"Letzten zwei Jahre haben nicht unserem Anspruch entsprochen" - FC Puch und der Weg aus dem sportlichen Tief

Der FC Puch kann durchatmen, war die neuerliche Saisonannullierung doch gleichbedeutend mit dem Ligaverbleib und somit dem Wegfallen aller Abstiegssorgen. Mit Ehrgeiz, Wille und Motivation möchte man die Möglichkeit unbedingt nutzen, um sich in der Salzburger Liga zu etablieren. Für die kommende Spielzeit hat der Tennengauer Traditionsverein den Altersdurchschnitt der Mannschaft drastisch reduziert.

 

 

Fotocredit: FC Puch

 

Glück im Unglück: Schlusslicht Puch zum zweiten Mal von Pandemie gerettet

Dürftige drei Points aus neun Partien tackerten den FC Puch ans Ende der Salzburger Liga-Tabelle fest. Kurios: Schon im letzten Jahr stand der FCP zum Zeitpunkt der Saisonannullierung an der letzten Stelle. Die Frage nach einer gewissen Erleichterung und vielen vom Herzen fallenden Steinen will Vizeobmann Marcus Kerschhaggl nicht hundertprozentig bejahen: "Erleichtert ist immer relativ, aber natürlich war man nicht gerade glücklich über den letzten Tabellenplatz und die gezeigten Leistungen." Langzeit-Obmann Peter Weidisch, der neben seiner Pension künftig auch im Sport kürzer treten und durch Hannes Schildbeck abgelöst wird, fügt hinzu: "Immerhin hätten wir in beiden Jahren genügend Spiele gehabt, um uns zu retten." Wie auch immer, Fakt ist, Puch und das restliche Teilnehmerfeld der zweithöchsten Salzburger Amateurliga werden im Juli wieder bei null starten. Eine Chance, die die Tennengauer nicht auslassen möchten. "Wir wollen uns für die Meisterschaft vernünftig vorbereiten und dann sportlich wieder zeigen, dass die letzten zwei Jahre nicht unserem Anspruch entsprochen haben", sagt Kerschhaggl. Als Ziel wird ein Rang im gesicherten Tabellenmittelfeld ausgegeben, die oberste Priorität: Klassenerhalt.

 

Abbruch-Entscheidung "für alle am fairsten und im Gesamten gesehen am vernünftigsten"

Freilich passte das neuerliche Meisterschaftsaus den Puchern gut ins Konzept. Jedoch auch nüchtern und objektiv betrachtet war die Entscheidung für Kerschhaggl "unausweichlich": "Hierfür spielen mehrere Komponenten zusammen: Das höchste Gut eines Sportlers ist seine Gesundheit und aufgrund der sehr langen Trainingspause bzw. Trainingsverbot und der danach folgenden extrem kurzen Vorbereitungszeit wäre das Verletzungsrisiko in meinen Augen nicht vertretbar gewesen. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor wäre dann ein etwaiger Coronafall in einer Mannschaft gewesen - hier hätte dann die Meisterschaft möglicherweise aufgrund des Verzugs auch nicht beendet werden können. Auch wenn ich natürlich den Frust der Tabellenführer verstehe, war es im Endeffekt wohl für alle am fairsten und im Gesamten gesehen am vernünftigsten."

 

Nachwuchs: Guter Zulauf, einige Neuanmeldungen

Neben akuten Abstiegsnöten tauchte in Puch während der Pandemie ein weiteres Angstgefühl auf. Weil man von anderen Vereinen gehört hatte, dass Spieler die Lust am Fußball verlieren oder anderen Hobbys nachgehen, machten sich die FCP-Verantwortlichen berechtigte Sorgen um den Nachwuchsbereich. Diese konnten allerdings schnell wieder beiseite gelegt werden. Kerschhaggl klärt auf: "Bei uns im Verein hat durchaus ein Zulauf stattgefunden und wir konnten und können einige Neuanmeldungen verzeichnen. Dahingehend sind wir natürlich froh, dass sich die Kinder wieder sehr über die Möglichkeit 'Fußball' freuen, die Eltern uns das Vertrauen schenken und die sehr gute Arbeit unserer Nachwuchsabteilung und den Trainern geschätzt wird."

 

Vorbereitung läuft inoffiziell seit letzter Woche, offiziell seit gestern

Die Vorbereitungen für das kommende Spieljahr starteten offiziell gestern. Bereits vergangenen Mittwoch, wo der Trainingsbetrieb bekanntlicherweise wieder erlaubt wurde, hielten die Pucher ein leichtes Training ab, um sich an die Gegebenheiten zu gewöhnen und der Mannschaft die Neuzugänge vorzustellen. Im FCP-Lager kam es in der fußballfreien Zeit zu einigen Veränderungen. Wie berichtet, werden dem Verein fünf Akteure nicht mehr zur Verfügung stehen. Dafür wurden vier neue Spieler ins Boot geholt. "Um uns möglichst viel Matchpraxis anzueignen und uns optimal auf die neue Saison vorzubereiten, haben wir schon einige Testspiele geplant", wachelt Kerschhaggl mit dem Terminkalender.