„Vierziger- Jubiläum“ von Union Kleinmünchen im Schatten Coronas - Teil 2

Im heurigen Sommer hätte eine große Fete zum 40. Bestandsjubiläum von Union Kleinmünchen als bislang erfolgreichstem oberösterreichischen Frauenfußballverein steigen sollen, doch das sattsam bekannte Virus erwies sich auch hier als Spielverderber. Deshalb planen Obfrau Christine Holzmüller und Sektionsleiterin Andrea Binder für nächstes Jahr eine 40+1 Feier. Über die wechselvolle, überwiegend erfolgreiche „Vita“ der Linzerinnen richtete Ligaportal in einem umfangreichen zweiteiligen Interview 40 Fragen an die beiden unermüdlichen Stützen des aktuellen Zweitligisten, Fortsetzung:

 

Euer Cheftrainer Gerald Reindl dürfte nach Manfred Rigler (LSC Linz ) längst dienender Coach sein, ein Glücksgriff für Euch ?

„Absolut, einen Trainer wie Gerald gibt es kein zweites Mal“.

Übte je eine Frau bei Euch die Cheftrainerinnen-Funktion aus?

„Gerti Stallinger war nach ihrer Rückkehr von Bayern München 2004 ein Jahr lang Spielertrainerin, Judith Riederer wurde nach Rücktritt eines Trainers gebeten, als Trainerin bis Meisterschaftsende einzuspringen“.

Gab es irgendwann „Legionärinnen“ um Dress der Union Kleinmünchen?

„Ein Jahr lang spielte eine Studentin aus Finnland bei uns, ihr Name war Jonna Berg, sie war eine tolle Spielerin. 1985 stand auch die Deutsche Heike Jansen (SV Ringern) für einige Spiele in Diensten der Union Kleinmünchen".

Könntet Ihr Euch vorstellen, ein „Allstar-Team“ der Union Kleinmünchen über die letzten 40 Jahre aufzustellen; wie lauten Eure größten Mannschaftserfolge?

„Ist uns beim besten Willen nicht möglich. Es gab und gibt viele sehr gute Spielerinnen in Kleinmünchen, es ist unmöglich, dies auf 11 oder 15 Akteurinnen zu beschränken. Die größten Erfolge datieren aus den 90er Jahren mit den acht Meistertiteln in der Bundesliga, den sechs Pokalsiegen, fünf „Doubles“, einen Supercupsieg. Außerdem liegt Union Kleinmünchen in einer „ewigen“ österreichweiten Punktewertung hinter dem USC Landhaus und dem SV Neulengbach an dritter Stelle“.

2010 haben die „reiferen“ Spielerinnen in einer Exhibition die „Youngsters“ ziemlich eindeutig besiegt, „droht“ das 2021 auch wieder?

„Kaum vorstellbar, das Spiel 2010 stand unter keinem guten Stern, es hagelte bei den“ Youngsters“ viele Absagen und am Ende spielte fast nur die 1c-Mannschaft, die hatte aber gegen die Routiniers keine Chance. Beim 11:4 scorten für die Siegerinnen: Maria Raab(Kastner, 4), Rosi Wimmer, Elisabeth Leimlehner-Kühas (je 2), Berta Gahleitner, Alexandra Kopt-Rehak und Petra Ortmair.

Inwieweit spielt Integration bei Euch eine Rolle?

„Eine sehr große, speziell im Nachwuchs haben wir viele Spielerinnen aus aller Herren Länder, darunter aus Nigeria, Burundi, dem Iran, China, der Türkei……“

Das "Multi-Kulti-Team" Kleinmünchen 1c gilt als verschworene Gemeinschaft und etablierte sich schon in der Frauenklasse Nord/Ost (Foto: Verein)

 

Ihr wurdet heuer von der Stadt Linz mit einem besonderen Ehrenpreis ausgezeichnet, Eure größte Anerkennung bisher?

„Es ist eine ganz große Ehre für uns, diesen Preis erhalten zu haben und es war eine wirklich tolle Veranstaltung“.

Ihr seid selbst führend bei der Jugendförderung, trifft es Euch, wenn Gegner behaupten, Ihr zieht von anderen Mannschaften die Talente an Land?

Binder: „Ich verstehe es, wenn andere Vereine nicht glücklich darüber sind, gute Spielerinnen zu verlieren, aber ich verstehe auch die Spielerinnen, die es probieren wollen und es zeigt auch die gute Arbeit der Trainer (in). Da wir uns als Ausbildungsverein deklariert haben, verlieren auch wir immer wieder gute Spielerinnen“.

Welche Philosophie steckt hinter Eurem Verein?

