Am 9. Spieltag der Unterliga West hat sich der USV Wies zu Hause nach einem 1:2 zur Pause noch ein 2:2 gegen den UFC Fleischhacker Fenster Wettmannstätten erarbeitet. Für Obmann Marcel Kipperer war es ein Abend mit „Höhen und Tiefen“: Wies zeigte nach dem Rückstand Moral und kam zurück, ärgerte sich aber gleichzeitig darüber, nach der frühen Führung nicht gleich nachgelegt zu haben.

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Die Partie begann für Wies zunächst nach Wunsch. Schon in der 12. Minute brachte Jan Zajko die Gastgeber mit 1:0 in Führung. Gerade diese Phase blieb für Kipperer im Rückblick ein zentraler Punkt, weil seine Mannschaft aus dem guten Beginn zu wenig machte. „Wir hätten nach dem 1:0 sofort nachlegen müssen. Das ist uns leider nicht gelungen“, sagte der Obmann. Statt den Vorsprung auszubauen, kam Wettmannstätten besser ins Spiel und nutzte seine Möglichkeiten. Jan Lipp stellte in der 27. Minute auf 1:1, kurz vor der Pause drehte Martin Lazarus die Partie mit dem 1:2. Kipperer sprach von einem „sehr intensiven Spiel mit Höhen und Tiefen“ und davon, dass Wies in der ersten Halbzeit die nötige Stabilität nicht durchgehend halten konnte.
Nach dem Seitenwechsel war bei Wies aber deutlich zu sehen, dass sich die Mannschaft mit dem Rückstand nicht abfinden wollte. Kipperer meinte, sein Team habe in der zweiten Halbzeit mehr Spielanteile gehabt und sich Schritt für Schritt wieder in die Partie gearbeitet. Der Ausgleich fiel dann spät, war für ihn aber ein besonderer Moment: In der 83. Minute traf Jan Zajko per Freistoß zum 2:2. Kipperer hob dabei ausdrücklich den „sensationellen Freistoß zum 2:2“ hervor. Für den Funktionär war das auch ein Zeichen dafür, dass die Mannschaft nach dem 1:2 nicht eingebrochen ist. „Mit einem 1:2 in die Halbzeitpause zu gehen, ist nicht leicht. Die Mannschaft hat aber Charakter gezeigt und sich zurückgekämpft“, sagte er. Ganz zufrieden war er dennoch nicht, weil Wies in den letzten Minuten noch einmal stark auf das gegnerische Tor drückte, der Siegestreffer aber nicht mehr gelang.
Genau diese Mischung aus Erleichterung und Ärger zog sich auch durch Kipperers Einordnung nach dem Schlusspfiff. Einerseits bewertete er den Punkt nach dem Pausenrückstand positiv, andererseits wollte er nicht darüber hinweggehen, warum Wies überhaupt in diese Lage geraten war. „Wir müssen kritisch hinterfragen, warum wir uns immer wieder selbst in solche Situationen bringen“, sagte er deutlich. Den Gegner beschrieb Kipperer als erwartet stark. Wettmannstätten sei offensiv immer wieder über die Flügel gekommen und habe so Druck aufgebaut. Trotzdem sah er seine Mannschaft lange auf Augenhöhe und machte klar, dass der Rückstand auch mit Eigenfehlern zu tun hatte. Deshalb wollte er mögliche Diskussionen über den Unparteiischen auch gar nicht in den Mittelpunkt stellen: „Ich möchte unsere Leistung nicht an einzelnen Schiedsrichterentscheidungen festmachen. Entscheidend ist, dass wir unsere eigenen Aufgaben erfüllen und unsere Fehler reduzieren.“
Ein besonderes Lob hob sich Kipperer schließlich noch für den eigenen jungen Tormann auf. Der Obmann betonte, dass der 15-jährige USV-Tormann Lio Pauritsch die gesamten 90 Minuten im Kasten stand und seinen Anteil daran hatte, dass Wies am Ende zumindest einen Zähler mitnahm. Das passte zu einem Abend, den die Gastgeber nach dem Pausenrückstand noch korrigieren konnten, ohne dabei wirklich das Gefühl zu haben, alles aus dem Spiel geholt zu haben. „Wenn man zur Halbzeit zurückliegt, muss man den Punkt zunächst einmal positiv bewerten. Auf der anderen Seite spielen wir zu Hause und wollen solche Begegnungen gewinnen. Deshalb bin ich mit der Moral zufrieden, mit dem Ergebnis aber nur bedingt“, sagte Kipperer. In der Tabelle bleibt Wies damit nach neun Spielen bei zehn Punkten und liegt weiter knapp hinter Wettmannstätten, das nun bei elf Zählern steht.