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Strafverifizierung: Skurilles Urteil nach Hubschraubereinsatz und Spielabbruch

In der 3. Runde der Oberliga Mitte kam es bei der Begegnung zwischen dem SV Räder Nais Tobelbad und dem USV Fliesen Klampfer Gabersdorf zu einem Spielabbruch. Ein Zuseher brach zusammen und musste über eine Stunde vor Ort reanimiert werden. Die Spieler mussten das Feld verlassen, damit der Notarzthubschrauber landen konnte. Der Steirische Fussballverband hat jetzt sein Urteil gefällt: Das Spiel wurde mit 3:0 und Rückreihung bei Punktegleichheit strafverifiziert, zusätzlich erhält Gabersdorf noch eine Geldstrafe über 100 € - ein Urteil, mit dem dem Verein so nicht einverstanden ist.

 

Das Spiel wurde am grünen Tisch entschieden: Der Strafsenat hat sein Urteil gefällt

Es gibt keine Regelung bei einem Abbruch aufgrund einer schweren Verletzung eines Zusehers

In der offiziellen Stellungnahme des Schiedsrichters Christopher Bartsch wurde festgehalten, dass ein Zuschauer bei der Mittellinie zusammengebrochen war und reanimiert werden musste. Aufgrund der Situation am Spielfeldrand und den eingesetzten Wiederbelebungsmaßnahmen wurde das Spiel in der 65. Minute unterbrochen. Das Feld wurde freigemacht damit der Notarzthubschrauber landen konnte. Bei dem verunfallten Besucher handelte es sich um ein Familienmitglied eines Gabersdorfer Spielers - die Gäste standen unter Schock. 45 Minuten nach der Unterbrechung - die Reanimationsmaßnahmen waren noch immer in vollem Gange - gab Gabersdorf bekannt, dass sie aufgrund der Situation nicht mehr weiterspielen könnten. Der Unparteiische brach die Partie ab, die Wiederbelebung war zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen - der Zustand des Patienten war instabil.

Der Verband entschied auf § 106/4 Unberechtigtes Abtreten mit Geldstrafe und § 106/1 Unberechtiges Abtreten mit Strafbeglaubigung

Jetzt hat der Steirische Fussballverband die Begegnung mit 0:3 und Rückreihung bei Punktegleichheit strafverifiziert. Der Verband musste so entscheiden, da die FIFA-Regulatorien keine andere Entscheidung zulassen. Wenn ein Spieler zusammenbricht, sieht die Situation ganz anders aus als bei einem Zuseher lautete die Erklärung, dies sei nämlich in den FIFA-Bestimmungen klar deklariert. Kleines Detail am Rande: Hätten sich beide Teams dazu entschlossen nicht mehr fertig zu spielen, wäre die Partie mit 0:0 gewertet worden. 

 

Statements:

Patrick Hierzer, Obmann Gabersdorf:

"Wir hoffen, dass nicht nur nach einem (vielleicht nicht vorhandenen) Paragraphen (wenn die Notsituation nicht einen Spieler, sondern einen angehörigen Zuschauer betrifft) entschieden wird, sondern auch die besondere Situation berücksichtigt wird. Mit diesem Urteil sind wir nicht einverstanden!"

Thomas Nussgruber, Direktor Steirischer Fussballverband:

"Die FIFA-Bestimmungen sagen, dass der Schiedsrichter keine Möglichkeit hat ein Spiel abzubrechen, wenn es einen medizinischen Notfall bei einem Zuschauer gibt!"

 

by ReD

Fotocredit: SID

 

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