In der 1. Klasse Enns setzte sich SV St. Gallen am Samstag mit 3:2 gegen SG WSV Eisenerz/SV Radmer I durch, doch aus Sicht der Gäste erzählte das Ergebnis nicht die ganze Geschichte. Obmann-Stellvertreter Klaus Gottsbacher sah seine Mannschaft trotz Niederlage deutlich verbessert und sprach von viel Moral, großem Kampfgeist und einem Auftritt, auf den sich aufbauen lässt.

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Vor dem Anpfiff schien die Rollenverteilung klar. St. Gallen ging als Tabellenzweiter in die Partie, Eisenerz/Radmer als Schlusslicht. Gerade deshalb fiel die Einordnung von Klaus Gottsbacher nach dem Schlusspfiff deutlich aus. „Die Rollen waren von Anfang an verteilt. St. Gallen als Tabellenzweiter und wir als Tabellenletzter. Das hat sich aber eigentlich nicht so bewahrheitet“, sagte er. Aus seiner Sicht legten die Gäste nämlich keineswegs wie ein Außenseiter los, sondern hielten von Beginn an dagegen. „Wir haben von Anfang an ein gutes Spiel gemacht. Wir haben Druck erzeugt, wir haben die Räume eng gemacht und haben die Heimmannschaft St. Gallen wirklich unter Druck gesetzt und gut verteidigt“, so Gottsbacher. Auf der Anzeigetafel stand zur Pause trotzdem ein 2:0 für die Hausherren. Marcel Pretschuh brachte St. Gallen in der 22. Minute per Freistoß in Führung, ein Treffer, den Gottsbacher als „sehenswert“ und für den eigenen Tormann als unhaltbar bezeichnete. In der 37. Minute erhöhte ein Eigentor von Joachim-Marcel Driessler auf 2:0, nachdem die Szene laut dem Gäste-Funktionär aus einem Gestochere entstanden war.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie aus Sicht der Gäste offen genug, um noch einmal zurückzukommen. Schon in der 50. Minute gelang Julian Kassegger der Anschlusstreffer zum 2:1, von Gottsbacher ebenfalls als sehenswert beschrieben. Dass St. Gallen nur sieben Minuten später durch Laszlo Kosa auf 3:1 stellte, passte zu jener Phase, die der Interviewpartner offen ansprach. „In der zweiten Halbzeit hat St. Gallen noch mehr Druck erzeugt“, sagte er und benannte damit klar den Abschnitt, in dem der Tabellenzweite seine Qualität wieder stärker auf den Platz brachte. Entscheidend für die Gäste war aber, dass sie sich davon nicht brechen ließen. In der 74. Minute verkürzte Dominik Swoboda auf 3:2, und plötzlich war das Spiel wieder eng. Gottsbacher sah darin die Bestätigung für die Haltung seiner Mannschaft: „Unsere Mannschaft hat totale Moral bewiesen, Kampfgeist und auch den Willen, gegen den Tabellenzweiten auswärts gut dazustehen und ein gutes Spiel zu zeigen. Das ist gelungen.“ Genau dieser zweite Anschlusstreffer sorgte dafür, dass die Partie bis in die Schlussphase hinein lebendig blieb und die Gäste trotz Rückstand weiter an ihrem Auftritt festhalten konnten.
Bemerkenswert war nach dem Spiel vor allem, wie klar Gottsbacher die eigene Mannschaft trotz der Niederlage in Schutz nahm. Auf die Frage, was nicht funktioniert habe, antwortete er ohne Zögern: „Ich glaube, dass bei unserer Mannschaft heute alles funktioniert hat.“ Für ihn war der Auftritt ein deutlicher Schritt nach vorne, vor allem im Vergleich zu den vergangenen Wochen. „Sie hat sich gegenüber den letzten Spielen gut präsentiert, Kampfgeist gezeigt, totale Moral und auch spielerisch großartig gespielt“, sagte er. Entsprechend oft kam er auf die mannschaftliche Geschlossenheit zurück. „Die Moral, der Kampfgeist, der Wille, die gestärkte Mannschaftsleistung von jedem Einzelnen war ganz, ganz toll“, hielt der Obmann-Stellvertreter fest. Diskussionsstoff brachte aus seiner Sicht die Rote Karte gegen Josip Markovic in der 86. Minute. Gottsbacher meinte dazu: „Das war für mich eine zu harte Rote Karte.“ Wenig später sah auch bei St. Gallen Jan Stockreiter Rot. Am Gesamteindruck des Abends änderte das für die Gäste aber nichts mehr. „Trotz dieser Niederlage kann man auf diese Leistung aufbauen“ und „Ich bin sehr stolz auf diese Mannschaft“, sagte Gottsbacher. Genau mit diesem Gefühl fuhr Eisenerz/Radmer nach dem 2:3 wieder heim: ohne Punkte, aber mit einem Auftritt, der Mut für die nächsten Aufgaben machen soll.