Spieltaganalyse Runde 8

tschauss_edi.jpgWir haben für unser Ligaportal einen ausgewiesenen Experten des steirischen Fußballs engagiert, damit er für euch auf steierliga.at nach jeder Runde der Sparkasse Landesliga die Spieltaganalyse vornimmt. Edmund "Edi" Tschaußnig, früher Trainer in der GAK Akademie, in Voitsberg sowie Gleisdorf, und jetzt Auswahltrainer des steirischen Fußballverbandes, bewertet und kommentiert die Spiele in der steirischen Sparkasse Landesliga. Diesmal nimmt unser Experte Edi Tschaußnig für steirerliga.at die achte Landesliga-Runde unter die Lupe:
 
Das Bestschießen geht weiter! Wieder einmal überboten sich die Mannschaften im Toreschießen. Im Vergleich zur abgelaufenen Saison haben die Fans in der laufenden Spielzeit bereits 35 (!) Treffer mehr gesehen.

Den meisten Spaß hatte diesmal der SV Anger: Konsequentes Angriffsverhalten bis zum Schlusspfiff brachten diesmal Selbstvertrauen, einen Sprung in ein deutlich positives Torverhältnis und somit eigentlich vier Punkte an Ausbeute ein. Was will man mehr an einem Abend?

Das Überraschungsteam der Runde ist für mich ganz klar Kindberg. Für die Auffinger-Truppe geht es heuer bisher Rock´n`roll mäßig übers Ligaparkett, aber gestern zeigten die Kindberger eine tolle Moral und fighteten sich, trotz Rückstandes, gegen einen wiederum starken FC Gleisdorf zurück auf die Siegesstraße. Für Gleisdorf ist es bitter, wenn man, trotz drei erzielten Toren, mit leeren Händen nach Hause fahren muss. Aber solche Spiele und solche Gegner gibt es und man darf sich jetzt nur ja nicht aus dem Rhythmus bringen lassen. 

Kindberg und Anger haben die moralisch wichtige Zehn-Punkte-Marke überschritten – beiden Mannschaften steht in der nächsten Runde ein wichtiges Auswärtsspiel ins Haus und beide könnten mit einem vollen Erfolg den Mittelfeldplatz sichern. 

Ein ähnlich dramatisches Spiel entwickelte sich zwischen dem SC Kalsdorf und dem TSV Pöllau. Ich muss beiden Teams ein Kompliment machen, denn was sie, trotz der widrigen Verhältnisse, auf dem Feld zeigten, war Werbung für die Landesliga. Pöllau hat in den Momenten, in denen Kalsdorf auch nur ein bisschen nachlässiger wurde, sofort zurückgeschlagen und so entwickelte sich ein Match, das bis zur letzten Minute spannend und sehenswert blieb.

Die größere Routine entschied in der Partie zwischen Irdning und Fürstenfeld. Während die ersatzgeschwächten Oststeirer zu großzügig mit ihren Torchancen umgingen, waren die Irdninger sehr ökonomisch und nützten ihre wenigen Möglichkeiten zum Sieg.    

Mit dem Auswärtssieg in Köflach hat der SV Pachern die letzte Heimniederlage vergessen gemacht. Jetzt müssen die Harter ihre Heimstärke aufpolieren, denn sie wird entscheiden, läuft es doch auswärts fast nach Belieben. Dieses Spiel war jedenfalls „meisterlich“. 

Der SC Liezen prolongierte seinen Lauf und lässt sich derzeit durch nichts aus der Ruhe bringen. Wenn man sich in der Obersteiermark umhört, dann entsteht schön langsam eine Erwartungshaltung, der sich der SC Liezen stellen muss. Das kommende Auswärtsspiel gegen die Gratkorn Amateure ist für mich ein Schlüsselspiel. Sollte diese Partie gewonnen werden, dann kann man nicht mehr Understatement betreiben, sondern muss sich ernsthaft mit der Rolle eines Titelanwärters beschäftigen.

Nun kommt die Liga in eine für die Herbstsaison entscheidende Phase: Alle Teams sind eingespielt. Jetzt gewinnen auch andere Parameter zunehmend an Bedeutung: Ein ausgewogener Kader, die Fitness der Spieler, gute Masseure, Verwarnungen bzw. Ausschlüsse und die nötige Portion Glück. Witterungsverhältnisse wie die gestrigen, verlangen körperlich austrainierte und fitte Spieler. Noch dazu, wenn man in jedem Spiel voll ans Limit gehen muss, so wie es derzeit in der Liga scheinbar Grundbedingung ist.
 
von Edi Tschaußnig 

 

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