In der Unterliga West hat SC hagebau Wallner Bad Gams dem Tabellenführer SV Bad Schwanberg beim 3:3 alles abverlangt. Trainer Anel Kocijan hatte genau so einen Nachmittag erwartet: eine starke erste Hälfte seiner Mannschaft, danach aber große Probleme auf schwierigem Boden. "Wir haben das Beste daraus gemacht und verdient einen Punkt geholt", sagte der Schwanberger Coach nach dem Remis.

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Schon der Beginn sprach eher für die Gäste. Schwanberg ging in der 20. Minute durch Simon Krasser mit 1:0 in Führung und untermauerte damit jenen Eindruck, den Kocijan später schilderte: "In der ersten Halbzeit waren wir sehr gut, haben mit Ball gut Tempo gemacht und das Spiel bestimmt." Ruhe brachte die Führung aber nicht, denn Bad Gams drehte die Partie binnen weniger Minuten. Simon Zirngast stellte in der 32. Minute auf 1:1, nur zwei Minuten später traf Filip Stegu zum 2:1. Dass Schwanberg trotzdem mit einer Führung in die Pause ging, passte wiederum zur Sicht des Trainers. "Wir haben leider blöde Gegentore bekommen, sind aber super zurückgekommen", sagte Kocijan. Markus Resch glich in der 36. Minute zunächst zum 2:2 aus und legte in der 40. Minute auch das 3:2 für die Gäste nach.
Wer nur auf den Halbzeitstand blickt, könnte meinen, Schwanberg habe in Bad Gams zwei Punkte liegen lassen. Kocijan ordnete das unmittelbar nach dem Schlusspfiff aber anders ein. "Es war ein erwartetes schweres Spiel und es war auch sehr schwierig", sagte er und verwies dabei immer wieder auf die Bedingungen. Gerade die Platzverhältnisse seien ein Faktor gewesen, mit dem seine Mannschaft nie richtig warm geworden sei. "Sie sind uns nicht zugutegekommen", meinte der Trainer, der zugleich betonte, dass sein Team dennoch das Maximum herausgeholt habe. Für ihn war das 3:3 kein Ergebnis, über das man lange diskutieren musste. "Es war ein gerechtes Unentschieden", sagte Kocijan, weil sich beide Mannschaften viel abverlangten und Bad Gams laut seiner Einschätzung "gegen den Ball und auch mit Ball" sehr gut arbeitete.
In der zweiten Hälfte kippte das Spiel aus Schwanberger Sicht dann merklich. Kocijan sprach davon, dass seine Mannschaft "fast die ganze zweite Halbzeit Probleme" gehabt habe. Genau das zeigte sich auch im Verlauf, denn nach der 3:2-Pausenführung gelang es den Gästen nicht mehr, die Partie so zu kontrollieren wie davor. Der Trainer wollte daraus keinen Vorwurf machen, sondern erklärte offen, woran es aus seiner Sicht lag. "Die Platzverhältnisse haben uns einfach zu große Probleme gemacht. Damit sind wir nicht gut klargekommen und konnten nicht unsere optimale Leistung abrufen", sagte er. Bad Gams blieb damit im Spiel und kam in der 68. Minute durch Dean Slisko zum 3:3. Am Ergebnis änderte sich danach nichts mehr, Schwanberg musste sich nach einer starken ersten Hälfte also mit einem Punkt begnügen.
Dass Kocijan den Zähler trotzdem positiv einordnet, hatte noch einen zweiten Grund: Er kennt die Aufgabe in Bad Gams und weiß, wie unangenehm dieses Auswärtsspiel sein kann. "Wir wussten, dass Bad Gams sehr heimstark ist und zu Hause sehr schwer zu bespielen ist", sagte er. Gerade deshalb sei es für seine junge Mannschaft wichtig gewesen, überhaupt etwas mitzunehmen, selbst wenn der Auftritt nicht über 90 Minuten auf dem gewohnten Niveau lag. Einen Satz schob der Schwanberger Trainer besonders deutlich nach: "Wir müssen als Mannschaft noch lernen, auf solchen Plätzen mit unserem Spielstil umzugehen und ihn auch zu ändern." Der Punktgewinn hilft Schwanberg jedenfalls weiter, denn nach neun Runden bleibt der SV mit 22 Zählern an der Spitze.