"Ein waschechter Skandal" - Aufopferungsvoll fightende Adneter fühlen sich "um Sieg betrogen"

In Sachen Zurückeroberung der Tabellenführung wurde TSU Bramberg heute Nachmittag vom Mittelständer SK Adnet auf die Probe gestellt. Und wie. Die Gäste aus dem Tennengau gingen im Laufe der ersten Halbzeit mit 2:0 in Front, schwächten sich kurz vor der Halbzeit selbst. Zwar retteten sich die Wildkogler in numerischer Überlegenheit noch zu einem 2:2-Remis, die (Mehrfach-)Ausführung des finalen Elfmeters wird noch aber für einige Diskussionen sorgen.

 

Fotocredit: FMT-Pictures/T.A.

 

Adnet spielte Leader regelrecht an die Wand

Der SK Adnet zündete gleich von der ersten Sekunde an den Turbo und ließ müde wirkenden Brambergern nicht den Hauch einer Chance. "Meine Mannschaft hat eine irrsinnig gute erste Halbzeit gespielt und Bramberg erst gar nicht rauskommen lassen", sagte Gäste-Coach Thomas Schnöll. Überhaupt nicht überraschend, dass sich die Tennengauer in Minute 16 ihre Belohnung abholten: Patrick Sparber köpfte zum zu diesen Zeitpunkt zweifellos gerechten 0:1 ein. "Eine Nullleistung", war Brambergs Sportlicher Leiter, Stefan Leppert, mit dem Auftritt seiner Mannen ganz und gar nicht zufrieden. In der 38. Spielminute kam es für Leppert und seine Oberpinzgauer noch dicker: Einen Schnöll-Versuch konnte TSU-Keeper Hamzic noch parieren, beim Nachschuss von Florian Widl war er schließlich machtlos - 0:2. Kurz vor dem Pausenpfiff ging's in der Bramberger Smaragd Arena noch einmal rund. Weil sich Gäste-Akteur Roland Strobl auf Höhe der Mittelauflage zu einem überharten Einsteigen hinreißen ließ, flog er mit der Roten Karte vom Platz (44.). "Ein dummes Foul", war Schnöll not amused.

 

Elfmeter-Fiasko brachte bei Adnet das Fass zum Überlaufen

"Irgendwie hat uns der Platzverweis aufgeweckt", nahm Leppert eine immer besser werdende TSU wahr. Mit einem Mann mehr auf dem Feld glückte Bramberg zur Stundenmarke der so wichtige Anschlusstreffer: David Nindl ließ einen Adneter stehen, dribbelte sich fast schon brasilianisch in den Sechzehner und versenkte das Kunstleder im Tor - 1:2 (60.). "Wir haben gekämpft wie ein Löwe", gab's für Schnöll im Hinblick auf die Defensivleistung seiner Schützlinge absolut nichts zu meckern. Außer einem Ronacher-Schuss, bei dem Gäste-Schlussmann Grabovica auf dem Posten war, ließen die dezimierten Adneter kaum bis gar nichts zu. Auf der anderen Seite vergab man sogar die Chance auf die vorzeitige Entscheidung, als Schörgi in Hamzic seinen Meister fand. Als der Auswärtssieg für die Schnöll-Buben schon konkretere Formen angenommen hatte, wurde es noch einmal wild, ja vogelwild. Schiedsrichter Baumann zeigte nach einem Vergehen in der Box der Gäste auf Elfmeter, den David Nindl letztendlich drei Mal ausführen musste - 2:2 (89.). "Den ersten hat Vlado gehalten, wurde aber wiederholt, weil der Linienrichter eine vorzeitige Bewegung von ihm gesehen hatte. Auch den zweiten konnte Vlado parieren, wieder wurde er wegen der gleichen Sache wiederholt. Der dritte war dann drin", erzählte Schnöll vom Elfmeter-Fiasko. Leppert zeigte Mitgefühl: "Wenn ich ein Adneter wär, würde ich auszucken." Während sich Leppert ("Höchst glücklich, aber aufgrund der zweiten Halbzeit nicht unverdient") über den Punktgewinn freute, ließ Schnöll seinem Ärger freien Lauf: "Das hab' ich in 20 Jahren, oder wielange ich auch immer schon am Fußballplatz bin, noch nie gesehen. Ein waschechter Skandal. Wir sind um unseren Sieg betrogen worden. Uns wurden heute die Punkte gestohlen. Nach der Partie meinte der Hauptschiedsrichter, es wäre nicht sein Entscheidungsbereich. Also ich weiß, dass der Hauptschiedsrichter seinen Assistenten overrulen kann." Indes gab's für seine aufopferungsvoll kämpfende Mannschaft den Daumen nach oben: "Die hat super verteidigt, auch mit einem Mann weniger."

 

 

 TSU Bramberg  2:2 (0:2)  SK Adnet 

Bramberg, SR: Manuel Baumann

 

Torfolge: 0:1 Patrick Sparber (16.), 0:2 Florian Widl (38.), 1:2 David Nindl (60.), 2:2 David Nindl (89., Elfmeter)

 

Rote Karte: Roland Strobl (44., Foul)

 

Die Besten: David Nindl (ZM); Vlado Grabovica (TW), Patrick Sparber (ST)

 

 

 

Redakteur: Maximilian Winkler

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