In der II. Liga Mitte hat sich SV Schattendorf am Samstag mit ASK Neutal 1:1 getrennt. Für Neutal blieb nach dem Ausgleich von Michael Reiszner in der 74. Minute das Gefühl, dass sogar mehr möglich gewesen wäre. Trainer Dieter Komanovits sprach von zwei großen Chancen nach dem 1:1, ordnete den Punkt nach einer wechselhaften Leistung seiner Mannschaft letztlich aber als vertretbar ein.

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Aus Sicht der Gäste begann die Partie eigentlich so, wie man sie sich in Neutal vorgestellt hatte. Komanovits sagte: "Wir sind sehr gut ins Spiel gestartet und haben zu Beginn des Spiels zwei Chancen gehabt." Gerade deshalb wog der Rückstand aus seiner Sicht umso schwerer. Beim 0:1 durch Roman Bobak in der 16. Minute sah er seine Mannschaft in der Defensive schlecht postiert und sprach offen an, dass sein Team in einen Konter gelaufen sei. Danach kippte das Spiel aus seiner Sicht nicht völlig weg, im Gegenteil: Neutal hatte laut dem Trainer mehr Spielanteile und kam zumindest zu einigen Halbchancen. Trotzdem war der Auftritt bis zur Pause nicht so, dass man von einer klaren oder reifen Leistung sprechen konnte. "Das Spiel war eher auf niedrigem Niveau", sagte Komanovits über die erste Hälfte, an deren Ende Schattendorf mit einem 1:0 in die Kabine ging.
Nach der Pause brauchte das Spiel zunächst wieder ein paar Minuten, ehe es Fahrt aufnahm. Komanovits schilderte den Beginn des zweiten Durchgangs als ausgeglichen, danach sah er seine Mannschaft aber klar im Vorwärtsgang. "Dann haben wir die Initiative übernommen und zwanzig Minuten wirklich sehr druckvoll gespielt", sagte der Neutal-Trainer. In genau diese Phase fiel auch die Szene, die zum Ausgleich führte: Neutal bekam einen Foulelfmeter zugesprochen, Michael Reiszner verwandelte in der 74. Minute zum 1:1. Für die Gäste war damit noch nicht Schluss, vielmehr schien das Spiel jetzt in ihre Richtung zu kippen. "Nach dem 1:1 hatten wir zwei Topchancen", betonte Komanovits. Zuerst reagierte Schattendorfs Tormann bei einem Abschluss von Michael Trummer stark, kurz darauf ging eine große Kopfballchance von Raphael Komanovits knapp am Tor vorbei. Statt der möglichen Wende blieb es daher beim Ausgleich.
Gerade diese Phase erklärte für Komanovits auch ziemlich genau, warum sich Neutal nach dem Schlusspfiff mit gemischten Gefühlen auf den Heimweg machte. Einerseits waren die besseren Möglichkeiten aufseiten der Gäste, andererseits sah der Trainer sehr klar, was seiner Mannschaft über den ganzen Nachmittag gefehlt hatte. "Die Chancenauswertung", antwortete er auf die Frage nach dem Knackpunkt. Vor allem in der ersten Hälfte sei sein Team vor dem Tor nicht entschlossen genug und nicht mutig genug gewesen, um Abschlüsse sauber zu suchen. Gute Situationen seien vertändelt worden, gute Angriffe nicht optimal zu Ende gespielt. Dazu kam, dass der einzige Treffer der Gäste aus einer Standardsituation, nämlich dem Elfmeter, fiel. Gleichzeitig machte Komanovits aber auch keinen Hehl daraus, dass Schattendorf in der Schlussphase noch gefährlich war. Weil Neutal sehr hoch verteidigte, lief man mehrmals in Konter und überstand diese Situationen laut dem Trainer zum Teil auch glücklich. "Letztendlich wahrscheinlich ein gerechtes Unentschieden", lautete deshalb sein Fazit. Und weil mehrere Stammspieler nicht ihre Bestform hatten, zog er einen nüchternen Schluss: "So gesehen muss man mit dem Punkt zufrieden sein." Für die kommenden Wochen ist die Aufgabe damit klar umrissen: Die guten Spielphasen besser nützen und vor dem Tor konsequenter werden.
Schattendorf-Trainer Gerald Linshalm entgegnet: "Von den Großchancen her war das Spiel wohl ausgeglichen und daher auch kein unverdienter Punkt für Neutal. Fakt ist aber auch, dass der Tormann von Neutal nach einer klaren Tätlichkeit im Strafraum bei 1:0 für uns mit Rot gehen muss und wir somit einen Elfmeter auf das 2:0 hätten haben müssen und einen Spieler mehr für das restliche Spiel. Dass dann bei dem klaren Handspiel im Strafraum, was abermals nicht gegeben wurde, kurz vor Schluss noch der zweite Elfmeter ausblieb, macht den Abend umso bitterer.
Schade für das ansonsten gute Schiedsrichter-Team, dass sie hier zwei klare Fehlentscheidung getroffen haben und für mein Team, dass der Sieg somit nicht am Konto steht. Es sollen keine Ausreden sein, wir wissen dass wir die letzten Wochen vieles nicht gut genug gemacht haben, aber gestern wurden uns drei Punkte genommen. Wir werden weiter arbeiten und alles investieren um den Turnaround bis zum Winter zu schaffen."