2. Landesliga West

SC Rathauskeller Melk: Dank Offensivpower im Konzert der Großen mit dabei!

Der SC Rathauskeller Melk ist Teil der Spitzengruppe in der 2. Landesliga West. Mit 25 Punkten belegt man derzeit den vierten Rang. Mitte Oktober konnte man unter anderem einen überragenden Sieg gegen den aktuellen Leader aus Lilienfeld erringen. Der Tabellenführer wurde aus dem eigenen Stadion geschossen. Generell konnte sich das Team auf eine funktionierende Offensive verlassen und hat so auch immer wieder hohe Siege erzielt. Sektionsleiter Alfred Konrad blickt sehr zufrieden, aber auch demütig auf den Herbst zurück. Im Interview mit Ligaportal hat er eine Einschätzung über die aktuelle Situation im Verein vorgenommen.

Wie bewertet man rückblickend die bisherige Saison?

Alfred Konrad: „Angestrebt wurde vor dem Meisterschaftsauftakt, einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen. Mit dem momentanen Rang sind wir daher sehr zufrieden. Uns ist es dabei auch gelungen, junge Spieler zu integrieren. Wir werden im neuen Jahr ebenfalls alles geben und wollen auch zukünftig die Siege einfahren. Wir werden jetzt aber nicht die Ziele adaptieren, das wäre vermessen. Wir hatten das Glück, im Prinzip von Verletzungen verschont zu bleiben. Spielerisch sind wir in der Hinrunde schon sehr gut aufgetreten, leistungstechnisch sind wir aber sicher noch nicht am Plafond.“

Welcher emotionale Moment in der Hinrunde ist besonders in Erinnerung geblieben?

Alfred Konrad: „Da fällt mir zum Beispiel gleich mal das 6:3 gegen Herzogenburg ein. Oder auch unser Erfolg gegen Spratzern. Aber unser bestes Spiel im Herbst haben wir sicher im Schlager gegen Lilienfeld abgeliefert. Das war ein Spiel auf Topnivau in dieser Leistungsklasse gegen einen sehr starken Gegner. Wir haben dem Leader die erste Saisonniederlage zugefügt. Dementsprechend sensationell war auch die Stimmung auf der Tribüne. Ein Sieg gegen den Spitzenreiter ist immer was Besonderes!“

Wo besteht am Rasen der dringendste Verbesserungsbedarf?

Alfred Konrad: „Im Angriffsspiel machen wir das sehr, sehr gut. Da kann man tatsächlich mehr als zufrieden sein. Wir schießen also ordentlich Tore, leider bekommen wir aber auch zu viele. In der Verteidigung müssen wir stabiler werden. Vor allem im Umschalten von Offensive auf Defensive sehe ich die Notwendigkeit, sehr fokussiert im Training zu arbeiten.“

Welche Akteure haben in der Hinrunde das Spiel der Melker vor allem geprägt?

Alfred Konrad: „Im Sturm ist dies jedenfalls Dusan Majkic. Unsere Strafraumkobra hat sich elfmal in die Schützenliste eingetragen und so einen ganz wichtigen Beitrag zum Erfolg im Herbst geliefert. Andererseits ist Petr Kurtin als Unterschiedsspieler nennen. Der Tscheche kann sich mit dem Verein zu 100 Prozent identifizieren. Er macht seine Goals, ist aber zugleich auch der Vorlagengeber. Und natürlich Strahinja Macanovic. Er besticht durch seine technische Brillanz und ist ebenfalls immer für einen Assist gut.“

Was zeichnet Goalgetter Majkic aus?

Alfred Konrad: „Die Kaltschnäuzigkeit des Serben ist beeindruckend. Er hat außerdem herausragende Fähigkeiten im Eins-gegen-Eins. Mittlerweile können wir jetzt seit 1,5 Jahren auf ihn bauen. In dieser Zeit hat er bereits beachtliche 50 Tore in Freundschafts- und Meisterschaftsspielen erzielt. Da hatten wir auch das nötige Glück, dass sich die Gelegenheit ergab, so einen Spieler zu verpflichten.“

Wie läuft die Wintervorbereitung ab?

Alfred Konrad: „Wir sind jetzt seit 3 Wochen in der trainingsfreien Zeit. Jeder unserer Akteure hat ein Heimprogramm mit auf den Weg bekommen, das sie eigenverantwortlich absolvieren sollen. Am 20. Jänner ist der offizielle Auftakt mit den Trainingseinheiten. Vom 29. Februar bis 3. März geht es außerdem nach Slowenien. In den letzten Jahren sind wir immer in Melk geblieben. Es ist die Idee entstanden, die Zelte mal im Ausland aufzuschlagen. Alle Spieler waren sofort Feuer und Flamme dafür. Der Aufenthalt wird sicher auch für das Teambuilding sehr positiv sein.“

Wie möchte man die Transferzeit nutzen?

Alfred Konrad: „Es wird generell eher ruhig ablaufen. Aber unser Reservegoalie Max Stumpfer muss ausbildungsbedingt kürzer treten und wird uns deshalb nicht immer zur Verfügung stehen können. Deshalb sind wir auf der Suche nach einem neuen Torhüter für die Bank. Patrik Langthaler wird uns verlassen. Er wünscht sich mehr Spielzeit. Ob es noch weitere Abgänge gibt, wird sich zeigen.“

Wer ist in der Spitzengruppe nun der Favorit auf den Meistertitel?

Alfred Konrad: „Lilienfeld, Ybbs und Wieselburg sind da vorne alle knapp zusammen. Wir haben auch keinen großen Rückstand mit 4 Zählern auf die Tabellenspitze. Jeder von den genannten Teams kann noch das Rennen machen. Umso wichtiger wird, dass man auch im Frühling gut in die Gänge kommt. Wir gehen aber ohne Druck in die Rückrunde. Es gibt kein Muss. Wir können befreit aufspielen, wollen die Leistungen vom Herbst bestätigen und dann schauen wir, welche Platzierung am Ende rausschaut.“