Corona im Amateurbereich: In Köflach stellt man sich auf das Backen kleinerer Brötchen ein!

Wir alle durchleben gegenwärtig aufgrund der Corona-Krise ganz schwere Zeiten. Demzufolge rückt die wichtigste Nebensache der Welt, der Fußball, verständlicherweise auch völlig in den Hintergrund. Aber den Kopf jetzt in den Sand zu stecken und sich dem Gegebenen gewissermaßen auszuliefern, wäre wohl der völlig falsche Ansatz. Aufgrunddessen ist Ligaportal.at auch in Zeiten wie diesen darum bemüht, Information zu bieten bzw. Berichte zu verfassen. Es tun sich bei den Amateurvereinen sehr viele offene Fragen auf. Vieles ist zur jetzigen Zeit auch noch gar nicht abschätzbar. Zudem steht es noch völlig in den Sternen, ob bzw. wann die Frühjahrsrunde weitergeht. Trotzdem stellte man den Vereinsvertretern, zugebenermaßen nicht einfache acht Fragen, zur aktuellen Lage bzw. wie das alles im Verein gehandelt wird. 

 

Köflach

(Nemanja Boljanovic, hier noch im Wildon-Dress, im Infight: Eine Szenarie, die es wohl frühestens wieder im August 2020 geben wird)

 

Peter Reiter, Sektionsleiter beim ASK Köflach (OLM), zur momentanen Lage:

Was sagen Sie zur aktuellen Corona-Entwicklung?

"Die Entwicklung ist natürlich für den gesamten Sport sehr bedauerlich."

Sind die Maßnahmen, die die Bundesregierung trifft, gerechtfertigt?

"Nach meiner persönlichen Einschätzung sind die Maßnahmen durchaus gerechtfertigt. Man verfolge nur die Situation in den anderen Ländern."

Wie gehen Sie im Verein damit um? Absolvieren alle Spieler Heimtraining? Wird das überprüft?

"Wir haben natürlich unsere Sportstätte in Absprache mit der Stadtgemeinde, sofort für sämtlichen Spiel- und Trainingsbetrieb geschlossen. Alle Spieler unserer KM I  und KM II  wurden von den jeweiligen Trainern mit Heimtraining „versorgt“. Wobei das mittels „Runtastic“ und ähnlichen überprüft wird."

Gibt es regelmäßig telefonischen Kontakt mit den Spielern?

"Natürlich haben wir über WhatsApp-Gruppen und auch telefonisch ständigen Kontakt zu unseren Spielern und Trainern."

Werden aktuell die Spielergehälter weiter bezahlt oder gibt es eine Sonderabsprache mit den Spielern?

"Bei uns gibt es lediglich Aufwandsentschädigungen, die aber nicht bezahlt werden, da die Spieler ja keinen Aufwand haben."

Gehen Sie davon aus, dass im Frühjahr gar nicht mehr gespielt wird? Wenn ja, was würde das für die Finanzen Ihres Vereins bedeuten?

"Ich will und kann keiner Entscheidung des ÖFB oder StFV vorgreifen. Persönlich glaube ich nicht, dass die Meisterschaft im Amateurbereich fortgesetzt wird. Unsere Haupteinnahmequellen sind natürlich die Zuschauereinnahmen und das Kantinengeschäft. Hier klafft natürlich ein gewaltiges Budgetloch."

Stehen die Sponsoren in dieser schwierigen Situation weiterhin zum Verein bzw. zu ihren Zusagen?

"Wichtige Sponsoren und Gönner aus der Wirtschaft haben uns bereits signalisiert, dass die Zuwendungen nicht mehr in dem Maße aufrecht erhalten werden können. Derzeit wissen wir nicht, wie der Spielbetrieb für die nächste Saison finanziert werden kann. Ich glaube aber, dass wir nicht die einzigen sein werden, die solche Probleme haben."        

Welche Maßnahmen wünschen Sie sich von der Bundesregierung, um die Vereine während bzw. nach dieser schweren Zeit zu unterstützen?

"Wie wir ja alle bemerken, ist die Bundesregierung redlich bemüht, dem Sport zu helfen. Nur sind die Mittel für den gesamten Sport gesehen ja keinesfalls zu „stemmen“. Man muss so ehrlich sein und sagen, dass es wichtigere Dinge im Leben gibt als den Sport. Wir werden alle in Zukunft eben kleinere Brötchen backen müssen. Deshalb bin ich persönlich auch zuversichtlich, dass es in abgespeckter Form mit realistischen Zielen weiter gehen wird."

 

Photo: Richard Purgstaller / by Ligaportal/Roo

 

 

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