„Wir wollen den Frauenfußball weiterentwickeln, aber auch die persönliche Entwicklung jeder Spielerin fördern“.

„Reine“ Frauenvereine sind in Österreich selten, auch in Deutschland, wo liegen trotzdem die Unterschiede zu den „integrierten“ Mannschaften?

„Ein Vorteil ist, dass wir unsere Termine zu Hause selbst einteilen können und auf keine anderen Mannschaften Rücksicht nehmen müssen. Der Nachteil, dass wir alle Kosten selbst tragen müssen, also bei der Erhaltung, Instandhaltung und dem Spielbetrieb“.

Bestand für Euch nie die Möglichkeit oder der Wille, bei einem Männer-Verein (auch finanziell!) „anzudocken“?

„Es hat sich noch keine Möglichkeit ergeben“.

Eure Heimstätte, großer Vorteil aus sportlicher Hinsicht?

„Einerseits ja, da das Publikum nah dran ist, anderseits spielen wir oft auf größeren Plätzen besser“.

Eure sonstigen größten organisatorische Herausforderungen in den letzten Jahrzehnten?

„Das war ganz klar der Neubau unseres Klubhauses von September 2012 bis August 2013 und ein großer Wasserschaden im gesamten Gebäude 2016“. 

Wie würdet Ihr einem Großsponsor ein finanzielles Engagement bei Eurem Verein schmackhaft machen?

„Wir haben auf unserer Anlage noch viele Freiflächen für Werbung, auch auf den Dressen wäre noch ausreichend Platz“.

Corona hat Euch sicher vor große Herausforderungen gestellt?

„Ja sicherlich, alleine die Beschaffung von Desinfektionsmittel war eine Herausforderung. Die Trainer und Spielerinnen waren sehr diszipliniert und das Gruppentraining wurde gut umgesetzt“.

Könnte die Spielpause nicht sogar ein Vorteil für Eure Jugend sein, wieder ein halbes Jahr reifer geworden zu sein?

„Das wird sich mit Beginn der nächsten Meisterschaft zeigen“.

Eure größten persönlichen sportlichen Erfolge?

Holzmüller: "Als Spielerin wurde ich fünf Mal Staatsmeisterin, vier Mal österr. Cupsiegerin; als Trainerin: 4 Mal Meister in der OÖ Frauen Landesliga, 1 Mal Meisterin in der 2. Frauenliga Mitte, 2 Mal Meister in der 1. Frauenklasse, 2 Mal OÖ Cupsiegerin, 4 Mal OÖ Hallenmeisterin".

Binder: "Drei Mal Österreichische Staatsmeisterin, 2 Mal Österreichische Cupsiegerin, 1 Mal Meisterin der 2. Liga, 4 Mal Meisterin der OÖ Landesliga, 2 Mal Oberösterreichische Cupsiegerin".

Zählten die beiden Siege der „Jüngsten“ 2015 gegen die Burschen auch zu den prägenden Erlebnissen?

„Es tat nach den vielen Niederlagen gut, die Spielerinnen haben sich die Siege hart erkämpft und waren überglücklich“.

2010 gelang zum 30er das Comeback, könnte es sich 2021 mit einer Rückkehr ins Oberhaus zu 40+1 ausgehen?

„Die 2. Liga ist sehr gut aufgestellt und es haben mehrere Vereine, das Potential aufzusteigen, wir hoffen, wir können um den Aufstieg mitspielen“.

Wozu sollte Euch heuer ein Gratulant am meisten während der letzten 40 Jahre beglückwünschen?

Beide: „Dass es uns schon so lange gibt“.

Wo lagert Ihr die fast unzähligen Auszeichnungen und Preise, die Ihr in vier Jahrzehnten gesammelt habt?

Beide: „Die persönlichen Erinnerungsstücke zu Hause, die sportlichen glänzen im Klubhaus“.

Eure Wünsche für die nahe Zukunft?

„Einfach und doch ziemlich schwierig: Gesundheit und eine Zeit ohne Corona“.

DANKE für Eure große Langmut und alles Gute für die nächsten Jahrzehnte!

 

Immer wenn es gilt,  anzupacken, "am Spaten": Christl Holzmüller (3. von links) und Andrea Binder (5. von links) 2012 zu Beginn der Großrenovierung mit den Ehrengästen,  von links Landtagspräsidentin a.D. Angela Orthner, OÖFV Präsident Willi Prechtl, Obfrau-Stellvertreter Peter Mitter,  Vizebürgermeister Dr. Erich Watzl, Franz Schiefermair, (Präsident der O.Ö. Sportunion), Landtagsabgeordneter Mag. Bernhard Baier, Kleinmünchen- Obmann Stellvertreter Herbert Lindorfer.

 

Helmut Pichler  

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