Spielberichte

„An uns ist das Spiel vorbeigelaufen“ – warum Prottes mit 0:4 unterging

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SC Prottes
SCG Eckartsau

In der Gebietsliga Nord/Nordwest hat SC Prottes in der 10. Runde gegen SCG Eckartsau eine klare 0:4-Heimniederlage hinnehmen müssen. Für Trainer Aljoscha Kroboth war dabei nicht nur das Ergebnis bitter, sondern vor allem die Art und Weise. Seine Mannschaft kam nie richtig hinein, war in vielen Phasen zu spät dran und brachte laut dem Coach an diesem Tag „unsere Leistung überhaupt nicht auf den Platz“.

Linienrichter an der Eckfahne mit Blick Richtung Spielfeld

Image by Stadien_NRW from Pixabay

Schlechter Start und ein Spielverlauf, der den Gästen in die Karten spielte

Schon in den ersten Minuten war für Kroboth zu sehen, dass seine Mannschaft keinen guten Tag erwischt hatte. „Wir sind sehr schlecht ins Spiel gekommen, haben uns schwergetan, Fuß zu fassen. Der Gegner war einfach aggressiver und präsenter“, sagte der Prottes-Trainer nach der Partie. Genau das spiegelte sich dann auch im Verlauf wider. Das 0:1 durch Andras Kalina in der 13. Minute fiel aus Sicht der Gastgeber in einer besonders bitteren Situation, weil dem Gegentor ein eigener Eckball vorausging. Kroboth schilderte die Szene so: „Wir haben nach einem Eckball von uns eine gute Chance, schlagen am Ball vorbei und im Gegenzug gibt es dann Eckball für den Gegner.“ Aus diesem Standard ging Eckartsau in Führung und hatte damit früh genau jenen Spielstand, der dem Auswärtsteam laut Kroboth „optimal“ in die Karten spielte.

Beste Phase ohne Ertrag, dann die Vorentscheidung nach der Pause

Auch das zweite Gegentor passte aus Sicht des Heimtrainers ins Bild eines Nachmittags, an dem wenig für Prottes lief. Sebastian Pötzl stellte in der 38. Minute auf 0:2, und gerade dieser Treffer schmerzte Kroboth besonders. „Das zweite Tor war eigentlich in einer besseren Phase von uns“, erklärte er, weil seine Mannschaft zu diesem Zeitpunkt gerade versucht habe, den Ausgleich zu erzwingen. Statt eines eigenen Erfolgs wurde der Angriff der Gäste „eiskalt ausgespielt“. Spätestens das 0:3 durch Mathias Pellinger vom Elfmeterpunkt in der 50. Minute gab der Partie kurz nach der Pause dann endgültig die Richtung. „Das schnelle 3:0 nach der Halbzeit war sicher ein entscheidender Punkt“, sagte Kroboth. Beim Elfmeter selbst wollte er gar keine Diskussion aufmachen: „Der Elfmeter war glasklar. Das war überhaupt nicht ausschlaggebend heute.“ Als Andras Kalina in der 66. Minute mit seinem zweiten Treffer zum 0:4 nachlegte, wieder nach einem Eckball, war die Partie endgültig entschieden.

„Fehlpassorgien“ und kein Zugriff auf die zweiten Bälle

Deutlich wurde der Prottes-Coach vor allem in der Analyse der eigenen Leistung. Was seine Mannschaft in den vergangenen Wochen noch ausgezeichnet habe, sei diesmal fast durchgehend gefehlt. „Wir waren die letzten Wochen eigentlich sehr kompakt, sehr aggressiv und sehr zweikampfstark. Das war heute leider alles nicht da“, sagte Kroboth. Dazu kam ein Spiel mit Ball, das den Trainer ebenso wenig zufriedenstellen konnte. Er sprach von „Fehlpassorgien“ und davon, dass seinem Team „wenig Struktur im Spielaufbau“ gelungen sei. Besonders hart fiel seine Bilanz im Offensivbereich aus: „Wir haben uns in der 2. Halbzeit bis auf ein einziges Mal keine einzige Torchance rausgespielt, und das ist unterm Strich einfach zu wenig.“ Dass Eckartsau am Ende so klar gewann, erklärte er deshalb nicht mit einer Fülle an Chancen aus dem Spiel heraus, sondern mit Konsequenz und Präsenz. „Der Gegner war einfach effizient und ab der ersten Minute da. Sie haben gefühlt jeden zweiten Ball gehabt. Wir haben in 90 Minuten keinen einzigen zweiten Ball erwischt.“ Für Kroboth war das ein ganz entscheidender Unterschied, weil seine Mannschaft in den Duellen und in den Folgesituationen fast immer einen Schritt zu spät kam.

Viele Ausfälle, wenig Möglichkeiten – und trotzdem der Blick nach vorne

Dass Prottes an diesem Tag weder gegen den Ball noch mit dem Ball an sein gewohntes Niveau herankam, wollte Kroboth nicht isoliert betrachten. Der Trainer verwies auch auf die seit Wochen angespannte Personalsituation, die sich zuletzt weiter verschärft habe. „Unsere Personaldecke war die letzten Wochen schon sehr angespannt und ist diese Woche absolut ans Limit getrieben worden“, sagte er. Mehrere Spieler seien verletzt oder ausgefallen, dazu kam noch eine Sperre, und manche Akteure hätten trotz wenig Training oder direkt nach Verletzungen ranmüssen. Kroboth machte daraus keine Ausrede, wohl aber einen wichtigen Teil der Erklärung, warum Prottes diesmal keinen Druck aufbauen konnte. Umso nüchterner fiel auch sein Gesamturteil aus: „Bei uns war heute beides nicht da“, sagte er mit Blick auf das Spiel gegen den Ball und auf die Qualität mit Ball. Deshalb sei ein 0:4 am Ende eben möglich. Lange jammern will man in Prottes trotzdem nicht. „Es ist eine Summe aus vielem und deshalb eine sehr schwierige Situation, aber wir werden uns unter der Woche aufrichten und nächste Woche wieder angreifen“, kündigte Kroboth an.

Gebietsliga Nord/Nordwest: Prottes SC : Eckartsau - 0:4 (0:2)

  • 66
    Andras Kalina 0:4
  • 50
    Mathias Pellinger 0:3
  • 38
    Sebastian Pötzl 0:2
  • 13
    Andras Kalina 0:1