe ich noch nicht ganz gecheckt, aber es ist natürlich wunderschön. Jetzt werde ich einmal in die Kabine reingehen und ein bisschen feiern. Das wird heute sicher noch ein schöner Abend. Das erlebt man sicher nicht alle Tage. Wir haben es geschafft, dass wir die Austria permanent unter Druck gesetzt haben und sind auch geduldig geblieben. Wir haben heute wirklich super Fußball gezeigt. Es hat richtig Spaß gemacht und war ein tolles Spiel von uns.“

 

Quelle: Sky

FK Austria Wien - RZ Pellets WAC 2:3 (2:1)

Generali-Arena; 8.540 Zuschauer; SR Muckenhammer 

Zum Live-Ticker FK Austria Wien gegen RZ Pellets WAC 

Tore: Matic (1.), Monschein (16.) bzw. Leitgeb (14., 84., 90.+2)

Austria: Pentz - Klein, Schoissengeyr, Igor, Salamon - Jeggo - Ebner (88./Venuto), Sax (60./Ewandro), Matic - Monschein, Friesenbichler (60./Prokop)

WAC: Kofler - Novak, Sollbauer, Rnic, Schmitz - Leitgeb - Wernitznig, Liendl, Ritzmaier - Gschweidl (77./Jovanovic), Schmerböck (87./G. Nutz)

 

Fotos: Josef Parak

 

Geschrieben von Daniel Ringsmuth

 

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