Vereinsbetreuer werden

Es geht bergauf! Großer Umbruch in Kühnsdorf!

Wie jedes Jahr führt Ligaportal in der Winterpause Interviews mit Offiziellen, Trainern und Spielern durch. Einerseits um den Herbst Revue passieren zu lassen, andererseits um den Fußballfreunden einen Ausblick auf das Frühjahr zu gewähren. Heute stand uns der Obmann vom SK Kühnsdorf, Willi Karner, Rede und Antwort.

 

Der SK Kühnsdorf kämpfte in den letzten Jahren um den Vereinsfortbestand, stand kurz vor der laufenden Meisterschaft vor der Einstellung des Spielbetriebs. Buchstäblich in den letzten Sekunden vor Nennschluss riss der neue Vorstand rund um Willi Karner das Ruder herum und nun berichten die Jauntaler von etwas ruhigeren Fahrwässern, wenngleich neuerlich ein Großumbau der Truppe ansteht. Mittelfristig gibt es nun aber günstige Zukunftsprognosen, die Finanzen sind solide, der Nachwuchs wächst, im Herbst meldet der Klub erstmals seit 10 Jahren wieder eine 1b.

karnerwilli 2
Frischer Wind in Kühnsdorf: Obmann Willi Karner bringt die Jauntaler zurück in die Spur Foto: SKK/KK

Ein kritischer Sommer, ein stürmischer Herbst

2021 für Kühnsdorf ein Jahr, als ob die Drau über die Ufer schwappt und die Anwohner sich darum bemühen, den Schaden so gering wie möglich zu halten, bestätigt Obmann Willi Karner: „Die Gerüchte, wonach wir knapp vor der Einstellung vom Spielbetrieb stehen, stimmten. Als wir den Verein übernahmen, blieben nur wenige Tage Zeit, um Spieler zu verpflichten. Es waren nur noch wenige an uns gebunden.“

Auf die Schnelle führte der Weg nach Slowenien, trotz zahlreicher Legionäre hakte aber das Getriebe einer nicht eingespielten Truppe. Nach erfolgtem Trainerwechsel hin zu Anton Hrovatic konnten die Elf aber die für die sichere Seite der Tabelle nötigen Punkte einfahren. Am Ende stand nach einem ereignisreichen Herbst Rang 10 zu Buche.

Erneuter Großumbau für neue Ziele

Interimistisch nahm SAK-Legende Marjan Velik für ein Spiel Platz auf der Jauntaler Betreuerbank. Velik half nun Karner, den Kader im Hinblick auf das Frühjahr zu optimieren: „Marjan begleitete mich nach Ljubljana, um dort junge, hungriger Spieler ausfindig zu machen, die in Österreich Fuß fassen wollen.“ Die Wahl fiel schließlich auf das Quartett  Mark Kralj (Tor/ früher auch bei Techelsberg), Matej Zagar (Off. MF links), Mustafa Velic (Sturm) & Tilen Skufca (Sturm). Dazu stößt ein einheimisches Trio in die Jauntal-Arena: Andi Senfter (OM) kehrt nach einem Auslandssemester in Irland zurück, Dario Krnjic (OM/ASV 1b) & Kevin Lampret (MF/ SAK 1b) komplettieren einmal das Transferprogramm. „Mit einem Spieler verhandeln wir noch“, lässt sich Karner nicht komplett in die Karten blicken.

Den Verein verlässt das Slowenen-Quartett Dejan Zadnikar, Denis Simgoc, Gal Riegl (alle unbekannt) & Rok Romih (Ebenthal). Mit einem 23-Mann-Kader peilt Kühnsdorf die Rolle vom Hecht im Karpfenteich an: „Wir wollen unter die Top-5 in der Frühjahrestabelle landen.“ Derzeit befindet sich das Team in der dritten Trainingswoche, das erste Freundschaftsspiel erfolgt in Slowenien. „Wir hoffen nun, dass es keine Verletzten & keine COVID-Fälle gibt.“ Allfällige 2G-Regelungen stören den Trainings und Spielbetrieb nicht: „Mit einer Ausnahme sind alle geimpft & geboostert!“

Viel Bewegung abseits der Kampfmannschaft, COVID als möglicher Hemmschuh

Stolz erzählt Karner vom Zuschauerzuspruch und den damit einhergehenden Einnahmen im Herbst: „Wir konnten 115 Unterstützer werben und verkauften alle Banden rund um den Platz. Außerdem gab es im Mittel durchschnittlich 100 zahlende Zuschauer, das war angesichts der ganzen Umstände genauso bemerkenswert wie die 800 Besucher bei unserem Oktoberfest.“ 

Die Einnahmen ermöglichen Kühnsdorf eine solide wirtschaftliche Basis, Geld, das auch abseits der Kampfmannschaft willkommen ist: „Wir steigerten die Anzahl der Kinder von 28 auf 36, melden nun neben der U7 & U8 auch eine U10 an. Außerdem gibt es im Herbst erstmals seit 10 Jahren wieder eine Reserve bzw. ein 1B-Team!“, erzählt Karner hocherfreut. 

Erfreuliche Aussichten also, denen COVID freilich einen Strich durch die Rechnung machen könnte. Karner analysiert schonungslos: „Anders als bei den Spielern gibt es bei den Zuschauern gewiss viele, die sich nicht impfen lassen wollen oder können. Das zerreißt dann Gruppen, in der Folge droht dadurch das Ausbleiben einiger Geimpfter auf den Rängen.“  Einen Meistertipp gibt der Funktionär abschließend auch noch ab: „Das ist bei uns natürlich sehr schwer, aber ich glaube DSG Ferlach wird es schaffen.“