Zwischen WM-Teilnehmer Marokko und dem Erzrivalen Algerien ist ein Streit um eine Trikot-Kollektion der algerischen Fußball-Nationalmannschaft entbrannt. Die Designer hätten "marokkanisches Kulturerbe" verwendet, schrieb Anwalt Mourad Elajouti im Namen des Kulturministeriums an adidas und forderte den deutschen Hersteller auf, das Trikot innerhalb von zwei Wochen zurückzuziehen.
Trikot-Streit zwischen Marokko und Algerien (Foto: AFP/SID/KARIM SAHIB)
Trikot-Streit zwischen Marokko und Algerien
Foto: AFP/SID/KARIM SAHIB

Konkret geht es um die Form eines geometrischen Mosaiks, bekannt als Zellij, das vor allem in Marokko zu den Hauptcharakteristiken der Architektur zählt. Dieses werde auf den Shirts verwendet und stelle somit eine kulturelle Aneignung dar, schreibt der Anwalt an Adidas-Chef Kasper Rorsted in einem Brief, den die Nachrichtenagentur AFP einsehen konnte.

Adidas wiederum hatte das Oberteil, das zur neuen "culture wear"-Kollektion gehört, als "vom El Mechouar-Palast inspiriert" bezeichnet. Dieser steht in Tlemcen im Nordwesten Algeriens. Aus marokkanischer Sicht entstand der Palast aber in einer Zeit der marokkanischen Herrschaft.

Die Beziehungen zwischen Algerien und Marokko sind seit Jahrzehnten schlecht. Dabei geht es unter anderem um den Status der Westsahara.

Der Streit um das Trikot sorgte auch für Belustigung, etwa beim marokkanischen TV-Moderator Abdellah Tourabi. "Wir bewegen uns ins Absurde", schrieb der Journalist bei Twitter und fragte, ob "die Spanier sich bei Marokko beschweren werden, weil diese große Teile ihrer Küche gestohlen haben... die wiederum von den Arabern übernommen wurde... die sie von den Persern haben."

 

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