Quo vadis SV Rottenmann: Saniert jetzt die Gemeinde?

Fettes Minus in der Kassa: Droht dem SV Rottenmann die Auflösung? Diese Headline scheint beim SV Rottenmann und dem Umfeld des Traditionsvereins aus der Obersteiermark für ordentlich Aufruhr gesorgt zu haben. Sogar auf Facebook hat man sich offiziell zur Berichterstattung von LIGAPORTAL zu Wort gemeldet und diese als schlecht recherchiert abgetan. Glaubt man Insidern und ehemaligen Verantwortungsträgern sowohl auf Trainer- Spieler- und auch Funktionärsseite dürfte der Artikel aber schlicht den Nerv getroffen haben. 

rottenmann liezen

Ein Bild aus glorreichen Zeiten: Landesliga-Derby zwischen dem SV Rottenmann und dem SC Liezen vor vollem Haus

Wer schreit, hat meist Unrecht

"Nix gsogt, ist globt gnua" - ein Satz, den viele Journalisten nur zu gut kennen. Oder anders: Lautstarke, unreflektierte und/oder dreiste Kritik ist in den allermeisten Fällen ein Indiz dafür, dass sich Vertreter eines Vereins auf den Schlips getreten fühlen und das Berichtete jedenfalls nicht unwahr ist. 

Aber nun zur Faktenlage: Tatsächlich hat der SV Rottenmann derzeit rund 150 Nachwuchsfußballer/innen, die wie die Klubführung betont, Woche für Woche bestens betreut werden. Das wird von niemandem bestritten. Was man aber wohl nicht so gerne hört, ist, dass beispielsweise die verbliebenen Rottenmanner in der Kampfmannschaft an einer Hand abzuzählen sind. Ein ehemaliger Trainer berichtet, dass dem Vorstand die Jugend schlicht egal ist - oder besser gesagt scheint es egal zu sein, ob jemand den Sprung in die Kampfmannschaft schafft oder nicht.

Die zweite Mannschaft der Rottenmanner in der 1. Klasse Enns, die gemeinsam mit dem WSV Liezen aus der Unterliga dort eine Spielgemeinschaft bildet, ist ohne Punkte Tabellenschlusslicht und hat nach neun Spielen ein Torverhältnis von 4:75. Selbst die Rottenmanner Jugendtrainer sind sich mitterweille alles andere als sicher, was es den jungen Kickern bringen soll, durchschnittlich acht Tore pro Spiel zu kassieren. 

Die Geschichte vom Posting, das eigentlich gar keines war

Ein wesentlicher Kritikpunkt ist übrigens, dass LIGAPORTAL über den Inhalt eines Schreibens berichtet hat, das der Verein selbst auf seiner Facebook-Seite publiziert hat. "Alles falsch", wird inzwischen betont - man habe das Posting nicht umsonst nach nur zehn Minuten gelöscht. Vielleicht wurde ja auch nur die Seite gehackt - auch das könnte theoretisch möglich sein.

Saniert jetzt die Gemeinde?

Was sich nun viele fragen? Was stimmt dann stattdessen, wenn das Gepostete falsch ist? Sind es doch mehr als 35.000 Euro, die in der Kassa fehlen? Insidern zu Folge ist es deutlich mehr. Und, das ist besonders brisant, jetzt soll die Stadtgemeinde Rottenmann den strauchelnden Verein sanieren. Was ist eigentlich mit dem Geld passiert, das beim stets gut besuchten Rottenmanner Krampuslauf, verdient wurde? Damit sollen - laut Insiderinformationen - Aufwandsentschädigungen für Legionäre bezahlt worden sein. Gerüchten zu Folge soll ein zurückgetretener Verantwortlicher selbst im großen Stil Geld aus der privaten Tasche in den Klub gesteckt haben. 

Die Verantwortlichen beim Klub haben uns versichert, dass sie sämtliche Neuigkeiten auf ihrer Facebook-Seite publizieren werden. Ob diese dann aber auch länger als nur zehn Minuten dort stehen bleiben, das ist noch nicht sicher. Der Obmann des Vereins ist im Übrigen trotz mehrmaligem Versuchens für die Redaktion nicht erreichbar gewesen. 

Eine Frage bleibt noch offen: Quo vadis Rottenmann? Claude, ne inplorato? Zu Deutsch: "Wohin gehst du SV Rottenmann - Schließt du ab, ohne dass man darum bittet?"

 

by ReD & MnM

Foto: RIPU Sportfotos