Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat nach dem Vorrunden-Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM in Katar vor einem kompletten Umbruch gewarnt. "Du kannst jetzt nicht alles über den Haufen werfen", sagte der 58-Jährige bei Sport1: "Vor allem nicht mit einer Generation von Spielern, die erst noch aufblühen wird."

Klinsmann trainierte das DFB-Team von 2004 bis 2006 (Foto: AFP/SID/INA FASSBENDER)
Klinsmann trainierte das DFB-Team von 2004 bis 2006
Foto: AFP/SID/INA FASSBENDER

Bundestrainer Hansi Flick sei "ein feiner Trainer und feiner Mensch, das hat er mehrfach bewiesen beim FC Bayern", sagte Klinsmann. Vor der Heim-EM habe man "nur noch 18 Monate, da muss alles gut überlegt sein bei Veränderungen".

In Katar habe die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) "großen Aufwand betrieben, war aber nicht effektiv im Abschluss", erklärte Klinsmann, der auch Mitglied der Technical Study Group (TSG) des Weltverbandes FIFA ist.

Auch nach Angaben der TSG ist das frühe Aus auch auf die schlechte Chancenverwertung zurückzuführen. Das DFB-Team kam mit Abstand zu den meisten Schussversuchen aller Mannschaften in der WM-Gruppenphase.

"Wir in Deutschland haben die Diskussion, ob ein echter Neuner, wie Miroslav Klose es früher war, die effizientere Lösung gewesen wäre", sagte Klinsmann. Es gebe einen Mangel an echten Torjägern, die die Chancen auch nutzen.

Das DFB-Team kam zu insgesamt 67 Versuchen in drei Spielen, Mannschaften mit einer geringeren Zahl an Abschlüssen wie Australien und Polen (je 20) schafften den Sprung ins Achtelfinale. "Sie waren oft effizienter. Sie haben ihre Konter genutzt", sagte Arsene Wenger, FIFA-Direktor für globale Fußballförderung.

 

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