'18/19-Ergebnis für mögliches Nachrückungsverfahren? St. Martin-Obmann Schlager: "Dumm"

Als Aufsteiger gestartet eilte der FC St. Martin/T. in der 2. Landesliga Süd von Sieg zu Sieg. Nach 15 gespielten Runden konnten die Lammertaler stolz auf die Tabelle blicken, überwinterte man als Herbstmeister und Winterkönig am Ligathron. Der Abstand zum Tabellenzweiten Maishofen betrug nicht weniger als fünf Points. Die Erfolgsstory von St. Martin wurde nun vorerst gestoppt und die erbrachten Leistungen vom ÖFB am vergangenen Mittwoch als wertlos erklärt. Zum Handkuss in dieser ganzen Corona-Pandemie könnte der Vorjahres-Vize SC Leogang kommen, der bei einem möglichen Zell-Neustart und via Relegationsspiel die Chance hätte, in die 1. Landesliga aufzusteigen. Beim Tabellenletzten USV Zederhaus ist indes das große Zittern vorbei.

 

 

 

St. Martiner Überflieger unbelohnt, Jäger Maishofen mit viel Verständnis

Nach dem Meistertitel in der 1. Klasse Süd und dem damit verbundenen Aufstieg in die 2. Landesliga Süd blieben die Erwartungen beim FC St. Martin/T. vorerst gedämpft. Dass es am Ende des 2019er-Jahres zum Herbstmeistertitel und sogar zum Winterkönig reichte, hätten sich die Lammertaler nicht im Geringsten vorstellen können. Der Durchmarsch in die Fünftklassigkeit schien möglich, doch nach der ÖFB-Videokonferenz in der vergangenen Woche kam die große Hiobsbotschaft: Schluss, aus und vorbei - der Saison 2019/20 ist nichtig. "Sehr bitter, zumal wir nicht durch Zufall vorne waren, sondern die Liga über den gesamten Herbst hinweg richtig dominiert haben", beklagt Obmann Robert Schlager. Den Saisonabbruch an sich findet Schlager okay, dass man bei einem möglichen Zell-Aus in Sachen Nachrückungsverfahren das Ergebnis der Saison 2018/19 heranziehen will, löst indes viel Unmut aus: "Leogang spielte in unserer Liga um den Abstieg und soll nun für etwas belohnt werden, was sie vor einem Jahr geschafft haben - dumm." Doch Schlager hofft auf ein Zurückrudern des SFV: "Wir haben mit dem Fußballverband bereits Kontakt aufgenommen und unseren Standpunkt dargelegt. Immerhin gibt es ja viele Lösungsansätze, wie man denjenigen Mannschaften, die wie wir in der Abbruch-Saison vieles geleistet haben, etwas zurückgeben kann. Eine gute Idee wäre auch, dass man in der kommenden Saison zumindest mit einem Punktevorsprung startet." Bei Verfolger Maishofen, der sich nach einer verhältnismäßig überragenden Spielzeit auch noch berechtigte Hoffnungen auf den Titelgewinn machen durfte, hielt sich das Lamento in Grenzen. "Ich habe bereits Ende März im Interview mit Ligaportal betont, dass wir jede Entscheidung nehmen wie sie kommt. Die Annullierung trifft manche sicher härter als andere, dennoch ist das die Entscheidung, die den geringsten sportlichen Schaden anrichtet und für die größte Breite an Vereinen passend ist", argumentiert Sektionsleiter Philipp Eder. Auch zur Causa Zell und dem damit verbundenen, möglichen Relegationsduell der beiden 2. Landesliga-Zweiten (Nord und Süd) gibt sich Eder verständnisvoll: "Unter der getroffenen Entscheidung (Annullierung der Saison) des Verbandes wäre es nur logisch, dass der SC Leogang als letzter zu wertender Tabellenzweiter in die Relegation geht - daher braucht es keine Seitenhiebe in deren Richtung. Sie waren in der letzten vollständigen Saison die Zweitbesten der Liga und damit gibt es für mich keine Diskussion darüber. Aber summa summarum würden die ganzen leidigen Diskurse über eine etwaige Relegation verstummen, hätte der Verband einen Lösungsansatz von mir umgesetzt." Und wie Eders Variante aussieht, erklärt er folgendermaßen: "Schritt 1 wäre ein Abbruch der Frühjahrssaison 2020 und vorübergehendes Einfrieren der aktuellen Tabellenstände. Schritt 2: Kann die Folgesaison 2020/21 planmäßig stattfinden, hätte ich die abgebrochene Vorsaison gänzlich annulliert. Und Schritt 3: Würde auch im Herbst 2020 kein Betrieb stattfinden können, sondern erst im Frühjahr 2021, dann hätte ich mit der abgebrochenen Frühjahrssaison 2020 fortgesetzt und eine neue Saison erst im Herbst 2021 gestartet. Das hab' ich dem SFV per Mail vorgeschlagen - bis heute aber keine Rückmeldung erhalten."

 

Leogang: Als Tabellenelfter der 2. Landesliga Süd in die 1. Landesliga? 

Zwar belegte der SC Leogang in der Vorsaison den sensationellen zweiten Tabellenrang, mit dem Aufstieg in die 1. Landesliga hatten die Mair-Jungs aber nichts zu tun - zu groß war der Abstand zu Primus Piesendorf. Wenn aus Leoganger Sicht alles nach Plan läuft, könnte man der höheren Etage nun so nahe wie schon lange nicht mehr kommen. Sollte sich der FC Zell am See aus der Salzburger Liga in die 2. Klasse Süd/West zurückziehen, dann gäbe es nämlich das Aufstiegsmatch gegen den ASV (Vorjahreszweiter der 2. Landesliga Nord). Kurios: Leogang lag zur Saisonunterbrechung auf Rang elf, befand sich in akuter Abstiegsgefahr. Mehr dazu hier

 

Kein Szenario hätte Zederhaus erschüttern können 

Wenn jemand gewiss etwas Positives aus der Corona-Pandemie ziehen kann, dann ist es zweifellos der USV Zederhaus. Den Lungauern, die nach Rang fünf im Vorjahr heuer bis dato nicht viel auf die Kette bekamen, wurde durch den Meisterschaftsabbruch ohne jegliche Wertung sehr, sehr viel Arbeit abgenommen. Coach Gerhard Gwehenberger hätte aber jede Entscheidung akzeptiert: "Einerseits waren wir im Hinblick auf den Abstiegskampf bestens vorbereitet, andererseits wäre ein Abstieg zwar schade, aber keinesfalls ein Beinbruch gewesen." Mehr dazu hier

 

Auch interessant: Offener Brief von Thomas Kendlbacher (USV Hüttschlag)

 

 

Wichtigste Fakten zur Abbruch-Saison 2019/20:

 

Herbstmeister und Winterkönig: FC St. Martin/T.

Top-Torjäger: Jurica Kljajic (FC St. Martin/T.) - 23 Tore

Höchster Sieg: FC Pinzgau Saalfelden 1b (10:0 gegen UFC Eben)

Meiste erzielte Tore: FC St. Martin/T. (46)

Wenigste erzielte Tore: FC Kaprun (19)

Meiste kassierte Tore: UFC Eben (46)

Wenigste kassierte Tore: FC St. Martin/T. (11)

Fairstes Team: FC Kaprun (28 Strafpunkte) 

 

 

 

Redakteur: Maximilian Winkler

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