In der 2. Landesliga Süd hat UFC Eben das Derby gegen SC Pfarrwerfen mit 3:0 gewonnen und damit die Tabellenführung verteidigt. Eine besondere Geschichte schrieb dabei das Bruderduell der Familie Scherer: Tobias und Stefan Scherer standen für Eben auf dem Platz, ihr Bruder Thomas für Pfarrwerfen. Zwei der drei Ebener Treffer gingen auf das Konto der Scherer-Brüder – ehe ausgerechnet ein Duell zwischen Tobias und Thomas zur Roten Karte führte.

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Für Spielertrainer Stefan Scherer war die Richtung dieser Partie vom Anpfiff an klar. „Vom Anpfiff weg waren wir die Mannschaft, die mehr wollte“, sagte der Ebener Trainer. Schon in der Kabine und beim Aufwärmen habe seine Mannschaft ein ganz anderes Gesicht gezeigt als eine Woche zuvor in Leogang, und genau das habe man danach auch auf dem Platz gesehen. Eben nahm die Zweikämpfe sofort an, ging früh drauf und setzte die Gäste rasch unter Druck. Nur in den ersten Minuten, so schilderte es Scherer, sei Pfarrwerfen ordentlich in die Partie gekommen. „Die ersten fünf Minuten waren noch nicht so eindeutig, aber dann waren wir richtig drauf“, sagte er. Das 1:0 in der 9. Minute war deshalb für ihn die logische Folge dieser Anfangsphase. Mario Dygruber schlug einen starken Ball aus dem Halbfeld hinter die Abwehr, Tobias Scherer zog von rechts gut hinein und schob ins lange Eck ein.
Auch das 2:0 ordnete Scherer als ganz wichtigen Moment ein. „Mit dem Zweitore-Vorsprung hatte ich nie richtig das Gefühl, dass wir das heute nicht gewinnen“, sagte er. In der 23. Minute eroberte Valentin Palzenberger den Ball an der Mittellinie, zog mit seinem Tempo über die linke Seite davon und traf mit links ins lange Eck. Eben blieb danach das aktivere Team und hätte laut Scherer noch vor der Pause nachlegen können, musste sich zur Halbzeit aber mit dem 2:0 begnügen. Nach dem Seitenwechsel dauerte es dann nicht lange bis zur endgültigen Vorentscheidung. In der 56. Minute setzte Tobias Scherer nach einem tiefen Ball energisch nach, es entstand ein Gestocher, und Stefan Scherer schob den Ball aus vollem Lauf zum 3:0 ein.
Nur eine Minute später rückten die drei Scherer-Brüder endgültig in den Mittelpunkt des Derbys. Tobias Scherer lief alleine in Richtung Pfarrwerfener Tor und wurde als letzter Mann gestoppt – ausgerechnet von seinem Bruder Thomas. Der Schiedsrichter entschied auf Rot. Für Tobias war die Szene trotz der sportlichen Rivalität alles andere als ein Grund zur Freude. Als er sah, dass ausgerechnet sein Bruder Thomas nach dem Foul vom Platz musste, tat es ihm sofort leid. Auch Stefan Scherer hatte nach dem Spiel gemischte Gefühle. „Es tut mir im Nachhinein leid, dass er da die Rote Karte gesehen hat. Mir wäre lieber gewesen, es hätte einen anderen Spieler getroffen, aber die Karte war zurecht“, sagte der Ebener Spielertrainer. Damit hatte das Bruderduell an diesem Abend eine außergewöhnliche Geschichte geschrieben: Tobias Scherer erzielte das 1:0, Stefan Scherer das 3:0 – und Thomas Scherer musste nach dem Foul an seinem Bruder Tobias mit glatt Rot vom Platz.
So klar das Ergebnis auch war, für Scherer fiel es am Ende sogar noch zu knapp aus. „Das Spiel hätte höher ausgehen müssen. Ein 5:0 oder 6:0 hätte auch keinen aufregen dürfen“, sagte er offen. Er verwies dabei auf mehrere gute Möglichkeiten und gleich vier Aluminiumtreffer. Stefan Scherer selbst traf früh das Lattenkreuz, Tobias Scherer setzte einen Angriff an die Stange, Alper Kirbas verzeichnete ebenfalls einen Aluminiumtreffer und Valentin Palzenberger traf die Latte. Trotzdem wollte Scherer den Gegner nicht kleinreden. Pfarrwerfen habe in den ersten Minuten gezeigt, dass es das Derby annehmen wolle, und selbst nach dem Platzverweis nicht aufgegeben. „Bis zur 90. Minute darf man gegen sie nicht nachlassen“, sagte der Trainer. In Summe sah er seine Mannschaft aber „in allen Belangen überlegen“.
Für Stefan Scherer war dieser Abend auch aufgrund seiner eigenen Vergangenheit besonders. Bis zu seinem 21. Lebensjahr spielte er viele Jahre für Pfarrwerfen. Nun stand er als Spielertrainer von Eben gemeinsam mit seinem Bruder Tobias auf der einen und Bruder Thomas auf der anderen Seite. Sportlich war für ihn aber vor allem die Reaktion seiner Mannschaft entscheidend. Nach dem deutlichen Dämpfer in Leogang zeigte Eben im Derby wieder jenes Gesicht, das die Mannschaft in den Wochen zuvor an die Tabellenspitze gebracht hatte.
Damit hat Eben auch sein Ziel erreicht, als Tabellenführer zum nächsten Derby nach Altenmarkt zu fahren. Dort wartet ein Gegner, gegen den es im Cup noch eine deutliche 0:7-Niederlage gesetzt hatte. Scherer blickt dem Wiedersehen dennoch selbstbewusst entgegen: „Jetzt muss uns Altenmarkt erst einmal schlagen. So leicht werden wir es ihnen diesmal nicht machen.“