Auf den Geschmack gekommen - Kaprun triumphiert auch in Leogang

Im Leoganger Steinbergstadion standen sich gestern der SC Leogang und der FC Kaprun gegenüber. Nach einem Auftakt wie er nicht besser hätte sein können, gab es für die Mair-Elf erst gegen St. Johann 1b (1:2) und zuletzt gegen St. Veit (2:5) zwei Niederlagen am Stück. Dem FCK gelang hingegen am letzten Wochenende ein großer Befreiungsschlag, als man den Titelfavoriten aus Saalbach-Hinterglemm mit 4:3 in die Knie zwingen konnte. Nur blöd, dass auch das Tabellenschlusslicht Radstadt zeitgleich gegen Neukirchen drei Punkte holte - so konnten sich die Kapruner im Kampf um den Abstieg trotz des Überraschungserfolgs keine Luft verschaffen. Im Herbst sorgten die Leoganger auf Kapruner Geviert für klare Verhältnisse und schenkten den Lederer-Mannen ein "Sechsertragerl" ein. Und dieses Mal?

 

 

FCK mit Blitzstart

Für die rund 100 Besucher gab es bereits nach wenigen Augenblicken den ersten Höhepunkt zu sehen. Die Gäste aus Kaprun brachen auf der linken Angriffsseite durch, Leogang-Keeper De Mas konnte erst einen Versuch von Despotovic abwehren und war auch beim Nachschuss auf dem Posten. Doch beim dritten Anlauf war De Mas letztlich geschlagen - der zuletzt Gelb gesperrte Johann Kendlbacher brachte die Grün-Weißen zeitig in Front - 0:1 (3.). Das Pinzgauer Derby entwickelte sich im ersten Durchgang zu einem kampf- und laufbetonten Duell, in dem die richtigen Einschussgelegenheiten rar blieben. "Die zuletzt von vielen Ausfällen geplagten Leoganger haben dieses Mal wieder alles aufgeboten und mit ihrer stärksten Elf gespielt", wusste Kapruns Trainer über die Qualität der Hausherren bestens Bescheid. Das klitzekleine Chancenplus gehörte unterm Strich wohl doch den Leogangern, die zwei gute Ausgleichsmöglichkeiten liegen ließen: Einmal fand die Mair-Truppe in Kapruns Schlussmann Granig ihren Meister, wenig später sauste ein Quehenberger-Schuss nur hauchdünn am Gehäuse vorbei.

 

Clevere Kapruner machten in der Nachspielzeit den Sack zu

Im zweiten Spielabschnitt wurde beiderseits mächtig aufs Gaspedal gedrückt. Die Begegnung ging hin und her mit Chancen hüben wie drüben. Während die ballorientierten Leoganger auf den Ausgleich drückten, verlagerten die Kapruner ihr Spiel auf Konter. "Da hätte es wirklich auf beiden Seiten einschlagen können", untermauerte Lederer den offenen Schlagabtausch. Als der Auswärtssieg schon seine Formen angenommen hatte, wurde es in der Schlussminute noch einmal kurios. Nach einem Foul auf Höhe der Mittelauflage reklamierten die Gastgeber so heftig, dass Joker Luuk van Santen einfach draufhielt und die Unsortiertheit des SCL somit gnadenlos bestrafte - 0:2 (90.). "Anstelle sich zu formieren, stellten die Leoganger den Schiri zur Rede. Das hat auch unsere Ersatzbank bemerkt und Luuk darauf hingewiesen, einfach zu schießen. Dass der dann passt, ist für so einen jungen Spieler natürlich eine super Sache", zeigten die Lederer-Schützlinge in dieser Situation viel Cleverness. Wenig später hatte der FC Kaprun den "Dreier" endgültig in der Tasche und machte einen weiteren, wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt. "Summa summarum war der Sieg verdient. Das haben auch die Leoganger so gesehen. Wir haben kämpferisch und läuferisch letztendlich mehr Aufwand betrieben", gab es für den FCK-Coach den zweiten Sieg en suite.

 

Die Besten bei Kaprun: Pauschallob.

 

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